Dritter Besuchsanlauf - Merkel spricht "voller Stolz" von ihrer Heimatstadt Templin

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gestikuliert auf der Baustelle einer neuen Kita im Templiner Bürgergarten (Bild: dpa/Monika Skolimowska)
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Video: Brandenburg aktuell | 10.09.2021 | Oelert/Hoelscher | Bild: dpa/Monika Skolimowska

Mitten in der heißen Phase des Bundestagswahlkampfs löst Kanzlerin Angela Merkel ein Versprechen aus dem Jahr 2019 ein. Sie begibt sich auf "Heimaturlaub" nach Templin und bekennt sich zu ihren uckermärkischen Wurzeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bei einem Besuch in Templin dazu bekannt, wie sehr ihr Herz an ihrer Heimatstadt in der Uckermark hängt. "Es wird immer so bleiben, hier komme ich her, hier sind meine Wurzeln und sie werden hier auch immer sein", sagte die CDU-Politikerin am Freitag bei einer Zeremonie in der Kleinstadt rund 100 Kilometer nördlich von Berlin.

Im dritten Anlauf hat es geklappt

"Ich habe während meiner politischen Arbeit viele Länder dieser Welt bereisen und kennenlernen können", sagte die Kanzlerin. "Aber dass ich heute als Ehrenbürgerin meiner nun über 750 Jahre alten Heimatstadt Templin hier bei Ihnen sein darf, das erfüllt mich mit Stolz." Merkel pflanzte im Bürgergarten der Stadt eine Linde und legte den Grundstein einer neuen Kita für bis zu 100 Kinder.

Die Kanzlerin ist seit 2019 Ehrenbürgerin von Templin. Die gebürtige Hamburgerin hatte von 1957 bis 1973 in der Uckermark ihre Kindheit und Jugend verbracht. Ihr Vater war in Templin Pfarrer. Mit ihrer Stippvisite am Freitag löste Merkel ein Versprechen aus dem Jahr 2019 ein, als Templin ihr diese Würde antrug, erklärte Stadtoberhaupt Detlef Tabbert (Linke). "Sie hat ja eine Menge Ehrendoktortitel, aber nur eine Ehrenbürgerschaft", sagte er.

Eigentlich sollte die Kanzlerin zum 750. Stadtjubiläum im April 2020 kommen. Wegen Corona habe man dies zweimal verschoben. "Das ist der dritte Versuch", so Tabbert weiter. Es freut uns, dass sie sich in diesen bewegten Zeiten die Zeit nimmt", erklärte der Bürgermeister.

Bundestagswahlkampf ließ sie außen vor

Obwohl viele Reporter sie drängen wollten, wich die Kanzlerin in ihrer Heimatstadt politischen Fragen nach dem Wahlkampf von CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet aus. Sie nutzte ihn aber zu einem weiteren Appell, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.09.2021, 16:40 Uhr

17 Kommentare

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  1. 17.

    Wenn ich Templiner wäre, würde ich mich für diese Person schämen !

    Denn schließlich hat Frau Merkel Deutschland kaputt gewirtschaftet !!!

  2. 16.

    Das Schlimme bei der Transaktionssteuer nach Scholz'scher Ausführung ist nur, dass es die Spekulanten und Finanzhaie gar nicht trifft, weil deren Methoden explizit ausgenommen sind. Stattdessen zahlt neuerlich "der kleine Mann", zum Beispiel Arbeitnehmer, die Aktien für die betriebliche Altersversorgung nutzen. Das ist die neue Gerechtigkeit der SPD. Scholz faselt von sozialer Gerechtigkeit, hat in seinen Jahren als Finanzminister aber praktisch nur Arbeitnehmer noch mehr belastet.

  3. 15.

    Der Geburtsort ist nicht immer die Herkunft, die Frau Merkel ist ein anschauliches Beispiel.

  4. 13.

    "Oberstaatsanwalt Bernhard Südbeck" - Ja, die Süddeutsche beschreibt ihn so: "Er galt bundesweit als der Spezialist, wenn es um Schweinereien .... geht." Aber die Transaktionssteuer, ich bitte sie, Herr Schäuble hätte schon gewollt, wenn er gekonnt hätte. Da gibt es ja noch das EU-Recht und ein deutscher Alleingang wäre fragwürdig gewesen.
    https://www.deutschlandradio.de/eu-minister-verschieben-entscheidung-zur.331.de.html?dram:article_id=205109
    Letztendlich wurde dieses Thema auf Eis gelegt, wie man auch in Österreich weiß
    https://oe1.orf.at/artikel/301047/Deutschland-begraebt-Transaktionssteuer . Nichts desto trotz macht ja Herr Scholz (SPD) einen neuen Anlauf dazu.
    https://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2020-03/49023473-ifw-scholz-konzept-zu-transaktionssteuer-hat-gravierende-schwaechen-015.htm
    Zu den Plänen der SPD gibt es auch, nicht verwunderlich, schon ein Gutachten.
    https://www.liberale.de/content/finanztransaktionssteuer-belastet-die-mitte-der-gesellschaft

  5. 12.

    Warum wird ein Durchsuchungsbeschluss Wochen zurück gehalten und unüblicherweise erst im Wahlkampf vollstreckt? Unklar, warum es hierzu keinerlei Begründungen gibt, die es erklären würden. Telefonate zwischen Staatsanwaltschaft und dem zuständigen Referatsleiter kurz vor der Razzia? Oberstaatsanwalt Bernhard Südbeck, übrigens der CDU angehörend, Kommunalpolitiker, bekannt für Kompetenzüberschreitungen. Herr Rehberg, CDU usw. Ich denke, der Finanzminister Schäuble hätte nur die Transaktionssteuer einführen müssen und Geldwäsche wäre kein Thema mehr, warum hat er und seine Partei es immer wieder verhindert? Wahlkampf sollte ohne Intrigen auskommen und für mich ist die CDU out.

