Zwischengutachten zum Erdrutsch - Helenesee bleibt möglicherweise für Jahre gesperrt

Mit einem Flatterband ist ein Zugang zum Strand des Helenesees abgesperrt.
Video: Brandenburg aktuell | 04.08.2021 | Jana Wochnik-Sachtleben | Bild: dpa-Zentralbild

Ein Zwischenbericht bescheinigt große Gefahr für Leib und Leben an den Ufern des Helensees. In dem ehemaligen und gefluteten Tagebau könnte der Sand an den Uferböschungen abrutschen. Erste Perspektiven zur Öffnung sind düster. Von Tony Schönberg

Der Helenesee bei Frankfurt (Oder) bleibt möglicherweise jahrelang gesperrt. Nach Erdrutschen im März in dem ehemaligen und gefluteten Tagebau-Loch waren die Badestrände am West- und Nordufer gesperrt worden. Jetzt ergeben die Untersuchungen des Landesbergamtes: Der See muss geotechnisch saniert werden, sonst können weitere Strand-Abschnitte abrutschen. Dies geht aus dem ersten Zwischenbericht zu den Erdrutschen hervor.

Untersuchungen von Sachverständigen hätten ergeben, dass in den Uferbereichen weiterhin Gefahren bestehen, heißt es in dem Zwischenbericht. Die Ufer müssten nun aufwendig saniert werden. "Die Lage ist dramatisch", sagte Uwe Sell vom Landesbergamt. "Es hat sich bestätigt, was wir befürchtet hatten: dass dieser See gefährlich ist", sagte er. "Auch Nord- und Westufer müssen dauerhaft gesperrt bleiben und saniert werden." Denn auch von diesen Uferbereichen gingen insbesondere im Strandbereich Gefahren aus, die im schlimmsten Fall "Gefahren für Leib und Leben" seien.

Sandmassen können sich verflüssigen

Hintergrund seien die Sandmassen, die Anfang der 70er Jahren für die touristische Nutzung auf den gewachsenen Bereich aufgekippt worden waren, sagte Uwe Sell vom Landesbergamt. "Diese Sandmassen sind sehr locker gelagert, und wenn sie sich mit Wasser sättigen, neigen die Flächen zu einer Verflüssigung", sagte er. In Kombination mit den sehr steilen Unterwasser-Böschungen könnte es dazu kommen, dass Menschen bei solchen Verflüssigungen vom Ufer in den See hineingerissen werden.

Eine Sanierung der gefährlichen Abschnitte werde sicher mehrere Jahre in Anspruch nehmen, sagte Uwe Sell vom Landesbergamt, das sei jetzt schon absehbar. Genaueres könne man erst sagen, wenn die Sanierungskonzepte vorliegen - diese sollen bis Ende des Jahres oder Anfang des kommenden Jahres fertig sein.

Zahlen muss das Bergamt

Spaziergänge um den See und an der Promenade sind weiter möglich, auch Gastronomie und Campingplatz haben geöffnet. Nur Wasser und Strand sind tabu. Laut Frankfurter Oberbürgermeister René Wilke (Linke) soll es für die Pächter am See auch Schadensersatz geben. Derzeit seien die Juristen am Verhandlungstisch. Die Sanierungskosten und die Entschädigungen für die Pächter an der Helene soll das Landesbergamt tragen. Auch die Finanzierung der jetzigen Untersuchungen soll das Bergamt übernehmen.

Der Helenesee war kurz vor Pfingsten aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Anfang März wurden am Ostufer des Sees massive Rutschungen festgestellt. Mehr zur Lage am Helenesee gibt die Stadt in der kommenden Woche in einer Ausschusssitzung bekannt. Auch die Frage, ob die Stadt noch eigene Sachverständige beauftragt, steht laut Oberbürgermeister Wilke noch im Raum.

Beitrag von Tony Schönberg

17 Kommentare

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  1. 17.

    Das ist genau das Problem, dem Kohlenmunk fehlt es an Intelligenz Dinge neu zu denken. Ein weiter wie bisher wird die Folgekosten explodieren lassen.
    Es ist übrigens kein Naturgesetz energieintensive Produktion bei Nacht und Windstille laufen zu lassen. Die Erwärmung der Erde mit den bekannten Folgen dagegen schon....

