Touristen-Ansturm auf die Märkisch Schweiz - Buckow sucht Ideen gegen den Auto-Rappel

Do 20.05.21 | 17:09 Uhr
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Blick auf den Marktplatz in Buckow, Foto: K. Marx
Audio: Antenne Brandenburg | 20.05.2021 | Marie Stumpf | Bild: Antenne Brandenburg/Katrin Marx

Verwinkelte Gässchen, historische Bauten, Seepromenade vor waldigen Hügeln: Schon Bertolt Brecht zog es nach Buckow in die Märkische Schweiz - und jetzt durch Corona auch immer mehr Touristen. Die Anwohner fühlen sich von den Autos gestört.

Im Corona-Sommer 2020 haben wohl die meisten Berliner und Brandenburger aufgrund der Reisebeschränkungen ihren Urlaub in der eigenen Region verbracht. Und auch in diesem Jahr sind die Aussichten für Erholungssuchende in vielen Fällen noch mehr als vage: Eine Reise ins Ausland ist für alle Ungeimpften und Ungenesenen oft noch immer mit Quarantäne verbunden. So bleiben auch in diesem Jahr die Erholungsgebiete der Mark eine attraktive Alternative. Dazu zählt beispielsweise auch Buckow in der Märkischen Schweiz (Märkisch-Oderland). Doch da wird es langsam voll - vor allem was die Straßen und Parkplätze angeht.

Dicke Luft im Kurort

Swantje Wandt lebt seit sechs Jahren in Buckow, in einem Haus fast direkt in der Innenstadt. Ein schönes Fleckchen zum Leben, wäre da nicht die zahlreichen Fahrzeuge, die sich durch die Straßen und Gassen drücken. "Am Wochenende kann man hier nicht atmen. Alles steht voll mit Motorrädern und die lassen oft ihre Motoren laufen."

So sieht das auch ihre Freundin und Nachbarin, Tatjana Morawietz. Die Parkplätze in der Innenstadt seien an Wochenenden und sonnigen Tagen regelmäßig überfüllt. Seit Corona habe sich die Lage noch verschlimmert. "Buckow wird seit Corona überrannt - hauptsächlich von Berlinern - und die Parkplätze reichen hinten und vorne nicht." Deshalb fordert Morawietz ein Parkplatz-System, durch das die Besucher ihre Autos außerhalb der Ortschaft stehen lassen.

Autos können draußen bleiben

Die Parkplätze außerhalb der Stadt erweitern und bei den Gästen bekannter machen - diese Idee hatte Buckows Bürgermeister Thomas Mix (SPD) auch schon. Platz gäbe es dafür genug, meint er. "Wir haben Möglichkeiten am Weinbergsweg, wo deutlich über 100 Parkplätze entstehen könnten", sagt Mix. "Und wir haben einen wenig genutzten Parkplatz am Ortseingang aus Richtung Waldsieversdorf, der einfach besser genutzt werden müsste."

Funktionieren könnte das über ein Parkleitsystem. Und es gibt noch mehr Ideen für Anreize zum Draußen-Parken: Dazu zählen etwa Halteverbotszonen am Marktplatz und kein Umsonst-Parken mehr in der Innenstadt, sagt Mix. "Parkschein-Automaten sind sehr teuer und vielleicht wollen wir gleich in die Neuzeit starten und das dann gleich digital machen."

Diese Vorschläge will der Bürgermeister noch vor der Sommerpause in der Stadtverordnetenversammlung zur Abstimmung bringen. Allerdings ist jetzt schon klar, dass es dafür keine finanzielle Förderung von Kreis und Land geben wird. Offen bleibt bis jetzt auch die Frage, wie die Touristen von den teilweise bis zu zwei Kilometer entfernten Außenparkplätzen in die Innenstadt kommen sollen. Anwohnerin Tatjana Morawietz jedenfalls hat hierzu schon Ideen: "Im Ideal gebe es dafür ein Elektro-Busshuttle oder eine Pferdekutsche. Die könnte alle zwei Stunden die Leute, die nicht so gut zu Fuß sind, in die Mitte von Buckow holen."

Kurzfristig Lösungen sind aber erstmal nicht abzusehen, und so werden sich vermutlich auch über Pfingsten zahlreiche Ausflügler in der Kurstadt tummeln.

Sendung: Antenne Brandenburg, 20.05.2021, 14:40 Uhr

27 Kommentare

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  1. 27.

    Tja, wenn man selbst von Autolärm betriffen ist.... Dann ändert sich die Sicht der Dinge...

  2. 26.

    "Liebe Autorin, was ist ein Auto- Rappel? Können jetzt Autos selbst einen Rappel bekommen?" Jo ... das geht. Einfach mal ohne Öl fahren. Was glauben sie, wie das rappelt. Da träumt 'n dreijähriger von.

  3. 25.

