Rassistischer Übergriff - Syrischer Vater und fünfjährige Tochter in Barnim angegriffen

Symbolbild: Ein Schild weist am 06.07.2020 auf dem Gelände vom Landesbehördenzentrum in Eberswalde auf die "Polizei Land Brandenburg" und das Landeskriminalamt hin. (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Video: rbb|24 | 21.09.2021 | Material: Brandenburg aktuell | Bild: dpa/Jens Kalaene

Nach einem rassistischen Überfall auf einen 36-Jährigen und seine fünfjährige Tochter sucht die Polizei in Eberswalde nach den Tätern. Der Vorfall sein "in keinster Weise" zu tolerieren.

Nach einem rassistischen Angriff auf einen syrischen Vater und seine Tochter in Eberswalde (Barnim) wird gegen mehrere Personen wegen des Verdachts der Volksverhetzung und der Körperverletzung ermittelt. Das teilte die Polizei am Montag mit.

Fünfjährige an der Nase verletzt

Ersten Ermittlungen zufolge hatten zwei Männer und eine Frau den 36-Jährigen und seine fünfjährige Tochter am Freitagabend zunächst rassistisch beschimpft und anschließend körperlich angegriffen. Laut einer Polizeisprecherin wurde das Kind dabei an der Nase verletzt.

Der Vater alarmierte den Rettungsdienst. Sanitäter versorgten daraufhin das Mädchen noch vor Ort. Die Täter konnten jedoch unerkannt flüchteten.

Bürgermeister: Vorfall könne nicht toleriert werden

"Ich bin zutiefst darüber entsetzt und glaube auch, dass die Stadtgesellschaft, die Gesellschaft insgesamt in dieser Stadt das absolut verurteilt", sagte Eberswaldes Friedhelm Boginski (FDP). Dieser Vorfall könne in keinster Weise toleriert werden, sagte er dem rbb.

Eberswalder Munjunga: Vorfälle nehmen zu

Augusto Jone Munjunga vom Afrikanischen Kulturverein Palanca ist allerdings der Ansicht, dass solche Übergriffe in Eberswalde seit anderthalb Jahren zunehmen. Er listet rassistische Vorfälle auf seiner Website auf. Zu der gestiegenen Zahl an Vorfällen vermutet er die Corona-Pandemie als Auslöser. "Manche, die schlecht denken, schieben die Schuld immer auf die Ausländer", erklärte er.

Menschen mit anderer Hautfarbe in Eberswalde müssten sich Dinge anhören wie: "Ihr seid Parasiten und so weiter. Sie kommen her und nehmen unser Geld", wie Munjunga erzählt.

Die Polizei sucht jetzt nach Zeugen der Tat, hofft auf Beobachter, die am Freitagabend in der Eberswalder Leibnizstraße waren hat.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.09.2021, 16:40 Uhr

 

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