Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) - Hochgiftige Säure bei Brand von Stromspeicher ausgetreten

Brand auf dem Flugplatz Neuhardenberg (Quelle: privat)
Video: Brandenburg aktuell | 18.07.2021 | Karsten Zummack | Bild: privat

In Märkisch-Oderland ist in der Nacht zu Sonntag ein Batteriegroßspeicher in Brand geraten. Die Anlage am Flugplatz Neuhardenberg musste mit einem Großaufgebot der Feuerwehr unter besonderen Schutzvorkehrungen gelöscht werden.

Im Solarpark am Flugplatz Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) ist in der Nacht zum Sonntag ein Batteriegroßspeicher in Brand geraten. Die Brandursache ist bisher unklar, teilte die Polizei am Sonntag mit. Die Feuerwehr habe den in Flammen stehenden Container erst in den Morgenstunden vollständig löschen können.

Wegen des Materials hätten die mehr als 100 Einsatzkräfte unter besonderen Schutzmaßnahmen gearbeitet. Beim Löschvorgang war hochgiftige Fluorwasserstoffsäure - auch bekannt als Flusssäure, sagte Kreisbrandmeister Sebastian Nestroy dem rbb. Zwölf Einsatzkräfte meldeten sich vorsorglich zur 24-Stunden-Beobachtung im Krankenhaus. Zudem wurden Bodenproben genommen, die nun ausgewertet werden.

Brand am Flugplatz Neuhardenberg (Quelle: privat)
| Bild: privat

Die Flusssäure sei in geringer Konzentration ausgetreten, so Nestroy, "für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit Gefahr". Die Löscharbeiten hätten sich schwierg gestaltet: Zwar wurde wie bei einem normalen Brand Wasser eingesetzt, sagte Nestroy. "Löschen kann man die Akkus nicht, weil sie bei der Zersetzung Sauerstoff produzieren, deswegen kann man sie eigentlich nur runterkühlen."

Strom für 52.000 Haushalte

Die Polizei gab den Schaden unter Berufung auf den Betreiber mit rund einer Million Euro an. Ermittlungen zur Ursache des Brandes seien eingeleitet worden. Nach Angaben des Airportparks könnten mit der installierten Gesamtleistung des Solarparks bis zu 52.000 Vier-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden.

Landrat kündigt Überprüfung an

Dass beim Brand gefährliche Säure ausgetreten ist, müsse nun aufgearbeitet werden, sagte Landrat Gernot Schmidt (SPD) dem rbb. Zu prüfen sei demnach, ob der Betreiber die örtliche Feuerwehr ausreichend informiert hatte und alle Sicherheitsmaßnahmen bei den Speichereinheiten eingehalten wurden. "Es zeigt, dass die Erneuerbaren Energien im Katrastrophenfall eine andere Herangehensweise der Feuerwehr benötigen", so Schmidt.

Die Solaranlage in Neuhardenberg gehört laut Schmidt zu den größten in Europa, der Batteriespeicher sei zudem ein Modellprojekt. "Ich hoffe, dass wir so eine Situation nicht noch einmal haben."

Sendung: Brandenburg aktuell, 18.07.2021, 19:30 Uhr

35 Kommentare

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  1. 35.

    Anmerkung zum Statement des LR im Video:
    In Brandenburg heißt es richtigerweise Landesbrandirektor, nichtLandesbrandmeister.
    Im Übrigen scheint es löblich eine Information an den Landesbranddirektor und das Innenministerium (MIK) für eine gezielte Auswertung zu geben. Es klang etwas nach Zweifeln an der Bewältigungskapazität der freiwilligen Feuerwehren für Einsätze solcher Art?!?
    Liegt nicht aber die Aufsicht über die Feuerwehren und damit deren Leistungsfähigkeit bei den Kreisen? Wieso muss immer erst etwas passieren bevor genau hingeschaut wird, ggf. auf Kosten der Gesundheit!?

  2. 34.

    Der geringe Anteil von HF im Rauchgas stammt sicher von verbrannter Plastikummantelung. Mit Tetrafluorpropen hat das alles nichts zu tun. Nur mal am Rande erwähnt.