  6. 11.

    Die Kunscht der Berichterstattung liegt darin das Wichtigste heraus zu filtern. Sag mir wer dich bezahlt und sage dir was du erwähnenswert findest. Ja der der mit Deutschland nichts(!) anzufangen weis, kann den Amtseid nicht Leisten und lässt derwegen einer Anderen Person den Vortritt.

  7. 10.

    Ich als Baden-Württembergerin habe nichts bei Merkel gemerkt, daß sie stolz auf ihre östliche Herkunft ist. Das Fähnchen drehte sich immer, wie es gerade gepaßt hat. Warum jetzt so plötzlich vor ihrem Abgang aus der Politik?

  8. 9.

    Tja, Lebensfreude kann man nicht verbieten...Trotzdem ist der Lärm „schei....“ Aber da man sich kennt, werden die ihn schon Maß nehmen, wenn es stört - ohne das er gleich beleidigt ist... was auch irgendwie sympathisch ist. In der Stadt geht das so nicht, leider.

  9. 8.

    Dann sollen die doch ko....en Heimat ist da wo man geboren ist und sich wohl fühlt. Heimat

  10. 7.

    Ich auch. Die Templiner hatten sich fein gemacht, irgendeine Einweihung sollte mit Merkel gefeiert werden. Leider kommt das im RBB Funk nicht vor.
    Im Internet zu sehen, das Programm der Lokane das interessiert Merkel nicht die Bohne. So eine Brüskierung der Leute da, wird Zeit daß diese Figur aus der Politik verschwindet.

  11. 6.

    Diese Frau hat meine größte Hochachtung und ich bedaure sehr das sie als Kanzlerin nicht wieder gewählt werden kann. Sicher werden viele anderes darüber denken, aber , egal wer nach dem 26. September in Kanzleramt einziehen wird, der braucht ganz große Schuhe. Wenn ich da an Frau Baerbock oder Herren Scholz denke, graut mir schon heute vor den nächsten Jahren. Auch Herr Laschet macht keine glückliche Figur. Diese Frau hat unsere Land entscheidend mit geprägt woran ich mich gern erinnern werde, die Zeit von Gerhard Schröder und den Grünen liegt mir dagegen wie ein Stein im Magen und die Möglichkeit einer rot-grünen Regierung besteht leider schon wieder.

  12. 5.

    Na, ich weiß ja nicht, ob es opportun ist, heute von "Heimat" zu reden. Ich glaube, das ist nicht mehr erlaubt. Schließlich gibt es Zeitgenossen, die das "Kotzen" kriegen, wenn sie nur an Deutschland denken.

  13. 4.

    Autsch. Da ist wohl der Faktofant mit ihnen durchgegangen.
    Die Durchsuchung beim FinMin, übrigens eine Durchsuchung bei Dritten, also Unverdächtigen und rechtlich sowie politisch nicht unumstritten ist, diente der Auffindung von Beweismittel in anderer Sache.
    "Seit 2020 ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Strafvereitelung im Amt gegen Mitarbeiter der FIU, der deutschen Antigeldwäschebehörde."
    und
    "Olaf Scholz ... ist ein deutscher Politiker (SPD). Seit März 2018 ist er Stellvertreter der Bundeskanzlerin und Bundesminister der Finanzen der Bundesrepublik Deutschland."
    Die zeitliche Lücke zwischen Herrn Schäuble (bis Mitte 2017) und Herrn Scholz füllte kommisarisch Peter Altmayer.
    Nun die Gretchenfrage: In wessen Zuständigszeitraum fielen die Ermittlungen?
    Quellen: Handelsblatt und Wikipedia

  14. 3.

    Ich bin gespannt, wie in Templin die CDU bei den nächsten Bundestagswahlen abschneidet.

  15. 2.

    Von ihrem Stolz auf die östliche Herkunft habe ich in den letzten 16 Jahren nichts gemerkt. Sie will Laschet in den Sattel helfen, der hat aber zu kurze Beine. Nun wird mit Schlamm geworfen, Razzia im Finanzministerium, welches lange von Herrn Schäuble, CDU, geleitet wurde. Ein paar Tage vor der Wahl nun diese verzweifelte Tat der CDU. Wie tief muss man sinken und für wie blöd muss man die Wähler halten, zu denken, nun wählten alle den unfähigen Wendehals der CDU?

  16. 1.

    Ich war einmal an einem Sonntag in Templin. Bei einer Fahrradtour, um dort Pause zu machen. Eine gewiss schöne, altehrwürdige Stadt mit gut erhaltener und nahezu geschlossener Stadtmauer, auch etlichen gut restaurierten Gebäuden.

    Während meines halbstündigen Aufenthaltes auf dem Marktplatz und der Eisdiele war der einzige Mensch, den ich auf den Straßen gesehen habe, jemand in einem aufgemotzten und lärmenden Auto, der während dieser Zeit fünfmal die Runde drehte, um sich dann wiederum kurzzeitig mit seinem Kumpel im Innern der Diele zu treffen.

    Ggf. nicht repräsentativ, doch wohl auch nicht "aus der Welt."

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