Gefahr von Rutschungen - Brandenburger Helenesee komplett gesperrt

Sandstrand am Helenesee, ehemaliger Braunkohlentagebau mit klarem Wasser
Audio: Antenne Brandenburg | 21.05.2021 | OT René Wilke | Bild: rbb|Marcus Groß

Vermutlich weil der Wasserstand stark gefallen ist, hat es am Brandenburger Helenesee Rutschungen gegeben. Zwei Uferseiten wurden im März gesperrt. Nun warnen Experten, dass weitere Abbrüche möglich sind - seit Freitag ist der Zugang zum See komplett verboten.

Wegen Gefahr von Rutschungen ist der Ufer- und Strandbereich des Helenesees bei Frankfurt (Oder) am Freitag abgesperrt worden. Nach einer Rutschung im März hatte das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe den Uferbereich untersucht. Der Bewertung zufolge sind weitere Rutschungen nicht auszuschließen, daher seien das Nord- und Westufer vorsorglich gesperrt worden, teilte das Landesamt mit.

Der Frankfurter Oberbürgermeister René Wilke (Linke) sagte dem rbb, noch am Freitag würden vom Bergbauamt entsprechende Schilder plaziert; Abzäunungen seien in den nächsten Wochen geplant. "Wir wissen, dass das eine enorm schlechte Nachricht ist - auch für uns", sagte Wilke. "Der Helenesee ist eine Attraktion für die Frankfurterinnen und Frankfurter und auch für das Umland." Zuletzt sei viel investiert worden und die Gastronomie habe neu aufgemacht. Außerdem seien die Übernachtungsplätze laut Wilke am Helenesee schon ausgebucht gewesen.

Rutschgefahr durch Niedrigwasser

Im März waren am Helenesee etwas 500 Kubikmeter des Uferbereichs abgerutscht. Wie das Landesamt für Bergbau, Geologie und Rohstoffe mitteilte, hat eine anschließende Untersuchung jetzt ergeben, dass der Uferbereich in weiten Teilen instabil ist. Als Grund für das instabile Ufer bezeichnete Sebastian Fritze, Leiter des Landesamtes, den geringen Wasserspiegel im See. Da der See sich aus Grundwasser speise, sei der Wasserstand gering wie wahrscheinlich noch nie seit der Flutung. Das Süd- und Ostufer waren schon zuvor gesperrt.

Ziel sei es, so das Landesamt, die Sperrung schnellstmöglich wieder aufzuheben. In den nächsten Wochen werde der Uferbereich weiter untersucht. Erst dann könne entschieden werden, ob einzelne Bereiche wieder geöffnet werden können.

Der circa 250 Hektar große und bis zu 60 Meter tiefe Helenesee liegt im Landschaftsschutzgebiet des Oder-Spree-Seengebietes. Er entstand ab Ende der 1950er Jahre aus dem ehemaligen Braunkohletagebau Grube Helene, nachdem dieser geflutet wurde. Aufgrund der guten Wasserqualität ist die Helene als Naherholungsgebiet etwa bei Badegästen, Tauchern und Campern beliebt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.05.2021, 18:30 Uhr

18 Kommentare

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  1. 18.

    Das die Leag was mit Helene zu tun hat.....zumindest indirekt (Klimawandel) schon....
    Stimmung machen? Sie haben ein Problem mit der Wahrheit.
    Leag Mitarbeiter....könnte hier auch den Nachnamen posten.

  2. 17.

    Die LEAG hat mit der Helene nix zu tun.
    Aber die Problematik zeigt, das auch 50 Jahre nach Flutung noch keine Ruhe in so einen Bergbaufolgesee eingekehrt ist. Darum kümmert sich nun das Bergbauamt oder die Stadt FF also der Steuerzahler. Wer macht das in der Lausitz, wenn die LEAG nicht mehr ist?

  3. 16.

    Zwar hat die LEAG mit dem Helene nix zu tun...zur Stimmungsmache reicht es allemale.
    Und natürlich ist der User ein LEAG Mitarbeiter, steht nirgends, Peter weiss es einfach.

  4. 15.

    Dann braucht man sich dieses Jahr zumindest nicht über die Strandfigur gedanken zu machen.
    Und wenn ich dennoch durch den Bauzaun den See seh, brauch ich kein Meer mehr.

  5. 14.

