Tierseuche in Brandenburg - Landkreis Uckermark meldet ersten Fall von Afrikanischer Schweinepest

Wildschweine wandern am Wasser entlang
Audio: Antenne Brandenburg | 12.08.2021 | Klaus Lampe | Bild: rbb

In der Uckermark ist erstmals ein Fall der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei einem Wildschwein nachgewiesen worden. Das haben der Landkreis und das Brandenburgische Verbraucherschutzministerium am Donnerstag mitgeteilt.

Vorerst keine neue Kernzone erforderlich

Das Virus sei demnach bei einem erlegten Frischling südwestlich von Criewen im Gebiet des Nationalparks Unteres Odertal festgestellt worden. Das Referenzlabor im Friedrich-Loeffler-Institut hat diesen Verdacht nun amtlich bestätigt, teilte das Verbraucherschutzministerium mit.

Nach Angaben des Ministeriums befindet sich der Erlegungsort östlich des ersten ASP-Schutzzaunes zu Polen rund 300 Meter von der deutsch-polnischen Grenze entfernt. Da sich der Fundort auf der östlichen Seite befinde, sei die Einrichtung einer Kernzone vorerst nicht erforderlich. Allerdings müsse die Größe des bereits bestehenden gefährdeten Gebietes angepasst werden. Priorität habe jetzt die flächenhafte Fallwildsuche westlich des ASP-Schutzzaunes, um eine eventuelle Ausbreitung der Tierseuche frühzeitig zu erkennen.

Am Freitag wollen Karina Dörk (CDU), die Landrätin des Kreises Uckermark, und Amtstierarzt Achim Wendlandt über weitere Schritte informieren.

Ministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) teilte mit: "Derzeit beobachten wir, dass sich die ASP in Westpolen ungebremst nach Norden ausbreitet. Ich bin froh, dass wir mit dem Bau des zweiten festen Zauns entlang der Grenze begonnen haben, um einen Schutzkorridor an Oder und Neiße zu errichten." Wie bereits Umweltminister Axel Vogel (Grüne) am Mittwoch, verurteilte auch Nonnemacher den Diebstahl von Batterien und Elektrozäunen.

ASP im nordöstlichen Brandenburg

Im angrenzenden Landkreis Barnim hatte es bereits Ende Juli den ersten Ausbruch der ASP gegeben. Dort wurde den Angaben des Bundeslandwirtschaftsministerium zufolge eine Bache einige Frischlinge nur wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze entfernt auf dem Gebiet der Gemeinde Lunow-Stolzenhagen gefunden worden. Die Uckermark verabschiedete infolgedessen eine neue Tierseuchenallgemeinverfügung und veranlasste zusammen mit dem Barnim einen Zaunbau an der Kreisgrenze. Für einen besseren Schutz baut auch Mecklenburg-Vorpommern einen zweiten Schutzzaun. Am Mittwoch wurde südlich der Autobahn 11 (Berlin-Stettin) bei Pomellen der erste Draht dafür gezogen, wie das Schweriner Agrarministerium mitteilte.

Der erste Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland wurde erstmal im September 2020 amtlich im Kreis Spree-Neiße festgestellt. Bis jetzt wurden in Brandenburger insgesamt 1.489 Fälle bestätigt, mehr als die Hälfte davon im Landkreis Oder-Spree.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.08.2021, 13:30 Uhr

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