Nationalpark Unteres Odertal - Tausende Kraniche versammeln sich in Brandenburg vor ihrem Flug in den Süden

Symbolbild: Kraniche Grus grus und Graugänse Anser anser am Oderdeich im Schwedter Polder bei Schwedt/Oder Landkreis Uckermark. (Quelle: imago images/V. Hohlfeld)
Audio: Antenne Brandenburg | 01.10.2021 | Riccardo Wittig | Bild: imago images/V. Hohlfeld

Rund 12.000 Kraniche sind in den letzten Tagen bereits im Nationalpark Unteres Odertal gezählt worden. Und es werden täglich mehr. Eine Woche lang können Vogelliebhaber sie bei ihrer Rast beobachten.

Am Freitagmorgen kurz vor Sonnenaufgang ist das Untere Odertal in Nebel gehüllt. Nur wenige Kraniche sind zu sehen, doch ihre Rufe schallen durch den Nebel. "Man hat die Geräuschkulisse, die ist sehr beeindruckend", sagt Milena Kreiling. Seit zwei Jahren arbeitet sie als Rangerin im Nationalpark Unteres Odertal in der Uckermark. Hier versammeln sich mehrere Tausend Kraniche auf den abgeernteten Maisfeldern bei Gartz.

Vögel aus Skandinavien und Osteuropa

Trotz des Nebels haben sie und ihre Kollegen die Ferngläser aufgebaut – für das Rangerteam ist es jedes Jahr ein besonderes Schauspiel. "Das ist einer der größten Vorsammelplätze, bevor sie in ihre Überwinterungsplätze fliegen", sagt Kreiling. Sie kommen aus Skandinavien und Osteuropa und legen hier einen Zwischenstopp ein – Energie tanken für den Weiterflug.

Am Morgen halten sich die meisten Vögel noch in ihren Schlafplätzen auf. "Das sind meist flach überflutete Bereiche", so Kreiling, die momentan auf der polnischen Seite im Zwischenoderland liegen. "In großen Gruppen können sie dort sicher übernachten." ​Und bei Sonnenaufgang fliegen sie auf die Felder, um Nahrung zu suchen.

Drei Ranger stehen mit Fernglas vor ihrem Auto und blicken in die Weite
v.l. Milena Kreiling, André Pataki, Ralf Thiele – alle Ranger im Nationalpark Unteres Odertal | Bild: rbb/Riccardo Wittig

Eine Woche lang gibt es Wanderungen und Kanu-Touren

Jeden Tag sind jetzt sogenannte Kranich-Scouts unterwegs. Sie sollen die Anzahl der Vögel und den genauen Rastplatz feststellen. Eine Woche lang bieten Milena Kreiling und ihre Kollegen Führungen zu den schönsten Plätzen an. Ausgangspunkt ist Gartz an der Oder. "Wir haben uns ein bisschen wärmer angezogen, es wird doch herbstlich kühl", sagt André Pataki, auch er ist Ranger im Nationalpark. Wer bei einer der Führungen teilnehmen will, sollte außerdem festes Schuhwerk tragen. Auch ein Fernglas oder ein Vogelbestimmungsbuch können mitgebracht werden.

"Mit der Kranichwoche wollen wir den Besuchern die Möglichkeit geben, dieses Naturspektakel zu erleben", sagt Kreiling. Ab Freitag starten zehn Tage lang täglich Kanu-Touren und Wanderungen zu den Rastplätzen der Zugvögel.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.10.2021, 14:10 Uhr

Beitrag von Riccardo Wittig

3 Kommentare

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  1. 3.

    Ein weiterer Beitrag aus der Fortsetzungsreihe "Geliebte heile grüne Welt. Kein Wort von Dieselfeinstaub und dergleichen. Die Meßstation in Stuttgart und Berlin können durch die Kommunen bei ebay verhökert werden. Der Dieselgate 2015 ist auch bei Baerbock zu den Akten gelegt worden. Warum auch nicht.
    Die Grünen haben 2015 unsere Schreiben nicht beantwortet und bewegen sich auch jetzt nach Gutsherrenart gegenüber ihren Leibeigenen. Annalena schreibt uns vor, was wir zu denken haben.
    Der Preis für Diesel an den Tankstellen ist immer noch ein Anreiz diese Dreckschleudern zu kaufen, daran hat sie nichts geändert. Annalena hat aber ein neues Feindbild aufgebaut - den TSi-Fahrer, der 2015 vom dreckigen Diesel auf den sauberen Benziner umgewechselt ist und der sich jetzt, 5 Jahre später, ein 200% überteuertes Batterieauto kaufen soll, mit 33% Reichweite. Die Brennstoffzelle wird durch die Grünen nicht gefördert. Wozu auch. Wir bauen Lithium weltweit ab und zerstören dadurch Lebensräume.

  2. 2.

    Ja, ganz tolle Sache, so verblödet man in der Großstadt nicht ganz....

  3. 1.

    Dieses Schauspiel kann man auch bei uns jedes Frühjahr und jeden Herbst beobachten. Einfach beeindruckend!

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