    Der Helene See ist nur ein Vorgeschmack welche Folgen der "billige" Kohlestrom noch hat. Hier versucht ein LEAG Mitarbeiter uns zum Thema Cottbuser Ostsee die Taschen voll zuhauen.
    https://www.kein-tagebau.de/index.php/de/tagebaue-alt/cottbus-nord/687-ostsee-flutung-weiter-im-sparmodus-see-zu-knapp-5-gefuellt
    Die riesige Fläche entstand weil es für die LEAG am billigsten war, das darf bei den noch zu flutenden Kohlelöchern nicht passieren.

  6. 13.

    Machen wir uns nichts vor - ein See geht baden - na und ich habe doch ein Auto und auch Malle ist leicht zu erreichen.!
    So denken doch leider viele.

  7. 12.

    Ja schon doof. Helene ist unser Plan wenn nix mehr geht, dann halt täglich mit dem Fahrrad baden fahren. Das wird man uns ja hoffentlich nie verbieten.
    Und das ganze in einer Zeit wo man hofft, dass es dort endlich wieder vorwärts geht und auch Investoren bereitstehen.

  8. 11.

    Bautzen und Quitzdorf liegen auch knapp unter dem unteren Zielwert. Kann also wieder knapp werden im Sommer.
    https://www.ltv.sachsen.de/tmz/tsm/spree.html

  9. 10.

    Hallo, diese Aussage stimmt nicht einmall annähernd:
    >> Der Spremberger Stausee Spreeaufwärts ist auch voll
    Wie dem amtlichen Hydrologischen Wochenbericht
    http://www.luis.brandenburg.de/w/wochenberichte/W7100038/default.aspx
    zu entnehmen ist, liegt der Füllstand der TS Spremberg seit mehreren Monaten "gerade so" beim Minimum lt. der offiziellen Bewirtschaftungs - Richtlinie! Zuvor war er seit ca. Mitte 2020 deutlich unter MIN d.h. es gab keinerlei echte Reserven für die Spree bei anhaltender Trockenheit!

  10. 9.

    Gott sei Dank zur Kohle gibt es nun Alternativen.
    verschmutztes Trinkwasser kann nun vernünftig gereinigt werden das es am Ende wieder trinkbar ist und nicht die Region verlassen muss.
    Vom Versickern allen Regenwassers sind wir sehr weit entfernt.
    Hier gibt es viel zu tun und nochmehr Profitmöglichkeiten ala Maut und EEG und Stilllegungsprämien, CO2 Steuern. Grüne werden das nicht ändern. Der linken Linken sind die Hände auf Grund der Verträge gebunden.

  11. 8.

    Hab ich auch grad gedacht. Zumal man sich ja derzeit nicht so recht ins AUsland traut

  12. 7.

    Nun ja, Bergbau gibt es nicht nur zur Förderung von Kohle, sondern auch bei anderen Rohstoffen. Soll der dann ihrer Meinung nach auch komplett eingestellt werden?

  13. 6.

    Jetzt rechts diese Art der Renaturierung der Kohlegewinnung, einfach durch von Flutung von Tageebauen. Zum einen verdunsten hier unmengen von Wasser zum andern ist ja die ursprüngliche Natur nicht wiederhergestellt, sondern auf immer verloren. Die gleichen oder ähnliche Fehler wurden in den Anfaengen des Bergbaus gemacht. Bei Beendigung wurden Stollen nicht ordnungsgemäß verfuellt, was noch hundert Jahe später zu Bergsenkukungen und hohe Schäden fuhrt.
    Die Nachfolgebetriebe müssen für diese Schäden 100%
    aufkommen.Es ist gut das endlichit dieser Art von Umweltzerstörung endet.

  14. 5.

    Schöne Sche...dieses Jahr ist endgültig auch im Eimer.

  15. 4.

    Der Cottbuser Ostsee wird seit knapp 3,5 Monaten wieder mit 2-3m2/s geflutet, weil genügend Wasser zur Verfügung steht. Der Spremberger Stausee Spreeaufwärts ist auch voll. Die aktuellen Flutungszahlen sind hier einsehbar: https://www.leag.de/de/geschaeftsfelder/bergbau/cottbuser-ostsee/

    Oder in der Flutungszentrale der LMBV.

    Sebastian

  16. 3.

    Stimmt leider und in der Lausitz wird früher oder später das Gleiche passieren.

  17. 2.

    Von der Ostsee in der Lausitz hört man gar nichts, ist dort die Flutung weiterhin ausgesetzt?

  18. 1.

    Auch unsere Nachkommen werden noch viel Freude mit den Kohlelöchern haben.

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