  2. 16.

    Sie haben aber schon mitbekommen, dass der Verbrauch fossiler Energieträger im ersten Halbjahr 2021 deutlich zugenommen hat, weil viel zu wenig Windernergie erzeugt wurde? Woher also nehmen? So schnell, wie Sie hier wiederholt kundtun, können wir gar nicht umsteigen, zumal es massivst an Speichermöglichkeiten für EE fehlt und auch keine brauchbare Alternative dafür in Sicht ist. Wir sind aktuell auf die Kohle angewiesen und das wird auch über 2030 hinaus der Fall sein, sofern wir nicht Atomkraft wieder hochfahren. EE kann den Bedarf absehbar nicht grundlastfähig und auch nicht flexibel decken.

  3. 15.

    Ideologisch-theoretischer Unsinn, woher kommen 80GW gesicherte Erzeugungsleistung??
    Die Grünen wollen diesen aus dem Ausland beziehen...wie genial ist das denn!

  4. 14.

    Sie können das ganze Land zu spargeln und haben trotzdem temporäre Erzeugungsleistungen die gegen 0 gehen.
    Schauen Sie sich die aktuellen Jaherscharts an.

  5. 13.

    Für den ehemaligen Steinkohlebergbau gibt es die RAG-Stiftung, die die Ewigkeitskosten übernimmt. Was einer wie das hier ist?

  6. 12.

    Von erneuerbaren Energien haben Sie sicher schonmal gehört, oder? Da kann man einfach mehr von bauen.

  7. 11.

    Intelligente Frage.....noch intelligenter ist die Frage was man mit Strom auf einem kaputten Planeten macht.

  8. 10.

    Sie ewiger Schlaumeier, wo nehmen sie dann ihren Strom her????

  9. 9.

    Besser die Finger von der Tastatur wenn man Null Ahnung von der Gefahr hat.
    @7 und 8 Geld ist genug da, zahlt alles der Steuerzahler der nur noch kapieren muss das wir weit vor 2030 aus der Kohle aussteigen müssen.

  10. 8.

    Wer zahlt dafür eigentlich? RWE, Vattenfall, EON??

  11. 6.

    Es ist etwas vom Strand abgerutscht. Das jetzt der ganze See gefährlich ist, halte ich für bemerkenswert. Immerhin ist der Strandsand schon einige Jahrzehnte auf dem Untergrund "gelagert". Und geregnet hat es in diesen Jahren vielleicht auch mehr, als in heutigen Zeiten. Warum erst jetzt diese Aufregung?
    Ob den neuen Seen, in ehemaligen Tagebaugruben ein ähnliches Schicksal droht? Vermutlich. Nicht genug Wasser und instabile Untergründe werden die gewünschte touristische Nutzung erheblich einschränken. Somit bleibt nur die gigantische Wasserverdunstung im Sommer übrig.

  12. 5.

    Echt gruselig, wenn man bedenkt was schon alles passieren hätte können....

  13. 4.

    Das ist doch nicht neu, das ehemalige Tagebau Seen problematisch wegen abrutschendem Sand und Steinen sind. Fluten ist aber kostengünstiger als verfüllen, auch wenn es oft keinen Sinn macht. Hauptsache das Wasser wird verplempert, wie am Ostsee, wo heute auch noch keiner weiß, ob es dort auch solche Probleme geben wird.

  14. 3.

    Hier sieht man wie lange wir noch zu tun haben mit der Renaturierung ehemaliger Abbaugebiete. Es klingt so einfach und schön Wasser rein, Bäume Pflanzen, Sand ranschaffen und schon haben wir ein Touristisches urlaubsgebiet für die Zukunft

  15. 2.

    Ich vermute eher, dass ist eine weitere Gelegenheit sich über den Ausdruck "Ewigkeitskosten" beim Bergbau Gedanken zu machen.

  16. 1.

    Man, kommt aus den Puschen!! Das ist doch wahrscheinlich bloß ein Vorwand, wahrscheinlich fehlt wie immer das Geld. Sehr schade!

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