Wasserknappheit in Brandenburg - Verband untersagt Rasenbewässerung im Niederbarnim

Eine Gartenschlauchrolle steht in einem Garten. (Quelle: dpa/Wolfram Steinberg)
Audio: Antenne Brandenburg | 09.06.2021 | Klaus Lampe | Bild: dpa/Wolfram Steinberg

Weil der Wasserdruck in Basdorf, Wandlitz und Oranienburg teils drastisch gesunken war, hat der Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverband nun ein Rasensprengverbot ausgesprochen. Die Versorgnung mit Trinkwasser sei sonst gefährdet. Von Robert Schwaß

Wegen der anhaltenden Trockenheit gibt es nun ein Trinkwasser-Sprengverbot im Niederbarnim. Laut einer Allgemeinverfügung darf in der Zeit von 17 bis 21 Uhr kein Trinkwasser für die Bewässerung genutzt werden [nwa-zehlendorf.de]. Wegen der hohen Entnahme habe es große Probleme bei der Wasserversorgung gegeben, sagt Matthias Kunde, Verbandsvorsteher des Niederbarnimer Wasser- und Abwasserzweckverbandes ZWA.

"So ein Verbot ist immer dann notwendig, wenn die Trinkwasserversorgung gefährdet ist", sagte Kunde dem rbb. "Und die Versorgung ist dann gefährdet, wenn der Verbrauch signifikant ansteigt." Der Zweckverband hatte demnach einen Anstieg des Wasserverbrauchs um etwa das Dreifache gemessen. "Anhand dieser Menge ist bereits belegt, dass es sich nicht um normalen Trinkwasserverbrauch, sondern um Beregnungswasser auf den Grundstücken handelt", sagte Kunde. Auch das Auffüllen von Pools habe wohl zu dem übermäßig hohen Wasserverbrauch beigetragen.

Wasserdruck ist gesunken

"Wenn man das auf den Tagesverbrauch herunterrechnet, der liegt bei um die 90 Liter pro Kopf und Tag, und der steigt auf 260 Liter", sagte Kunde vom Wasserzweckverband. "Technisch können wir das nicht beherrschen." Der Druck sei an einigen Messstellen auf unter ein Bar abgefallen und im Zeitraum zwischen 17 und 21 Uhr habe es in den vergangenen Tagen einige Betriebsstörungen gegeben. Daher nun das Bewässerungsverbot: Wegen der anhaltenden Trockenheit gilt es zunächst unbegrenzt.

Vom Verbot betroffen sind Basdorf, Wandlitz und einige Ortsteile von Oranienburg. Die Wasserknappheit hat sich bei einigen Bürgern dort auch schon bemerkbar gemacht, etwa bei einer Anwohnerin in Basdorf. "Wir merken das hier in unseren Obergeschossen", sagt sie. Der Wasserdruck sei abgesunken. "Das betrifft besonders die Toilettenspülung." Nachdem sich die Beschwerden häuften, zog der Wasserverband die Notbremse. Das Verbot sei notwendig, da die Versorgung mit Trinkwasser zweitweise nicht mehr gewährleistet gewesen sei.

Verband: Rasensprengen unnötig

Der Wasserverbandschef rief die Bürgerinnen und Bürger nun zu einem sparsameren Wasserverbrauch auf. "Das kalte Wasser verdunstet sofort, wenn es auf den erhitzten Boden im Garten oder auf dem Rasen trifft, das komm den Pflanzen gar nicht zugute", sagte er. "Deswegen unsere Emfehlung: Bitte gießen Sie nach 21 Uhr, oder in den frühen Morgenstunden. Der Boden ist dann abgekühlt, die Pflanzen freuen sich umso mehr."

Auch Rasensprengen sollte generell unterlassen werden, sagte Kunde. Besser sei es, vorrangig Blumen und Gemüse zu bewässern. Der Rasen hielte die Trockenheit hingegen durchaus auch mal aus. Anwohnerinnen greifen nun teils auf Wasser aus eigenen Regenreservoirs zurück. Doch auch solche Vorräte seien bald wohl verbraucht. Das Trinkwasser-Sprengverbot gilt täglich von 17 bis 21 Uhr. Verstöße können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 09.06.2021 um 16:40 Uhr

Beitrag von Robert Schwaß

25 Kommentare

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  1. 25.

    Schon vergessen?Vor einigen Jahren hat man eine Frau in Brandenburg in Polizei-Gewahrsam genommen um sie zwangsweise an den Abwasserkanal anzuschließen. Sie hatte eine eigene biologisch Kleinkläranlage und das gereigte Wasser (Trinkwasserqualität) wieder verwendet. So könnten alle Grundstücke auf dem Lande ausgestattet sein. Kreislaufwirtschaft im kleinen mit Grösstem Gewinn für die Natur. Aber die Verbände kassieren lieber und leiten das gereinigte (aber noch belastete) Wasser in die Vorfluter und dann ab ins Meer. Wer ist hier der Verschwender?

  2. 24.

