Wiederansiedlung des Wanderfisches - 500 Störe an der Oder ausgesetzt

Fr 22.10.21 | 17:25 Uhr
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Ein junger baltischer Stör im Eimer.
Audio: Antenne Brandenburg | 22.10.2021 | Autorin Elke Bader | Bild: rbb / BA

Der Baltische Stör war bisher ein eher seltener Bewohner in Brandenburger Gewässern. Jetzt ist der streng geschützte Fisch wieder da - sein neues Zuhause ist die Oder. 500 junge Baltische Störe sind am Freitag in die Oder entlassen worden. Mit den Tieren, die in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern vermehrt und aufgezogen wurden, soll der Grundstock für eine sich langfristig selbst erhaltende Population in der Oder ausgebaut werden.

Der Stör sei ein lebendes Fossil, das bereits vor über 200 Millionen Jahren existierte, sagte Umweltminister Axel Vogel (Grüne). Noch vor etwa 100 Jahren sei er in der Region heimisch gewesen. Wegen Verschmutzung der Gewässer und Überfischung starben die Wanderfische hier aus.

Oder bietet idealen Lebensraum

Seit 2006 wurden bereits 2,4 Millionen Baltische Störe in den Fluss ausgewildert. Mit dem regelmäßigen Wiederbesatz sollen die Bestände stabilisiert werden, die die Oder seitdem wieder bevölkern. Die tiefe Oder mit ihrer starken Strömung und dem kiesig-gerölligen Grund sei ideal für die Ansiedlung von Stören, sagt Jörn Geßner vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie gegenüber dem rbb: "Sie wachsen schneller als wir das in Gefangenschaft hinkriegen. Das ist ein Zeichen, wie gut die Oder geeignet ist."

Der Stör ist ein Wanderfisch, er kann bis zu 100 Jahre alt werden. Er verbringt die längste Zeit seines Lebens im Meer und wandert zum Laichen in Flüsse. Aufgrund seines Kaviars zählt er zu den teuersten Fischen der Welt.

Sperrbauwerke und Oder-Ausbau behindern den Stör

Eher kritisch sehen Gewässerökologen und Politiker die Oder-Ausbaupläne auf polnischer Seite. Jedes Sperrbauwerk hindere den Stör und auch andere Fische daran, dass sie wieder in ihre Kinderstube "Die Oder" zurückzukehren können, sagt Minister Vogel. Der Oderausbau würde wertvolle Lebensräume des naturnahen Flusses unwiederbringlich zerstören und den Fischen ihren Lebensraum nehmen.

Die sogenannten Satzfische werden in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern in einem Projekt herangezogen, das beide Länder mit Mitteln aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds unterstützen. Bis Ende 2022 stellt Brandenburg dafür knapp 600.000 Euro bereit.

Sendung: Antenne Brandenburg, Antenne am Nachmittag Frankfurt (Oder), 22.10.2021, 16:40

3 Kommentare

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  1. 2.

    Ja, in Deutschland sind die Störe durch das Bundesnaturschutzgesetz und die Fischereigesetze der Länder streng geschützt. Seit dem Jahr 1998 werden außerdem weltweit alle Störarten durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt.

  2. 1.

    Blöde Frage
    Sind Störe geschützt oder nicht ?????
    Schöner Fisch ist er ja

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