Dunkle Rauchschwaden über Schwedt - PCK-Raffinerie braucht nach Stromausfall noch Tage bis zum Vollbetrieb

Rauch und Flamme über der PCK Raffinerie in Schwedt
rbb
Audio: Antenne Brandenburg | 08.09.2021 | O-Ton: Viola Brocker | Bild: rbb

In der PCK-Raffinerie in Schwedt ist am Mittwochvormittag komplett der Strom ausgefallen. Dunkle Wolken bildeten sich über der Stadt. Bis die Erdölverarbeitung wieder komplett anlaufen kann, könnten Tage vergehen.

Ein Stromausfall hat am Mittwoch die PCK-Raffinerie in Schwedt (Uckermark) lahmgelegt. Auslöser der Störung sei ein Stromausfall im Landesnetz am Vormittag gewesen, sagte PCK-Sprecherin Viola Brocker gegenüber dem rbb. Dies wurde vom Netzbetreiber E.DIS mit Sitz in Fürstenwalde (Oder-Spree)bestätigt.

Demnach sei es in einem Umspannwerk bei Schwedt zu einer technischen Störung gekommen. Dort liefen den Angaben zufolge planmäßige Wartungsarbeiten. Durch die Störung in dem Schwedter Umspannwerk kam es nach bisherigen Erkenntnissen zu einem Komplettausfall der PCK-Raffinerie Schwedt. Auch über die Stadtgrenzen hinaus, bis nach Angermünde habe es Stomausfälle gegeben, so PCK-Sprecherin Brocker.

Vollständige Inbetriebnahme kann noch Tage dauern

Laut Brocker sei die Stromversorgung der Raffinerie inzwischen wieder stabil. Die Anlagen liefen in einem sicheren Kreislaufsystem und würden schrittweise wieder hochgefahren. Die ersten Anfahrprozesse sollten noch am Mittwochabend beginnen.

Bis die Raffinerie wieder komplett laufe, könnten jedoch vier bis sechs Tage vergehen. Brocker zufolge seien das Material und die Systeme durch das unkontrollierte plötzliche Herunterfahren des Kraftwerks stark belastet worden. Nun müsse man langsam wieder hochfahren und überprüfen, wo Schäden entstanden sind. Möglicherweise müssten Teile ausgetauscht werden. Die hell leuchtenden Fackeln seien deshalb noch einige Tage sichtbar.

Außerdem könne es ungewohnte Geräusche oder Gerüche in der Umgebung geben. Zu möglichen Schadens- oder Ausfallsummen konnte die PCK-Raffinerie bisher keine Angaben machen.

Untersuchung der Rauchwolken zeigt keine schädlichen Stoffe

Im Notbetrieb des Werks war es auch zu einer starken Rauchentwicklung gekommen, weil überschüssige Gase abgefackelt wurden. Mit Messwagen der Freiwilligen Feuerwehr in Schwedt seien die Gase untersucht wurden. Eine Gefahr für die Bevölkerung habe aber nicht bestanden, versichert PCK-Sprecherin Brocker. Das bestätigt auch Alexander Trenn, Abteilunsgsleiter Brandschutz bei der Stadt Schwedt, der die Untersuchungen am Mittwoch leitete: "Wir haben auf einer festgelegten Route das Gewerkslände umrundet und konnten auf dieser Messfahrt an keinem Punkt irgendwelche schädlichen Stoffe in der Luft finden."

Für die Analyse weiterer Luftschichten wäre das Landesamt für Umwelt zuständig, so Trenn weiter. Ihm sei aber nicht bekannt, dass eine weitere Analyse geplant sei: "Eine Luftprobenentnahme kann man ja nur dann durchführen, wenn tatsächlich etwas da ist, am heutigen Donnerstag würde man in der Luft ja nichts mehr finden können."

Die PCK-Raffinerie hat bislang keine weitere Luftverschmutzungsanalyse gefordert. Diese kann aber auch auf Anfrage der Bürgerinnen und Bürger durchgeführt werden. Bis Donnerstagnachmittag seien beim Landesumweltamt aber keine Beschwerden eingegangen.

Ursachenforschung angelaufen

Die E.DIS-Netzexperten seien derzeit dabei den Vorfall intensiv zu untersuchen. Aufgrund der derzeit laufenden Ursachenforschung könnten keine weiteren Auskünfte erteilt werden. Auch zu möglichen Folgen könne E.DIS zum jetzigen Zeitpunkt noch keine genauen Angaben machen.

 

Sendung: Antenne Brandenburg, 09.08.2021, 17:30 Uhr

15 Kommentare

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  1. 15.

    Kluges Köpfchen, Danke; der Link ins Bundesarchiv, ich auch mal ,gelernt gelebt in Schwedt/0, dort gibt es auch Hübsches Interessantes "Vorausschauendes" zum ehemaligen AKW Rheinsberg. Manche Menschen lernen einfach nicht dazu. Schade für diese modernisierten Zeiten; ohne Vergangenheit, keine Zukunft außer Träume und Schäume.

  2. 14.