    So lange es Genossenschaften wie die Berliner Baugenossenschaft eG gibt, die ihre Mitglieder dazu auffordern, Rasen zu springen, Planschbecken zu befüllen und jeglicher Wasserverschwendung zu fröhnen, wird sich das Problem nur weiter verstärken. Die BBG ist eine relativ große Genossenschaft mit vielen Wohnungen im Stadtgebiet- da kommt schon was zusammen.

  3. 23.

    ? . Igitt, mit wievielten Bakterien? Im Bezug auf Rasensprengen, muss es kein frisches Trinkwasser sein. Ach ja, Nein Neid für einen Pool hier in Berlin? Nein Nein.

  4. 22.

    Sehe ich auch so. Bei mir verbrennen manchmal auch einige Stellen im Garten. Hat mich nie gestört und irgendwann wuchs das wieder nach.

  5. 21.

    Bereits zu DDR Zeiten gab es, zumindest in Strausberg und Umgebung, zeitweise diese Gartenbewässerungsverbote. Nur mit dem Unterschied, dass diese von 5.00 Uhr bis 22.00 Uhr bis hin zu ganztägig galten. Meine Eltern waren selbstständig mit einer Gärtnerei, aber zu Hause hat sich mein Vater an die Zeiten gehalten und so manche Nacht, wurde dadurch sehr kurz. Es muss nicht immer englischer Rasen in Golfplatzqualität sein, den Pflanzen schadet es nicht. Aber mal ein Hinweis, wie in den USA in Wüstengegenden mit Rasen bei Wassermangel umgegangen wird : 1. Generelles ganztägiges Sprengverbot mit drakonischen Strafen. 2. Wenn jemand den Rasen "schön grün" haben möchte, sie haben dort eine wasserlösliche biologisch abbaubare grüne Farbe entwickelt, die wird dann auf den welken Rasen gesprüht. Schon sieht der Rasen für mindestens 6 Wochen grün aus. Falls es regnet, wird die Farbe ausgewaschen und der Naturrasen erholt sich von selbst... Aber ganz ehrlich, der Wassermangel ist durch die derzeitigen Wasserkonzepte und nicht nur durch den Klimawandel auch ein ganzes Stück hausgemacht! Da muss generell beim Wasser umgedacht werden und speziell die Ableitung von geklärtem Abwasser aus den Kläranlagen auf ein Minimum reduziert werden...

  6. 20.

    Und das macht auch Sinn,da das Wasser so direkt wieder ins Grundwasser gelangt und nicht mühevoll in einer Kläranlage gereinigt und aufbereitet werden muss,um als Trinkwasser genutzt werden zu können.

  7. 19.

    Sie haben aber schon gemerkt, dass das hier beschriebene Bewässerungsverbot nichts mit Wassermangel zu tun hat, sondern mit dem Zusammenbrechen des dynamischen Drucks in den Trinkwasserversorgungssystemen?

    ich bin heilfroh, mir vor 15 Jahren einen Brunnen angelegt zu haben. Hat sich bisher dutzendfach amortisiert. Einen 7.5kbm-Regenwasserspeicher hatte ich zuvor. Der war nach 2-3 maliger Beregung durch die Beregnungsanlage leer. Also bei einer Woche ohne Regen staubtrocken. Der Grünstreifen und die Bäume vor meinem Grundstück auf öffentlichem Land freuen sich auch über frisches, wenn auch für manche Pflanzen etwas zu kaltes Brunnenwasser.

  8. 18.

    Autofabriken bringen Arbeitsplätze. Sonst wird allenthalben gejammert, dass sich niemand um den armen Osten kümmert…. Jetzt gibt Aufmerksamkeit von Weltrang und es ist auch nicht recht. Wer jammern will…

  9. 17.

    Wer das verschwundene Wasser sucht sollte sich mal die vielen neuen Seen die in der Lausitz entstanden sind bzw. immer noch am entstehen sind anschauen.
    Da wird das ganze Jahr über Wasser reingepumpt ohne wenn und aber. Der Mensch braucht ja ganz dringend in jedem Kreis einen Badesee.
    Diese Seen sind Fässer ohne Boden.

  10. 16.

    Durch den Klimawandel wird es trockener, die Grundwasserspiegel sinken. Unsere Bäume können sich nicht mehr gegen Schädlinge wehren und sterben. In der Stadt sollen Bürger in Hitze- und Trockenperioden "ihre" Straßenbäume gießen. Die Natur,- die CO2 aus der Atmosphäre bindet und uns den lebenswichtigen Sauerstoff produziert,- dürstet.- Wir müssen alle lernen Wasser nicht zu verschwenden sondern sorgsam zu gebrauchen,- damit auch wir weiterhin Trinkwasser haben!- Regenwasser für die Garten- und Balkonbewässerung aufzufangen ist gut;- soweit möglich auch Brauchwasser(z.B.aus dem Aquarium!- Beschattung soweit möglich ist gut!- Spät abends,- noch besser früh morgends gießen ist wichtig;- gegen Verdunstungsverlust,- und weil die Sonne auf den nassen Pflanzen die Blätter verbrennt.-

  11. 15.

