Zwischen Neuenhagen und Hennigsdorf - Klagen gegen Stromtrasse abgelehnt

Symbolbild: Zwei Monteure arbeiten an einer Hochspannungsleitung in Nordrhein-Westfalen (Bild: dpa/Jochen Tack)
Audio: Brandenburg aktuell | 27.07.2021 | Ismahan Alboga | Bild: dpa/Jochen Tack

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat mehrere Klagen gegen eine neue Stromtrasse nördlich von Berlin zurückgewiesen. Damit kann die Hochspannungsleitung von Neuenhagen bis nach Hennigsdorf gebaut werden.

Das Bundesverwaltungsgericht hat die Planungen für eine neue Stromtrasse nördlich von Berlin bestätigt. Das Gericht in Leipzig wies am Dienstag Klagen der Gemeinde Birkenwerder (Oberhavel) sowie eines Umweltverbandes und eines Ehepaares gegen das Vorhaben ab. (Az.: BVerwG 4 A 13.19 und 4 A 14.19)

Bei der Trassenwahl für den "Berliner Nordring" seien keine Fehler gemacht worden, hieß es zur Begründung. Auch die Öffentlichkeit sei in dem Verfahren ausreichend beteiligt worden.

Die neue 380-Kilovolt-Höchstspannungsleitung soll von Neuenhagen (Märkisch-Oderland) über Wustermark (Havelland) nach Hennigsdorf (Oberhavel) führen. Die Klagen richteten sich gegen den östlichen, rund 42,5 Kilometer langen Abschnitt.

Das Unternehmen 50Hertz plant die Errichtung von 115 neuen Strommasten. Die Trasse folgt zwar weitgehend einer bestehenden Stromleitung aus dem Jahr 1958, allerdings sind die neuen Anlagen viel mächtiger.

Alternative Trassenführung scheidet laut Gericht aus

Der Bürgermeister von Birkenwerder, Stephan Zimniok, sagte am Dienstag dem rbb, es sei nie darum gegangen, die Stromtrasse zu verhindern. Der Strom solle natürlich befördert werden, "aber nicht über die Köpfe der Menschen hinweg und nicht durch ein Siedlungsgebiet". Die vorgeschlagenen Alternativen seien seiner Meinung nach im Planfeststellungsverfahren nicht ausreichend geprüft worden.

Die Gemeinde Birkenwerder hatte die Trasse als "ein Musterbeispiel unüberlegter und profitorientierter Planung" bezeichnet. Sie hatte entweder eine weiträumige Umgehung ihres Gemeindegebietes oder eine Tunnellösung gefordert. Aus Sicht des Gerichts schieden diese Varianten aber aus, weil das Energieleitungsausbaugesetz die Errichtung von Freileitungen vorsieht.

Das klagende Ehepaar fürchtete eine "erdrückende Wirkung" eines bestimmten Mastes, der deutlich näher als der bestehende an ihr Haus heranrücken soll. Die Wirkung konnten die Bundesrichter allerdings nicht erkennen.

50Hertz: Keine weiteren Rechtsmittel mehr möglich

Der Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz nahm die Gerichtsentscheidung "mit Erleichterung" zur Kenntnis, wie er am Dienstag mitteilte. Der 380-Kilovolt-Nordring trage maßgeblich dazu bei, Wirtschaft und Industrie im Netzgebiet von 50Hertz dekarbonisieren und die Verbraucherinnen und Verbraucher mit immer mehr grünem Strom versorgen zu können.

Das Urteil sei in letzter Instanz gefällt worden, sagte Pressesprecher Volker Gustedt dem rbb. "Das heißt, es gibt hier keine weiteren Rechtsmittel mehr." Für 50Hertz bedeute das, dass das Unternehmen die Leitung vollenden könne.

32 Kommentare

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  1. 32.

    bisschen blöd ist es schon wenn Cent und Pfennig verwechselt werden
    zudem es ging um die DDR

  2. 31.

    Also ehrlich Herr Nielson...
    wenns bei ihnen im Abstand von 100 Metern und mehr zu einer Hochspannungsleitung in der Bude brummt, sollten Sie diesem Ohrgeräusch mal auf den Grund gehen durch Arztkonsultationen oder Elektrikfachleute in ihrer Bude.
    Bei uns hier geht eine solche Hochspannungsleitung mitten durch 2 Wohnkomplexe in gerade mal 100 Metern Entfernung zu den Blöcken. An dieser Leitung lang leben über 1000 Menschen. Die Betonung liegt auf leben! ... immer noch, trotzem diese Leitung dort schon fast 50 Jahre entlang steht. In den Wohnungen brummt nix, außer der Kühlschrank oder der Ventilator. Wenn man bei richtig feuchter Luft / Nebel mal unter dieser Leitung steht, dann hört man schon ein Knistern und Brummen. Aber eben nur bei diesen wenigen Wetteranlässen. Die Masten sind auch nicht so hoch, weil ja ein Sicherheitsabstand eingehalten werden muss. Die Trassierung mit Sicherheitsabständen ist auch Teil der öffentlichen Planungsvorgänge.

  3. 30.

    Die Leute ,die dort wohnen, sind nicht zu beneiden !

  4. 29.

    Tatsächlich darf unter den Kabeln von neuen Trassen keine Wohnbebauung sein, sehr wohl aber der dazugehörige Garten mitsamt Gartenhäusern.

    Wenn das mit den AKWs kein Problem ist, gibt es wohl in Frankfurt bei Ihnen einen geeigneten Standort? Das Hauptproblem bleibt auch einfach der Atommüll, aber gut das Problem hat man ja jetzt auf jeden Fall an der Backe.

