Strecke gesperrt - Zug entgleist zwischen Angermünde und Stettin

Auf der Bahnstrecke zwischen dem polnischen Stettin (Szczecin) und Tantow in Brandenburg ist am 29.07.2021 ein Zug entgleist. (Quelle: dpa/Marcin Bielecki)
Audio: Antenne Brandenburg | 29.07.2021 | Robert Schwaß | Bild: dpa/Marcin Bielecki

An der polnischen Grenze ist am Donnerstagmorgen ein Zug an einem Bahnübergang mit einem Lkw zusammengestoßen und entgleist. Acht Menschen wurden leicht verletzt. Die Zugstrecke bleibt bis Sonntag gesperrt.

Auf der Regionalbahnstrecke RB 66 zwischen Angermünde und Stettin ist am Donnerstag auf polnischer Seite ein Regionalzug entgleist. Nach Angaben der Deutschen Bahn war der Zug bei einem Bahnübergang in dem Dorf Kolbaskowo mit einem Lastwagen kollidiert.

Bei der Kollision wurde der erste Triebwagen sehr stark beschädigt, der zweite Triebwagen ebenfalls leicht deformiert, hieß es. Die Höhe des Schadens sei unklar.

Busse als Ersatzverkehr eingesetzt

Dabei sollen der Lkw-Fahrer und sieben Fahrgäste leicht verletzt worden sein, bestätigte ein Sprecher der Deutschen Bahn AG in Berlin. Der Lkw-Fahrer habe sein Fahrzeug aus eigener Kraft verlassen können. Ins Krankenhaus musste jedoch niemand. Die übrigen 33 Fahrgäste in der Regionalbahn sollen vor allem leichte Verletzungen wie Schürfwunden und Prellungen erlitten haben.

Nach Angaben der Deutschen Bahn wird die Strecke zwischen Tantow und Stettin bis Sonntag komplett gesperrt. Dort fahren ersatzweise Busse. Reisende sollen von Berlin bis Angermünde weiter mit Zügen fahren. Von Mecklenburg-Vorpommern aus ist die polnische Großstadt Stettin sonst über die Ost-West-Bahnstrecke von Neubrandenburg über Pasewalk nach Grambow erreichbar.

Sendung: Antenne Brandenburg, Regionalnachrichten, 29.07.2021, 10:30

16 Kommentare

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  1. 16.

    Danke für die Info/das Foto. Die Straße dort hat tatsächlich mehr den Charakter eines Feldweges Ich kenne die Strecke vom Zug aus. Auf der einen Seite gibt es zwar zunehmend Wohnbebauung, auf der anderen aber quasi nur ein großes Nichts aus Wiesen und Feldern. Da gibt es nicht mal mehr eine Ortschaft, nur einzelne kleine Gehöfte janz weit draußen und dann gleich die Grenze.

  2. 15.

    Der Übergang ist mit einem Blicklicht gesichert. Die Straße dort sieht allerdings auch nicht gerade wie eine Hauptverkehrsstraße aus:
    https://www.spiegel.de/panorama/polen-auf-bahnstrecke-zwischen-stettin-und-berlin-kollidiert-zug-mit-lastwagen-a-8ca9b66e-24d6-492e-87a7-94e4b734d0d5

  3. 14.

    Das Kreuzungen niveaufrei sein *müssen*, gilt zumindest hierzulande laut EBO erst bei bei Streckenzulassung für Geschwindigkeiten oberhalb 160 km/h. Die Bahnübergänge werden vor allem aus Komfortgründen für Autlernde ersetzt, damit die nicht zu lange vor der geschlossenen Schranke warten müssen, sondern zügig weiterMIVen können.

    Von 16.871 Bahnübergängen waren in D. im Jahr 2016 rd. 2/5 nicht technisch gesichert, vor allem an Nebenstrecken. Hier in Polen will der LKW Fahrer durch die Sonne geblendet worden sein, so dass er das rote Blinklicht übersehen haben will.

  4. 13.

    Nur zur Info: Die betroffene Strecke liegt in Polen und dort fährt neben ein paar ganz wenigen Güterzügen nur diese eine grenzüberschreitende Regionalbahn, maximal einmal pro Stunde und Richtung. Es ist also eine absolut untergeordnete Nebenstrecke. Ich bezweifle, dass der Übergang sogar ein Blinklicht hat. Der Zug fährt dort extrem langsam und hupt mehrfach. Wenn ein Autofahrer das alles ignoriert und nicht vorschriftsmäßig am Andreaskreuz anhält, was auch in Polen an unbeschrankten Bahnübergängen vorgeschrieben ist, wenn man die Strecke nicht einsehen kann, dann hat der Triebfahrzeugführer des Zuges gar keine Chance. Ein Glück, dass nichts Schlimmeres passiert ist! Solche Unfälle haben auch schon Tote gefordert. Dürfte hier aufgrund der relativ geringen Geschwindigkeit auf diesem Abschnitt sein, dass es noch relativ glimpflich ausgegangen ist.

  5. 12.

    ... also ist er gesichert! Wer bei Rotlicht über eine Schienenkreuzung fährt macht eben einen gravierenden Fehler, der nur zu selten hart bestraft wird.

  6. 11.

    Und was genau fährt Ihrer Meinung nach auf Nebenstrecken? Welche Zugklasse gibt es denn unterhalb des RB?

  7. 10.

    Na das erklärt es ja. Warum es heutzutage sowas noch gibt ist ein Rätsel. Auf irgendwelchen Nebenstrecken, geschenkt, aber hier fährt doch ein RB, da darf das eigentlich nicht sein. Schon beschrankte Übergänge dürfen ja nicht mehr neu gebaut werden, da kann man doch mal die unbeschrankten wenigstens mit einer Schranke ausstatten. Ein Glück ist hier niemand gestorben.

  8. 9.

    Ja das ist der letzte Unbeschrankte Bahnübergang auf der Strecke der Unfall war nahe der Grenze zu Deutschland ich war heute morgen in diesem Zug....

  9. 8.

    Warum "leider nur"? Das Andreaskreuz allein reicht eigentlich schon zu...

  10. 7.

    Weil die Tätigkeit des Kollidierens rein gar nichts über die Ursache aussagt. Da der Zug nicht ausweichen kann, kollidiert er zwangsläufig mit jedem plötzlich auf der Strecke auftauchenden Hindernis und rammt dieses.

  11. 6.

    Leute mit gesundem Menschenverstand halten auch bei einem roten Blinktlicht.

  12. 5.

    Die Vorfahrtsregelung ist jedenfalls in allen Ländern, wo eine Eisenbahn existiert, eindeutig. Und dies liegt an den physikalischen Gegebenheiten und das dürfte auch niemanden verborgen geblieben sein.



  13. 4.

    Der Bahnübergang ist leider nur mit Kreuz und Blinklicht gesichert.

  14. 3.

    Das kennt man ja auch von Straßenbahnen, die heimtückisch und hinterrücks nichts ahnende Autos überfallen.

  15. 2.

    Warum ist eigentlich der Zug mit dem LKW kollidiert und nicht der LKW beim unachtsamen oder fahrlässigen Überqueren der Gleise mit dem Zug?
    Der Zug befand sich dort, wo er zu sein hat: auf seinem Gleis. Punkt.
    Immer diese suggestiven Schuldzuweisungen.

  16. 1.

    @rbb war das ein ungeschützter Bahnübergang oder wie ist da ein LKW auf die Strecke gekommen? Gab es eine Schrankenstörung?

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