Grünheide (Oder-Spree) - Rave bei Gefahrenstufe vier im Wald aufgelöst

Polizisten in einem Wald (Quelle: dpa/Philipp Schulze)
Bild: dpa-Symbolbild/Philipp Schulze

Tanzen in einer lauen Nacht, unter den Wipfeln der Bäume – so schön es klingt: bei Waldbrandstufe vier ist das keine gute Idee. Am Wochenende hat die Polizei eine Party im Wald bei Grünheide aufgelöst.

Etwa 100 Menschen haben am Sonntagmorgen auf zwei Partys in einem Waldstück bei Fangschleuse (Gemeinde Grünheide, Landkreis Oder-Spree) getanzt, als die Polizisten aus Erkner eintrafen und die Veranstaltungen auflösten. Wie die Polizeidirektion Ost mitteilte, hatte sie zuvor Beschwerden über Lärm erhalten. Außerdem seien mehrere Gruppen vom Bahnhof Fangschleuse in Richtung des Waldstücks unterwegs gewesen.

Ein Sprecher der Polizei teilte auf Anfrage des rbb mit, dass er von einer professionell organisierten Veranstaltung ausgehe. Es sei aufwändiges DJ-Equipment mit Soundsystem und eine Bühne vor Ort aufgebaut gewesen. Gegen zwei Männer im Alter von 23 und 30 Jahre werde jetzt ermittelt, sie sollen die Verantwortlichen der Partys sein.

Rauchen oder Fahren im Wald sind grundsätzlich verboten

In diesem Fall müssten sie mit einem deutlich höheren Ordnungsgeld rechnen, teilte das zuständige Ordnungsamt Grünheide mit. Denn zum Zeitpunkt der Feier galt in dem Waldstück die zweithöchste Waldbrandgefahrenstufe vier. Gemeinsam mit der Forstbehörde werde jetzt ermittelt, inwieweit gegen das Landeswaldgesetz verstoßen worden sei.

Grundsätzlich ist das Betreten des Waldes auch bei großer Trockenheit erlaubt. Allerdings dürfen Waldstücke ab der vierten Gefahrenstufe zum Schutz vor Bränden abgesperrt werden. Rauchen oder Fahren im Wald ist hingegen immer verboten.

"Es geht auch um den gesunden Menschenverstand"

"Vielen Menschen aus der Stadt ist wohl nicht klar, was die Waldbrandgefahr bedeutet", sagte Lars Kleinschmidt, Leiter der Landeswaldoberförsterei Hangelsberg, die das betroffene Waldstück bewirtschaftet. "Wenn es so lange nicht geregnet hat und so trocken ist, geht es einfach auch um den gesunden Menschenverstand."

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.06.2021, 14.30 Uhr

Beitrag von Isabel Röder

13 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 13.

    Also wussten alle Beteiligten, was passieren kann!
    Ist m.E. schon fast vorsätzlich, wenn man so ausgestattet in den Wald zieht.
    Gibt es dort kein anderes Party-Fleckchen als den Wald?

  2. 11.

    Kurz bevor die raves begannen gab es Einen heftigen Regenschauer. Außerdem waren Feuerlöscher, Löschdecken und jede Menge Aschenbecher Vorort.

  3. 10.

    Den Wald nicht mehr betreten,weil eine hohe Waldbrandstufe angeordnet wurde? Lächerlich.....

  4. 9.

    Ganz ehrlich es hat um 20 Uhr geregnet wie aus Eimern und der Boden war durchnässt bis zum nächsten Morgen. Wenn das Forstamt verschläft die Gefahrenstufe zu senken heißt das nicht dass tatsächlich Waldbrandgefahr bestand. Auch die Polizei meinte, dass es bis auf Ruhestörung kein weiteres Problem gäbe. Informiert euch mal besser RBB.

  5. 8.

    Ja Fußball, die Religion! Da sieht man leider den Unterschied. Um den Fußball bleibt es primitiv. Auch wenn das niemand hören will. Die Jugendlichen brauchen einen Platz, bitte nicht im Wald.

  6. 7.

    Wenn die erst mal fragen, dann wird es offiziell und die Probleme beginnen. Auch "nur" 100 Gäste bringen genug Müll mit oder müssen aufs Klo. Genau vor diesen Hinterlassenschaften wollen sich die Leute drücken. Also geht man lieber in Wälder.

  7. 6.

    Es besteht der Verdacht, dass Protest/Demo als kreativer Ersatz für die Clubszene und Freizeitgestaltung genutzt wird. Dafür kann man Verständnis haben, wenn andere genötigt werden, dann aber nicht und die Konflikte werden ausgetragen...Und wieder lernt man, dass es folgen hat, wenn man andere...

  8. 5.

    Der Fussball macht es doch z.Z. vor. Solch ein Verhalten wird doch in Wirklichkeit gebilligt und schon gar nicht sanktioniert.

  9. 4.

    Dass Ihnen, Herr 88, jüngere Menschen fremd sind, verwundert nicht. Aber vielleicht gibt es ja bald die Gelegenheit, in Spreeau legal zu raven. ;-=

  10. 3.

    Ja schon, aber doch nicht im Wald. Also wirklich. Ebenso kann man doch mal einen Bauern fragen, ob er ein bisschen Rasen für eine Nacht zur Verfügung stellt. So schwer dürfte das wohl nicht sein bei nur 100 Partygäste.

  11. 2.

    Das Problem ist doch ein ganz anderes. Auch wenn ich dieses egoistische Verhalten NICHT billige, kann ich verstehen, dass sich die Jugend nach Partys sehnt. Da sollte jedoch öffentlicher Platz gesucht werden! Illegal im Wald ist natürlich keine Lösung, wohl aber ein Ruf der Jugend nach Normalität. Fußball geht doch auch... Wieso eigentlich?

  12. 1.

    Die Luftbild-/ Drohnenaufnahme war aussagefähiger. Es war in den vergangenen Tagen trocken und heiß. Da hat niemand mehr die Waldflächen zu betreten. Wir sehen ja was es alles für Folgen gibt. Es muss dringend angewiesen werden, dass niemand den Wald zu betreten hat. Ausgenomen die Aufsichtspersonen. Oft genug sind gerade in Dörfern die Grundstücke bis an den Waldrand bebaut. Aber-diese Anwohner haben stets ein scharfes Auge auf den Wald und Fremdlinge in ihrer Nähe.

Nächster Artikel