    Hallo Andrea, es ist kein persönlicher Angriff- auch ich bin mündig und wissend. Das was gestern passiert ist, ist n hat von innerhalb der Raffinerie gekommen, sondern von außen aus dem Landesnetz. Große Teile der Ostuckermsrk waren kurzzeitig ohne Strom. Unsere Mitarbeiter haben einen ganz tollen Job gemacht ebenso die Feuerwehren und Einsatzleiter! Wir hatten auch glückliche Witterung kaum Wind kein Regen so dass die abgefackelten Medien in kleinsten Dosen auf die unbewohnten Flächen nieder gingen. Und das wichtigste ist, das war kein Normzustand. Schwedt hat eine der saubersten und sichersten Raffinerien Europas! Wer über Raffinerien meckert, darf weder Bus noch Auto fahren, darf nicht mehr in den Urlaub fliegen oder Kreuzfahrten machen, oder Wasser aus PET-Flaschen trinken oder Fleece-Pullis anziehen. Chemie gehört für alle zum Alltag! Die Deutsche Industrie und europäischen Normen sind so streng, dass hier nichts, aber auch gar nichts verheimlicht oder vertuscht werden kann.

  3. 13.

    Auch Redundanzen können ausfallen. Die Welt wird eben immer komplexer. Abwarten, was die Untersuchung bringt.

  4. 12.

    Der Bitumen wird allerdings wohl kaum abgefackelt wie sich am Schonsteinkopf auch selten ein Mensch aufhält. Gestern kam der Wind aus Süd-Ost. Die nächste Wohnbebauung ist damit mindestens rd. 4 km entfernet. Bis dahin sind die Rauchgase deutlich verdünnt.

  5. 11.

    In Schwedt keine Gesundheitsgefährdung durch Rauch, weil der Wind glücklicherweise den gesundheitsgefährdenden schwarzen Rauch nicht in diese Richtung geblasen hat. So ähnlich würde ich mir die Berichterstattung wünschen und nicht diese unerträgliche Verniedlichung. Was ist mit den anderen Lebewesen in der Umgebung des Werkes? Der Wanderer, Radfahrer, Tiere, Pflanzen usw. ? Ich bin mündige Bürgerin mit klarem Verstand, Schulabschluss und Grundkenntnissen in Chemie. Von Medien erwarte ich Aufklärung u Information u keine Darstellungen im Stile der Aktuellen Kamera.

  6. 10.

    Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei. 

  7. 9.

    Und da kann man nicht auf ein anderes UW umschalten? Nur eine Leitung? UiUiUi... keine Versorgungssicherheit mehr.

  8. 8.

    Dass bei Austritt von dunklem Qualm nur ein paar Gase ausgetreten sind klingt ziemlich albern. Im Werk wird Rohöl verarbeitet und darin sind viele gesundheitliche Stoffe enthalten. Bei der Verarbeitung in Schwedt entsteht zum Beispiel Bitumen, welches neben Schwefel auch aromatische Kohlenwasserstoffe enthält, die im Verdacht stehen Krebs erregend zu sein.

  9. 7.

    Ja was ist denn da in Schwedt los ? Erst stürtzt das Dach einer Schwimmhalle einnund nun das !

  10. 6.

    Es ist für „Nichtkenner“ der Materie manchmal nicht leicht alles zu glauben was geschrieben wird. ABER - unsere Pressesprecherin hat die volle Wahrheit gesagt. Der Rauch ist dunkel-ja- aber die Raffinerie wurde technisch sinnvoll gebaut und mit der Hauptwindrichtung in unbesiedeltes Gebiet war zu keiner Zeit Gefahr für die Bevölkerung. Ein internes Stromnetz gibt es auch, aber der Fehler von außen war ein „worst case“ den Niemand in dieser Heftigkeit in der Kalkulation hatte. Also - unterm Strich haben alle Sicherheitssysteme für den Notfall funktioniert und es bestand KEINE Gefahr. - Denkt bitte nicht immer negativ! Wir sind hier nicht blöd in Schwedt!

  11. 5.

    Die PCK Raffinerie hat sogar ein eigenes Kraftwerk, welches Rückstände verbrennt und damit Strom produziert. Anscheinend ist dieses aber nicht für den Inselbetrieb ausgelegt oder erzeugt nicht genug Leistung.

  12. 4.

    Mmh, vielleicht hätte man den Bericht vor 45 Jahren doch ernst nehmen sollen: https://www.ddr-im-blick.de/jahrgaenge/jahrgang-1976/report/probleme-der-energieversorgung-im-veb-pck-schwedt/

  13. 3.

    "unbedenklich"
    Nun ja,ist ja der Job, genau dies zu sagen.

  14. 2.

    Dass dieser Rauch gesundheitlich unbedenklich sein soll, scheint mir nicht den von Ruß schwarzen Tatsachen zu entsprechen.

  15. 1.

    Vielleicht sollten so ne Fabriken ihr eigenes Stromnetz haben .Klar kostet der Aufbau erstmal Geld .Aber sie sind nicht mehr abhängig vom Strombetreiber .Haben ihr eigenes Stromnetz und sparen auch weil sie keine Millionen an die Stromnetze zahlen müssen

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