  3. 33.

    Man wird sich reichlich überlegen ob ein derart großer Speicher nach dieser Technologie das Optimum ist. Welche Erfahrungen hat man bisher mit dem realisierten "Eisen"-Speicher gemacht ?

  4. 32.

    Mal was zur Namensgebung: Ich lernte mal, dass man HF früher auch eben in Flüssen "entdeckte". Deshalb Flusssäure. Natriumfluorit ist eben nur ein Salz der Flusssäure. Fluor kommt in vielen Gegenden sogar mit zu hoher Konzentration vor. Kinder bekamen dort zwar kaum Karies aber übel gestaltete Zähne; wellige Oberfläche etc. Natürlich reduziert man heute Fluor auf erwünschte Konzentration oder führt es sogar zu. Kommt nun gar HF in Wunden kann es sehr übel werden.

  5. 31.

    Das hab ich in einem von mir betreuten Projekt anders erlebt. Das ganze vollumfänglich mit Erkennung, Meldung, Löschen alles aus dem Hause Siemens. Und Zubrot war es auch nicht da wir in verschiedene Teilanlagen aller Art von diversen Herstellern bzw. Anlagenbauern rein mussten.
    Brandschutz ist eine ziemlich große weltweite Abteilung bei Siemens BT.
    Die haben passend zum Thema auch ein paar Infos zu Batteriespeichern und Brandschutz aufbereitet.
    https://new.siemens.com/de/de/produkte/gebaeudetechnik/brandschutz/applications/li-ion-battery-storage-system.html

  6. 30.

    Haben Sie überhaupt eine Vorstellung, was Flusssäure ist? Das ist so ziemlich mit das fieseste und ekligste, mit dem es die Feuerwehr beim Löschen zu tun bekommen kann.
    Und bei einem überhitzenden Akku sind Selbstlöschsysteme eben auch nicht die alleinige Lösung, weil die Energie für den Brand nun mal leider im Akku gespeichert ist. Da reicht Luftabschluss nun mal nicht aus, es hilft nur massive Kühlung. Blöderweise kann genau dabei aber dann auch das oben genannte fiese Zeug entstehen.

  7. 29.

    Ihre inflationäre demokratische Vorverurteilung zukünftiger Kommentare überzeugt hier keinen, berechtigte Bedenken sind legitim zu debattieren...z.B.die Leistungsgrenze der von Ihnen aufgeführten Nordlink Trasse, welche kaum einen nennenswerten Beitrag zur Systemstabilität beitragen kann.

  8. 27.

    Naja, gerade die Gas-Löschanlagen sind bei Siemens eher Zubrot, wenn die sowieso die Gebäudeautomation übernehmen. Vieles kaufen die von anderen zu. Dabei waren die eine der ersten, die z.B. für Trafostationen schon zu Kaisers Zeiten automatische Gaslöschanlage patentiert bekommen hatten.

  9. 26.

    Wieder einmal wissen Sie nicht um was es geht und belehren nun auch schon die Feuerwehr. Es geht um Flusssäure und nicht um Fluorwasserstoff.

  10. 25.

    "Zwölf Einsatzkräfte meldeten sich vorsorglich zur 24-Stunden-Beobachtung im Krankenhaus. " laut RBB-Bericht.
    "Flusssäure, auch Fluorwasserstoffsäure genannt (zur Namensgebung siehe Fluorit), ist die wässrige Lösung von Fluorwasserstoff (HF). Flusssäure ist eine farblose, stechend riechende, hochgiftige Flüssigkeit. Sie greift selbst Glas stark an und wirkt stark ätzend auf die Haut, die Schleimhäute und die Bindehaut der Augen, wobei schon eine geringe Exposition (bspw. durch dermale Aufnahme) schnell zum Tod führen kann."
    Quelle: Wikipedia
    Hatten Sie kein Chemie in der Schule oder warum verbreiten Sie solchen hanebüchenen Unsinn:
    "Komischerweise tragen auf den Fotos keiner schweren Atemschutz und die haben überlebt....."
    Menschenverachtend nenne ich das.

