Europäische Transformation und Deutsche Einheit - Frankfurter sollen sich aktiv um Zukunftszentrum bemühen

Archivbild: René Wilke bei einer Presseveranstaltung. (Quelle: imago images/future image)
Audio: Antenne Brandenburg | 04.10.2021 | Robert Schwaß | Bild: imago images/future image

Oberbürgermeister Wilke hat die Bewerbungskampagne für das vom Bund geplante Zukunftszentrum in Frankfurt (Oder) vorgestellt. Dabei rief er die Bürgerinnen und Bürger auf, sich aktiv am Bewerbungsprozess zu beteiligen.

Die Bewerbung von Frankfurt (Oder) für das Bundesprojekt "Zukunftszentrum für Europäische Transformation und Deutsche Einheit" ist am Sonntag passend zum Tag der Deutschen Einheit etwas konkreter geworden. Vor 250 Gästen stellte Oberbürgermeister René Wilke (Linke) im Kleist Forum die Kampagne vor, mit der er das Mega-Projekt in die Oderstadt holen will.

Wilke: Frankfurt ist optimaler Standort

"Frankfurt (Oder) hat Transformationserfahrung, hat schwierige Jahre nach der Wende hinter sich, zeigt aber auch, dass es sich lohnt zu kämpfen, sich aufzurappeln und gemeinsam nach vorne zu blicken", zeigte sich der Oberbürgermeister dem rbb gegenüber überzeugt. Zudem seien Frankfurt und das polnische Słubice zu einer europäischen Doppelstadt herangewachsen, die viele Projekte grenzüberschreitend und gemeinsam angehe. "Aus diesen und vielen anderen Gründen sind wir sehr geeignet", bekräftigte Wilke.

Die Bürgerinnen und Bürger der Oderstadt sollen sich an der Bewerbung um den Standort als Zukunftszentrum aktiv beteiligen, so der Wunsch des Oberbürgermeisters. Als Brückenbauer seien sie Botschafter der Stadt. Sie sollen die Idee des Zukunftszentrums mittragen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können sich dafür bei der Stadtverwaltung melden.

"Frankfurt, ick liebe dir"

"Es ist mir eine Freude, an den Brücken auch selbst mitzubauen", sagte "Tatort"- und "Babylon Berlin"-Schauspieler Ronald Zehrfeld, der am Sonntag im Kleist-Forum überraschend als Botschafter für ein mögliches Zukunftszentrum in Frankfurt vorgestellt wurde. Zudem kommt auch seine Ehefrau aus Frankfurt, was ihn persönlich mit der Stadt verbinde: "Ja: Frankfurt, ick liebe dir."

Das Zukunftszentrum soll ein Begegnungsort mit überregionaler Strahlkraft werden. Es solle sich mit den Veränderungen in den vergangenen 30 Jahren in Deutschland befassen und auch ein "Brückenschlag in die Zukunft" sein, wie es von Seiten der Bundesregierung heißt [www.bundesregierung.de]. In den vergangenen Monaten hatten der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz (CDU), und der ehemalige brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) eine Arbeitsgruppe geleitet, die sich mit der konkreten Ausgestaltung des geplanten Zukunftszentrums beschäftigt. Schon früh wurde bekräftigt, dass eine solches Zentrum in Ostdeutschland anzusiedeln sei.

Stadt Frankfurt einzige brandenburger Bewerberin

Frankfurt hat sich als einzige Stadt in Brandenburg beworben und wird dabei von der Landregierung unterstützt, aber auch von der Universität und der polnische Nachbarstadt Słubice. Transformationserfahrungen, die Nähe zu Polen und die Europa-Universität Viadrina würden für den Standort sprechen, zeigte sich die Brandenburger Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) am Sonntag überzeugt. "Wenn wir uns überlegen, dass die Frage der Deutschen Einheit, die Frage der europäischen Transformation im Osten Europas begonnen hat, dann gibt es keinen besseren Standort."

Neben der Oderstadt bewerben sich auch andere ostdeutsche Städte für das geplante Zentrum. Allein die sächsische Landesregierung hatte bereits im Juli angekündigt, insgesamt 150.000 Euro für Bewerberstädte zuschießen zu wollen. So hätten sich Plauen und Leipzig bereits für eine Bewerbung entschieden, auch in Dresden und Chemnitz gebe es Überlegungen, sagt Staatskanzleichef Oliver Schenk (CDU). Leipzig will dabei als Zentrum der friedlichen Revolution punkten.

Eine Entscheidung für den Standort soll bis Mitte kommenden Jahres fallen, wie Wissenschaftsministerin Schüle mitteilte. 2027 soll dann das Zukunftszentrum laut bisheriger Planung fertiggestellt werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 04.10.2021, 07:30 Uhr

Mit Material von Robert Schwaß

2 Kommentare

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  1. 2.

    Der sehr sperrige Begriff "Transformationszentrum" ist bürgernäher zu erklären. Das wünsche ich mir von der Politik! Da ich mir entspr. Definitionen angesehen habe ist der Begriff in der Wirtschaft durchaus ein Thema! - Es handelt sich also offenbar um eine wissenschaftliche Einrichtung, die daran forschen soll, wie man Industriestrukturwandel und Klimaschutz- bzw. Maßnahmepakete zumr Begegnung des Klimawandels hinkriegen kann. Nun denn!!! Ich dachte immer, dass das eine Raumordnung hinkriegt. Dieses ROG ist gut gemeint, aber ein zahnloser Tiger. Gut an der ganzen Sache ist, dass man die Doppelstadt - und bitte schön auch sehr gern Eisenhüttenstadt- in den Fokus rückt. Nur denke ich mir, mit einer Neuauflage einer Chipfabrik wäre der Region mehr geholfen, als mit noch einer Institution des Bundes. Also ist er wenigstens ein Arbeitgeber. - Was sagt die Industrie?

  2. 1.

    Wenigstens aus dem Beitrag geht für mich nicht hervor, welchen konkreten Nutzen dieses "Mega-Projekt" haben soll. Es klingt sehr nach einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme für jobsuchende Geistes- und Gesellschaftswissenschaftler*innen.

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