Kampf gegen Tierseuche - Mecklenburg-Vorpommern baut zweiten Schweinpest-Zaun nach Brandenburg

Zaun im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest
Audio: Antenne Brandenburg | 11.08.2021 | Umweltminister Axel Vogel | Bild: rbb

Für einen besseren Schutz gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) baut Mecklenburg-Vorpommern einen zweiten Schutzzaun. Am Mittwoch wurde südlich der Autobahn 11 (Berlin-Stettin) bei Pomellen der erste Draht dafür gezogen, wie das Schweriner Agrarministerium mitteilte.

Zaunbau bis Ende Augsut abgeschlossen

Der Bau des 2,5 Kilometer langen Abschnittes bis zur Uckermark soll 100.000 Euro kosten und Ende August abgeschlossen sein. In dem Zwischenraum zum ersten Zaun an der Grenze zu Polen soll eine Schutzzone entstehen, die möglichst ganz frei von Wildschweinen gehalten wird, wie Agrarminister von Mecklenburg-Vorpommern Till Backhaus (SPD) erklärte. Brandenburg plane ebenfalls einen zweiten Zaun.

Bisher gibt es auf rund 670 Kilometern einen festen Schutzzaun nach Polen, den Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen bauen ließen. In Vorpommern wurde bis Ende 2020 der erste Zaun auf 64 Kilometern von der Insel Usedom bis zur Uckermark gebaut. Zweimal gab es laut Backhaus Probleme, weil Zauntore gestohlen wurden. Der zweite Zaun schließt am südlichen Wildschutzzaun der A11 an.

Laut Backhaus hat sich der Schutzzaun bewährt. Zuletzt war die Schweinepest bei einem Wildschwein 33 Kilometer südöstlich der Landesgrenze in Polen aufgetreten. Nach Zahlen des Friedrich-Löffler-Instituts wurden im ersten Halbjahr in Europa 9018 Fälle bei Wild- und Hausschweinen gemeldet, davon 1916 in Polen. In Deutschland sind etwa 1800 Fälle aus Sachsen und Brandenburg bestätigt.

Kreisübergreifende Zusammenarbeit

Nach dem erstmaligen Ausbruch der ASP im Landkreis Barnim Ende Juli laufen derweil die Arbeiten an einem Schutzzaun in der südlichen Uckermark. Dieser soll noch in dieser Woche fertiggestellt werden. Indes hat die Kreisverwaltung vor kurzem eine neue Allgemeinverfügung erlassen, die die Restriktionszonen neu festlegen. Eine Karte dazu und Maßnahmen hat die Kreisverwaltung auf ihrer Internetseite zur Verfügung [www.uckermark.de] online gestellt. Zudem ruft der Amtstierarzt der Uckermark Achim Wendlandt Kleisthalter dazu auf, ihre Hausschwein-Bestände aufzugeben.

Rücksichtslosigkeit an den Schutzanlagen

Allgemein sei es schwierig, die Tierseuche in Brandenburg einzudämmen. Dies liege unter anderem daran, dass der Zaunbau an Vorschriften gebunden ist und an der Gedankenlosigkeit einiger Brandenburger. Das hat Umweltschutzminister Axel Vogel (Grüne) am Mittwoch im Fachausschuss des Landtages deutlich gemacht. Bisher seien rund 2.300 Wildschweine in Restriktionszonen in den östlichen Landesteilen erlegt und 150 sogenannten Saufängen aufgestellt worden.

Die Zielsetzung einen zweiten Zaun entlang der polnischen Grenze zu bauen, ziehe sich unterdessen hin. "Da haben wir das Problem, dass wir europaweite Ausschreibungen durchführen müssen", sagte Vogel. "Wir arbeiten schon die ganze Zeit. Es werden ohne Ende Zäune gebaut und trotzdem haben wir erleben müssen, dass es immer wieder zu Diebstählen gekommen ist und insbesondere die Tore sehr gefragt sind." Zudem ließen Wanderer oder andere Passanten die Tore immer wieder offenstehen.

Im Nachbarland Polen, zu dem Brandenburg rund 260 Kilometer Grenze hat, seien in diesem Jahr in 39 Hausschweinbeständen ASP-Ausbrüche festgestellt worden, sagte ein Ministeriumsmitarbeiter im Landtagsausschuss.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.08.2021, 16:30 Uhr

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