255 Kilometer Länge - Schweinepest-Schutzzaun an Oder und Neiße jetzt geschlossen

Afrikanische Schweinepest Schutzzaun Oder Kernzonen
Video: Brandenburg Aktuell | 01.07.2021 | Riccardo Wittig | Bild: Jakub Paszkowski/rbb

Im September 2020 wurde der erste amtlich bestätigte Schweinepest-Fall in Brandenburg gemeldet. Seitdem baut das Land mit Hochdruck an einem Schutzzaun entlang der Oder. Jetzt steht die Barriere auf voller Länge. Von Georg-Stefan Russew

Neun Monate nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepst (ASP) in Brandenburg ist am Donnerstag in der Uckermark das letzte 15 Kilometer lange Teilstück des Schutzzauns entlang von Oder und Neiße geschlossen worden.

Der bisherige Elektrozaun dort wurde durch eine feste Konstruktion ersetzt, teilte das Potsdamer Verbraucherministerium mit. Damit steht jetzt von der Insel Usedom bis ins sächsische Görlitz eine feste Wildschwein-Barriere. Die Gesamtlänge in Brandenburg wird mit 255 Kilometern entlang der Landesgrenze angegeben.

Die Kartengrafik zeigt die betroffenen Kerngebiete der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg. (Datenquelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV), Grafik: rbb|24)
| Bild: rbb|24; Datenquelle: Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz des Landes Brandenburg (MSGIV)

Geschlossener Zaun immens wichtig zur Seuchenbekämpfung

In Brandenburg selbst sind zusätzliche Barrieren um verschiedene Kerngebiete eingezogen worden. Insgesamt sind so zusammen mit dem Grenzzaun und der Einzäunung von Kerngebieten rund 670-Barrieren-Kilometer verbaut worden.

Der feste Zaun entlang von Oder und Neiße gehöre zu den wichtigsten Maßnahmen, um eine weitere Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern, sagte Anna Heyer-Stuffer, Leiterin des ASP-Krisenstabs und Verbraucherschutzstaatssekretärin. Der Kampf gegen die Seuche sei eine Mammutaufgabe.

Zweite Zaunlinie soll kommen

In letzter Zeit wurden verstärkt verendete Tiere auf der Brandenburger Oderseite unmittelbar an der Barriere gefunden. Bislang sind fast 1200 infizierte Wildschweine entdeckt worden. Nach Angaben des zuständigen Brandenburger Krisenstabes ist der Seuchendruck aus Polen in Richtung Westen sehr dynamisch. Deshalb wurde beschlossen, einen zweiten Zaun entlang des Grenzverlaufs zu bauen, um so einen 500 Meter breiten Schutzkorridor zu errichten.

Die ASP ist eine anzeigenpflichtige Tierseuche, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt. Sie verläuft fast immer tödlich und ist unheilbar. Für den Menschen ist sie ungefährlich. Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus, gegen den es bislang keine vorbeugende Impfung gibt.

Ursprüglich war die ASP auf Afrika begrenzt und wurde erstmals 1921 in Kenia entdeckt. 35 Jahre später trat sie erstmals außerhalb Afrikas in Portugal auf. 2007 wurden in Georgien erste Fälle entdeckt. Seitdem rückt die ASP immer weiter in Richtung Westen vor. 2019 wurde erste Fälle auch in Westpolen gemeldet werden.

ASP hat erhebliche wirtschaftliche Folgen für Schweinezüchter

Die Tierseuche hat eine erhebliche wirtschaftliche Auswirkung. Infizierte Tiere müssen getötet werden. Landwirte in bestimmten Zonen müssen Restriktionsmaßnahmen im Falle von Ausbrüchen erdulden.

Daher hat der Bundesrat auf Initiative ostdeutscher Bundesländer die Bundesregierung jetzt aufgefordert, ein Förderprogramm gegen die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) aufzulegen. In dem Entschließungsantrag werde die Bundesregierung zudem aufgefordert, durch Absprachen mit Polen und den Ausbau von Forschungskapazitäten die Seuche einzugrenzen beziehungsweise zu stoppen, teilte die Brandenburger Staatskanzlei Ende vergangener Woche mit.

Sendung: Antenne Brandenburg, Regionalnachrichten, 01.07.2021, 10:30 Uhr

3 Kommentare

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  1. 3.

    Und wenn die Wildschweine, wie bei uns hier, einfach über die Straße gehen? Die wird ja nicht mit Zäunen gesperrt sein, oder?

  2. 2.

    Schon komisch, wie "mit Hochdruck" und "Neun Monate" Bauzeit zusammenpassen.
    Vielleicht sehe ich dies aber auch nur als Laie so?

  3. 1.

    Ich glaube da lacht jedes Wildschwein drüber.

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