    Es wird wieder mit keinem Wort erwähnt und bedacht, dass es auch gänzlich ohne Auto geht. Buckow hat im Sommer eine regelmäßige Bahnverbindung und ohne viel Geld für noch mehr Parkplätze und Naturzerstörung auszugeben reichlich Platz am Bahnhof Müncheberg. Den Ehrhalt und Betrieb der Bahn würde man ehrlich und nachhaltig so besser als bisher unterstützen als Geld für die Autolobbyisten auszugeben. Alles genannte ist einerseits einfallslos und unehrlich ausgesprochen von jemanden der selbst ein Autofan ist und kaum einen Meter selbst zu Fuß geht. Die Ausrede die Bahn wurde vergessen zieht nach dem dritten Vorfall dieser Art innerhalb zwei Monaten nun nicht mehr. Lieber RBB kommt am Wochenende am Buckower Bahnhof vorbei und wir geben Euch echte und zukunftsfähige Vorschläge.

  4. 24.

    Liebe Autorin, was ist ein Auto- Rappel?
    Können jetzt Autos selbst einen Rappel bekommen? Vielleicht dank künstlicher Intelligenz.
    3jährige bekommen entwicklungsbedingt manchmal einen Rappel.
    Oder soll es "lustige" Sprache sein. Ich finde, dass sich Berichterstattung durchaus guter Sprache bedienen kann.
    Zum Thema: hoffen wir, dass wieder mehr Menschen die Bahn benutzen, wenn covid eingedämmt ist. Und die überlauten Motorräder mit ihren oft rücksichtslosen Fahrern....die kann man schnell aus den Orten verbannen. Dann wäre schon geholfen. Etliche Gemeinden in Bayern und Schleswig H. haben das gemacht und die Lage dadurch schon mal verbessert.

  5. 23.

    Allerdings und das muss man wieder dem Stadtverantwortlichen zum Vorwurf machen wird mit keinem Wort erwähnt und bedacht, dass es auch gänzlich ohne Auto geht. Buckow hat im Sommer eine regelmäßige Bahnverbindung und ohne viel Geld für noch mehr Parkplätze und Naturzerstörung auszugeben reichlich Platz am Bahnhof Müncheberg. Den Ehrhalt und Betrieb der Bahn würde man ehrlich und nachhaltig so besser als bisher unterstützen als Geld für die Autolobbyisten auszugeben. Alles genannte ist einerseits einfallslos und unehrlich ausgesprochen von jemanden der selbst ein Autofan ist und kaum einen Meter selbst zu Fuß geht. Die Ausrede die Bahn wurde vergessen zieht nach dem dritten Vorfall dieser Art innerhalb zwei Monaten nun nicht mehr. Lieber RBB kommt am Wochenende am Buckower Bahnhof vorbei und wir geben Euch echte und zukunftsfähige Vorschläge.

  6. 22.

    Der deutsche Autofahrer fährt dorthin, wo er hin will. Wenn es möglich wäre sogar bis an den Tisch im Restaurant. Immer wieder zu beobachten vor den Mails. Je näher am Eingang parken desto besser. Alle 2 ! Stunden ein Shuttle. Das Kopfsteinpflaster in Buckow ist nostalgisch, aber eben laut.

  7. 21.

    Das Thema ist hochaktuell. Allerdings und das muss man wieder dem Stadtverantwortlichen zum Vorwurf machen wird mit keinem Wort erwähnt und bedacht, dass es auch gänzlich ohne Auto geht. Buckow hat im Sommer eine regelmäßige Bahnverbindung und ohne viel Geld für noch mehr Parkplätze und Naturzerstörung auszugeben reichlich Platz am Bahnhof Müncheberg. Den Ehrhalt und Betrieb der Bahn würde man ehrlich und nachhaltig so besser als bisher unterstützen als Geld für die Autolobbyisten auszugeben. Alles genannte ist einerseits einfallslos und unehrlich ausgesprochen von jemanden der selbst ein Autofan ist und kaum einen Meter selbst zu Fuß geht. Die Ausrede die Bahn wurde vergessen zieht nach dem dritten Vorfall dieser Art innerhalb zwei Monaten nun nicht mehr. Lieber RBB kommt am Wochenende am Buckower Bahnhof vorbei und wir geben Euch echte und zukunftsfähige Vorschläge.

  8. 19.

    Man kann dann nur soweit umdenken ,daß man da ebend nicht mehr hinfährt.Man fährt dann lieber nach Polen und sieht sich dort alles an.

  9. 18.

    Es gibt Orte da kann man auch ohne Auto Existieren. Deutschland soll endlich das Tempo 30 in Ortschaften, 80 außerorts und höchstens 120 auf Autobahnen einführen. Wer Platz macht für mehr Verkehr, bekommt mehr Verkehr. Wer dagegen den Fußgängern und dem öffentlichem Leben mehr Raum gibt, bekommt davon mehr. Wir brauchen mehr Platz für Menschen statt für Autos. Sind wir uns da einig?

  10. 17.

    Eine schnelle Lösung: Einfach aus dem Zentrum an den Rand ziehen oder am Wochenende mal selbst auf Reisen gehen. Dann wird es bestimmt schnell besser.

  11. 16.