    Hm...Autofabriken in Brandenburg bauen, die einen gigantomatischen Wasserbedarf haben, aber beim Bewässerung verbieten......

  12. 14.

    Das habe ich auch entschieden - Rasen sprengen? Ne. Gras ist das, was draußen als "Kräuter" oder Unkraut wuchert, da sprengt auch keiner. Nach Regen kommts wieder, ab und an vertrocknet es - und so viel wässern, dass es Golfrasen ist, das geht eh kaum. Der Tag hat nur 24 Std ;-)
    Womit wir beim Thema wären: hier außerhalb im Speckgürtel sind unzählige Golfclubs. Und Spargelfelder. Wer beschränkt denn die mal???

  13. 13.

    Bei zu großer Hitze und Sonnendauerbestrahlung habe ich so oft schattiert. Stahlbügel über die Beetbreite und Bettlaken etc-alt-zusammengenäht. Auch alte Übergardinen. Im Urlaub ist alles möglich. Verreisen ja nicht alle. Im Garten ist es auch schön.

  14. 12.

    Einfach am Morgen gießen ... das mögen die eh viel lieber. ;-) Und die meisten Pflanzen halten mehr Trockenheit aus, als manch einer denkt. Ordentlich gießen und dann schaffen sie es auch eine Woche und länger ohne Wasser.

    Ansonsten habe ich Nachbarn, zwei Erwachsene mit Minipool (3,60 m Durchmesser) zur Deko, der Rasen wird jeden Tag mit Frischwasser !!! bewässert, alle 2 bis 3 Tage gemäht und ordentlich Dünger drauf. Von daher ist das Bewässerungsverbot durchaus verständlich.

    Dekopools sollte man wirklich verbieten, über die Notwendigkeit anderer Pools kann man sich streiten ... Ich bin für ABSCHAFFEN.
    Brandenburg hat mehr als genug Seen und Freibäder.

  15. 11.

    Hallo "Teddy", das ist alles richtig nd gut. Das Problem ist der Füllstand. Sag mal ehrlich. Wir haben hier in einer halb überdachten Tiefgarage 2 riesige Versickergruben. Wir sind eine WEG und ich schlage immer wieder vor Regenwasser nicht dahin zu leiten; zumindest einiges abzuleiten in entspr. Behälter. Technisch alles möglich. Verwalterin hat Null Ahnung. Fange auf meiner Dachterrasse stets das Regenwasser auf. Es reicht aber nicht.

  16. 10.

    Was ist mit den Blumen und Bäumen? Es sind auch Lebewesen, die Wasser benötigen.

  17. 9.

    Ihre Verschwörungstheorie fällt in sich zusammen, wenn man ähnliche Pressemeldungen aus Vir-Corona-Zeiten nur querliest.

  18. 8.

    Eine Poolfüllung hält 2-3 Jahre? Man sollte sich lieber ein anständiges Seegrundstück leisten können.

  19. 7.

    Das Problem besteht bei mir nicht. Meine ehemalige Abwasswersammelgrube 7,5 Kubikmeter ist ein hervorragendes Regenwasserreservoir für die Gartenbewässerung

  20. 5.

    sie sind neidisch oder was? Eine Poolfüllung halt locker2-3 Jahre. Also was soll Ihre aufregerei. Immer diese Verbote und Bestraferei nerven langsam. Wenn sie sich kein vernünftiges Grundstück leisten können ist das nicht schlimm aber nerven Sie nicht andere Eigenheimbesitzer

  21. 4.

    ich musste letztens sogar noch lernen, dass Wasserversorger gezwungen sind für Gartenwasser (Pool, Pflanzen gießen usw.) also Nutzungen des Wasser, wo das Wasser nicht in die Kanalisation gelangt, einen extra Wasserzähler anzubieten, um die Abwassergebühr sparen zu können.

    Da würde ihr Vorschlag der bisherigen Verordnungslage ja komplett zuwiderlaufen.

  22. 3.

    Manch eine Annahme ist ziemlich verquer.
    Wer nutzt teueres Leitungswasser und lässt sein Regenwasser in der Regentonne? Niemand.
    Wer sprengt seinen Rasen mit Wasser in der prallen Sonne? Kaum einer.
    Wer duscht nach der Arbeit ab 17:00 Uhr? Sehr viele.
    Der Bericht offenbart eine sehr dubiose Denkweise. Corona-Einschränkungen verleiten wohl zu mehr Machtgehabe!?

  23. 2.

    Mir immer wieder unbegreiflich wieso Leute ihren Rasen mit frischen Trinkwasser regelmäßig sprengen. Unsere Genossenschaftverwaltung hat schon vor über 10 Jahren diese abgeschafft. Und dem Rasen hat es nicht geschadet. Selbst im brütend heißen Sommer nicht.

  24. 1.

    Vorschlag: Mit einer Überfliegen alle Poolbesitzer ausfindig machen, separate Wasseruhr installieren lassen, 5-fachen Wasserpreis einfordern.

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