    Manche Reaktoren waren auch 2011 einfach Schrott, wie zb Krümmel. Ich würde mir von unseren Nachbarländern auch mal wünschen, wenn die wenigstens ihre Schrottreaktoren runterfahren würden. Bei 5 der jetzigen noch 6 AKWs in DE kann man von einem guten Sicherheitsniveau ausgehen (Grundremmingen C würde ich das mal absprechen), sodass ich nicht sooo die Eile hätte, aber die angebliche Auslegung auf 65 Jahre Betrieb bei der Konvoi Baureihe halte ich auch für Schwachsinn.

  5. 28.

    8 Pfennig waren und sind heute auskömmlich Index bereinigt. Rendite/ Mehrwertsteuer/diverse Umlagen und Vorabfinanzierungen ist da nun nicht mehr drin. Der Strom soll nicht mehr nur nach Bayern sondern auch nach Italien geliefert werden. Es ist ja schließlich eine Europatrasse. Von hier ansässigen Nutzern vorfinanziert.

  6. 27.

    Dieseer Ersatzneubau hat allerdigns einen anderen Verwendugnszweck:
    "Der 380-kV-Nordring Berlin erhöht die Versorgungssicherheit im Großraum der Hauptstadt und stärkt die Netzanbindung des Stahlwerks im brandenburgischen Hennigsdorf. "
    Schauen Sie sich dazu auch mal den Trassenverlauf an:
    https://www.rbb24.de/content/dam/rbb/rbb/rbb24/2021/2021_07/Presse/Stromtrasse.png

    Dazu auch eine anderer, bereits laufende Maßnahme:
    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2021/03/berlin-strom-kabeldiagonale-tunnel-city-west-marzahn.html

  7. 26.

    Wie entnehmen Sie meinem Kommentar eine fehlende Ahnung zum Umweltschutz? Ich sage Ihnen, dass ich mit Umwelt- und Naturschutz nicht nur privat zu tun habe. Im Übrigen habe ich von Umweltschutz nichts erwähnt im Kommentar.

  8. 25.

    Na klar, stürzt ja fast täglich so ein Mast um. Es kann auch morgen ein Flugzeug über ihrem Haus abstürzen. Nach Fokushima wurden ja auch die KKW schnell abgestellt, weil Deutschland regelmäßig von Tsunamis heimgesucht wird. (Ironie aus)Jeder will Strom, aber die Erzeugung und den Transport bitte nicht vor der eigenen Tür. Man kann es nicht mehr nachvollziehen.

  9. 24.

    Die Klage ist ja nur noch die Kirsche auf der Verzögerungstorte. Schon die Planungen dauern in D. Jahrzehnte, da jeder Regionalfürst, NIMBY oder Naturschutzverband sich früh einbringen darf. Beim Ersatzneubau der Hochspannungsleitung am Rand der Schorfheide ist man seit 15 Jahren zu Gange, bei anderen Projekten wie der Y-Trasse der Bahn sogar mindestens seit den späten 80ern ohne dass sich eine Lösung abzeichnet.

  10. 23.

    Sie glauben sicher heute noch dass 8 Pfennig pro Kilowattstunde rentabel waren?

  11. 21.

    Ihren Kommentar nach, haben sie keine Ahnung von Umweltschutz.
    Übrigens werden die Freileitungen an der gleichen Stelle wie die Alten gebaut. Vielleicht einfach mal das Video schauen.

  12. 20.

    Naja die Stromleitung nicht, aber Umspannwerke brummen schonmal. Das muss ich leider selbst bestätigen, bei 40m zum nächsten 110kV Umspannwerk der Stadt. Ist aber wirklich nicht weiter schlimm, hört man nur wenn sonst totenstille...

  13. 19.

    Ich komme aus der Branche und kann Ihnen versichern, was Sie da schreiben ist kompletter Unfug, um nicht zu sagen Schwachsinn.

  14. 18.

    Ich komme aus der Branche und kann Ihnen versichern, was Sie da schreiben ist kompletter Unfug, um nicht zu sagen Schwachsinn.

  15. 17.

    Das BVA hat entschieden, dass die Planung nach dem geltenden Recht erfolgt, nicht mehr und nicht weniger. Wir brauchen Strom und das bringt natürlich auch Unannehmlichkeiten für Einzelne. Das betrifft auch Straßen, Bahnlinien, Fluglinien und Hochwasserschutzanlagen. Kein Mensch reisst sich darum, trotzdem sind sie notwendig für die Allgemeinheit. Ich bin froh in einem Land zu leben, indem es möglich ist Bauvorhaben zu kritisieren und Gerichte anzurufen, damit das Recht aber auch Unrecht zu entscheiden.

  16. 14.

    "Unsere Natur wird verschandelt , nur weil Bayern Strombedarf hat und selbst seine schöne Landschaft ohne Windräder etc. nicht verbauen will"

    Ja, das mit Bayern stimmt, zumindest so weit, dass diese ihren Anteil eher auch nicht tragen wollen. Allerdings geht es den Brandenburgern da ja genau so.

    Aber wenn bereits in ihren Augen Strommasten die Landschaft verschandeln, wie ist es dann mit dem Tagebau? Oder möchten sie lieber eine Atommülldeponie in ihrer Nähe haben? OK, die Luftverschmutzung wird ja weltweit verteilt und die meisten Probleme bekommen andere auf der Welt. Aber zeigen die Bilder aus Ahrweiler denn wirklich schönere Landschaften? Oder die Wälder mit ihren Brand- und Dürreschäden?
    Und was meinen sie, wie in nicht ferner Zukunft die Felder und Gärten in ihrer Umgebung aussehen, wenn sie nicht mehr gewässert werden dürfen? Das sind alles auch keine schönen Aussichten- da finde ich ein paar Strommasten, genauso wie Windräder, nun wirklich das wesentlich kleinere Übel!

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