  11. 24.

    Es war ja klar, trotzdem schade, dass hier natürlich wieder die Energiewende Gegner und Klimawandel Leugner dich versammeln....

    Das es zb auch Nordlink gibt, sodass wir überschüssigen Strom in norwegischer Wasserkraft speichern können interessiert ja keinen. Das wir erst einmal gut regelbare Gaslraftwerke brauchen, die viel sauberer sind, auch egal. Dass wir wahrscheinlich H2 Importe und Speicherung für den Winter brauchen werden auch egal....

    Blöde erneuerbare Energien es leben die Atom und Kohlekraft.

    Starkregen macht dem waschechten Brandenburger nüscht.....

  12. 23.

    Bei solchen Anlagen sind frühzeitige Branderkennung wichtig, z. B. Ansaugbrandmelder. Dazu dann eine Löschanlage zur Brandunterdrückung. Entweder mit Gasen, gibt sehr gute High-Tech Löschgase oder eine Sprinkleranlage. Gibt's alles bei Siemens.

    HF Fluorwasserstoff im Brandgas ist mal wieder Panikmache. Komischerweise tragen auf den Fotos keiner schweren Atemschutz und die haben überlebt.....

  13. 22.

    Das zarte Pflänzchen der Ironie haben sie in der Antwort von Turl wohl übersehen? Wär mir beinahe auch passiert ;-).

  14. 21.

    Ich war früher im Gefahrstoffzug meiner Heimatstadt, Sie würden sich wundern wie professionell sowas abläuft.

    Wir hatten auch mehrere Hauptamtliche Feuerwehrleute in der 30k Einwohnerstadt.

    PS: Tesla bzw. Die beauftragte Firma sucht für Grünheide vielleicht noch Werksfeuerwehrleute. Gehalt ein mehrfaches des durchschnittslohn in BB...

  15. 20.

    Hat das jemand behauptet? Außerdem war Whataboutism noch nie zielführend.

  16. 19.

    Das einzige was hilft, Strom sparen. Jeder sollte mal seinen Verbrauch und sein Konsumverhalten überprüfen. Vielleicht sollte man den Strom pro Person zuteilen.

  17. 18.
    Antwort auf [David Lejdar] vom 18.07.2021 um 15:49

    Sehe ich auch so, aber die FFW ist wichtig, aber sie werden mit Sicherheit nicht genug unterstützt ins Sachen Schulungen. Aber dennoch ist eine "zusätzliche" FFW schon sehr sinnvoll. Nur durch eine Berufsfeuerwehr zu ersetzen macht glaube wenig Sinn, man sieht es ja an den Krankenhäusern... Dann hat man ganz andere Probleme.

  18. 17.

    Also Mehr Berufsfeuerwehren ! Da bin ich ganz bei Ihnen ! 48 Std.-Schichten ! Angespuckt, beleidigt, bedroht, angegriffen, geschlagen werden ! Sparschwein von Regierung und Parlament sein und bleiben ! Um Überstunden betrogen und dafür dann noch verarscht werden ! - Wir brauchen viel mehr Berufsfeuerwehren ! In der Regel städtische oder Landesbeamte, weil Die Versicherungstechnisch unschlagbar Billig sind. Wollen Sie dafür wirklich soviel mehr bezahlen ?

  19. 16.

    Wie ich Ihrem Kommentar entnehmen, kennen Sie die Brandursache. Dürfen Sie die uns verraten?

    Andere Staaten sind übrigens in Bezug auf solche Kurzzeitspeicher schon viel weiter, z.B. Australien. Übrigens ist D. Netto-Stromexporteur. Dabei sollten Sie sich auch einmal informieren, wie groß die Übertragungskapazität in/aus unseren Nachbarländer ist.

    Wie hoch die Konzentration an HF in den Brandgasen gewesen ist, sieht man an der "umfangreichen" Schutzausrüstung auf den Fotos. Raten Sie übrigens mal, was in den Brandgasen bei einem normalen Wohnungsbrand enthalten ist und warum die Feuerwehr dort nur mit schwerem Atemschutz vorgeht.

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