    Offen bleibt bis jetzt auch die Frage, wie die Touristen von den teilweise bis zu zwei Kilometer entfernten Außenparkplätzen in die Innenstadt kommen sollen.? Wie wäre es mit Laufen oder Fahrrad fahren? Und wenn ich schon Verwinkelte Gässchen, historische Bauten, Seepromenade vor waldigen Hügeln sehen möchte, dann sind 2 Km bis zur Sehenswürdigkeit etc. keine Entfernung. Aber es gibt halt viele Faule und bequeme Menschen. Und ich meine damit nicht die beeinträchtigten / Kranke Senioren. Und aus meiner Sicht, haben privat Autos Innerstädtisch in ein Erholungsgebiet etc. auch nichts zu suchen.
    Und genau solche Autofahrer kann man nur mit Geldbußen, Halteverbotszonen, Parken teurer machen zum Umdenken bewegen.

  12. 15.

    @2: Viele Grüße an die Buckower Kleinbahn. Schön, daß sie fährt, Ich wünsche euch viele pünktliche Züge mit vielen Reisenden. Warum soll man erst viele Parkplätze bauen, wenn die Leute auch mit dem Zug kommen können? Wir waren 1975 bei unserem ersten Urlaub in Buckow und sind oft und gern mit der Buckowwer Eisenbahn gefahren. Nach Berlin gab es gute Anschlüsse. @1+2+4+5+6+9+12 stimme ich zu. @3+7+8+13 widerspreche ich. Das Problem ist nicht, daß viele Touristen kommen, sondern daß sie das falsche Verkehrsmittel wählen. Der Autoverkehtr kostet mehr externe Leistungen (Lärm, Flächenverbrauch, Unfallschäden, Umwelt+Naturverbrauch) als seine Steuern einbringen. @11 ist hier total unpassend.

  13. 14.

    Buckow ist doch winzig. Da ist man doch in ca. 10 Minuten hindurch, weshalb braucht es dann eine Bimmelbahn?
    Das ist doch Minimalbewegung. Zum Vergleich: In Berlin ist das eine Stecke für einen Tipptopp U-Bahnhaltestellen-Anschluss.

    Für Rollifahrer und Rollatorfahrer kann doch auf dem Innerstädtischen Parkplatz was dementsprechendes deklariert werden.

  14. 13.

    Wie in Berlin. Die Kohle von den Autofahrern (und Touris)wollen alle haben. Ohne deren Kohle ist der Haushalt und die Wohltaten nicht zu finanzieren. Aber haben wolln sie sie nicht. Dann soll mann so ehrlich sein und auch auf die Leute und Autos verzichten.
    Ansonsten 1x ein Jahr dort nicht hinfahren.. klappt in der Türkei super damit sie gesprächsbereit werden. Die Autofahrer sollten viel angagierter werden.

  15. 12.

    Warum nicht ähnlich wie in Warnemüde - 'ne "Touribimmelbahn" von den Parkplätzen an ein paar "Eyecatcher" vorbei - 'n bisschen Smalltalk von einem Einheimischen dabei - bis zum Zentrum. Pferdekutsche, wie die Anwohnerin es einbrachte - eine tolle Idee finde ich. Drinnen Parkplätze für Anwohner und beherbergte Gäste - letzteres funktioniert in Greestsiel (wo ist das denn?)auch gut. Zufahrt nur mit "Persilschein" - der Rest ist schneller wieder draussen als ihm lieb ist. Ausnahmen für Gehandicapte - analog den Regelungen für Behindertenparkplätze, für kürzere Wege vll. 'n Rollischiebedienst. Kann doch nicht so schwer sein da was zu wuppen. Den notorischen "Nur-Fahrern" was bieten, die Anwohner damit entlasten, zwei, drei Jobs schaffen - allemale besser als Schilderwald und Ticketautomaten.
    @ Just a Berliner ... Beides geht auch und zwar richtig gut. Als Touri wirst du es zu schätzen wissen - irgendwann - vielleicht - hoffentlich ;-) .

  16. 11.

    Da fällt mir die alte Weiheit ein "wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass. MfG erpe

  17. 10.

    Cesky Krumlov wurde nur von den Deutschen als Böhmisch Krummau bezeichnet, und wird es heute noch.
    Was soll diese Anspielung?

  18. 9.

    Die Buckower Kleinbahn will ich unbedingt dieses Jahr erkunden. Danke für den wertvollen Tipp! Einige Beiträge hier tun leider so, als ob ohne ihr Auto Erholung unmöglich sei. Dabei ist es eigentlich genau umgekehrt: ohne Auto kann man sich selbst und können sich die anderen an besten erholen. Man muss nur ein bisschen umdenken.

  19. 8.

    Wenn ich nicht mit dem Auto nach Buckow kann, egal ... auch andere Landstriche haben schöne Dörfer ...

    Man muss sich halt entscheiden, was man will, Touristen oder Ruhe.

    Wer Ruhe will, soll alle Straßen ins Dorf dicht machen, bis auf eine. Und die ist dann nur noch "Anlieger frei"
    Schon hat man Ruhe. Aber halt keine Touristen ...

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