Mehrere Rehe verendet - Landesjagdverband spricht sich für Verlegung des Schutzzaunes aus

Mo 24.01.22 | 16:35 Uhr
  2
Ein Reh steht in hohem Wasser hinter dem Schutzzaun gegen die Afrikanische Schweinepest im Nationalpark Unteres Odertal. (Bild: rbb)
Video: Brandenburg Aktuell | 22.01.2022 | R. Wittig | Bild: rbb

Der Brandenburger Landesjagdverband fordert nach den Todesfällen von Rehen die Verlegung des Schutzzaunes gegen das Eindringen der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Das Wild brauche Räume, um dem Hochwasser entgehen zu können, betonte Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes Brandenburg (LJVB), am Montag in einer Mitteilung. Das Tierleid müsse jetzt durch weitere Maßnahmen beendet werden.

Uckermark reagierte bereits - Märkisch-Oderland plant bislang keine Extra-Durchlässe

In den vergangenen Wochen waren mehrere Rehe an den Schutzzäunen in der Uckermark verendet. Sie schafften es nicht, die Barriere zu überwinden. Der Landkreis schafft nun zwölf schmale Durchlässe, die von den Rehen passiert werden können, aber nicht von Wildschweinen. Zusätzlich sollen an bestimmten Stellen Zaunabschnitte um 40 Zentimeter gestutzt werden. Die Höhe von dann 80 Zentimetern könne vom Rehwild überwunden werden, so der Landkreis. Außerdem würden Elektrozäune installiert und bestimmte Tore nach wie vor geöffnet und täglich durch ortsansässige Jäger oder Mitarbeiter der Naturwacht kontrolliert, hieß es.

In Märkisch-Oderland seien solche Maßnahmen bisher nicht geplant, berichtet Frank Schütz aus dem Kreisausschuss für Landwirtschaft. "Da kann im Normalfall ein Reh drüber springen, so dass sich die Situation in Märkisch-Oderland etwas anders darstellt. Solche Vorfälle gibt es in der Dimension bei uns nicht", so Schütz. Es sei aber schon vorgekommen, dass sich ein, zwei Rehe in den Zäunen verfangen hätten. Das wichtige sei jedoch, dass man von Kreisseite darauf achtet, dass keine anderen Tiere - mit Ausnahme der Wildschweine - an den Zäunen verenden, unterstrich er. Es müsse unbedingt der weitere Eintrag der Afrikanischen Schweinepest unterbunden werden.

Auch der Kreis Oder-Spree plane aufgrund nur weniger Vorkommnisse derzeit keine Anpassungen der Zäune an den Oderdeichen.

Peta hatte Anfang Januar Tierleid bekannt gemacht

Die Tierrechtsorganisation Peta hatte Anfang des Jahres nach Berichten ertrunkener und verletzter Rehe im Nationalpark Unteres Odertal schnelle Maßnahmen gefordert.

Der erste Ausbruch der ASP bei Wildschweinen in Deutschland wurde vom Landkreis Spree-Neiße offiziell Mitte September 2020 festgestellt. Mitte Juli 2021 wurde die Tierseuche bundesweit erstmals in Brandenburg in Hausschweinbeständen festgestellt. Die ASP ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Wildschweine und Hausschweine betrifft. Sie verläuft fast immer tödlich und ist unheilbar. Für den Menschen oder für andere Tierarten ist die Krankheit nicht gefährlich.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.01.2022, 7:30 Uhr

2 Kommentare

Wir schließen die Kommentarfunktion, wenn die Zahl der Kommentare so groß ist, dass sie nicht mehr zeitnah moderiert werden können. Weiter schließen wir die Kommentarfunktion, wenn die Kommentare sich nicht mehr auf das Thema beziehen oder eine Vielzahl der Kommentare die Regeln unserer Kommentarrichtlinien verletzt. Bei älteren Beiträgen wird die Kommentarfunktion automatisch geschlossen.

  1. 2.

    (zweiter Versuch - erste Antwort wohl nicht veröffentlich)

    Ihren Vorwurf weise ich höflich zurück. Ich würde Ihnen ein persönliches Gespräch über die Tätigkeiten und Aufgaben eines Jägers anbieten - dies ist an dieser Stelle allerdings schwierig. Daher bitte ich Sie darum, sich in Ihrer Nachbarschaft umzusehen, und mit einer/m Jäger/in ins Gespräch zu kommen. So werden Sie erfahren, was "die Jägerschaft" tatsächlich tut und nicht tut. Alternativ googeln Sie bitte den Begriff "Hege".

  2. 1.

    "... Das Tierleid müsse jetzt durch weitere Maßnahmen beendet werden. ..."? Ach, seit wann interessiert sich denn die Jägerschaft für Tierleid?
    Das Leben der Tiere ist den Trophäenjägern doch egal. Die haben dorch nur Angst, dass sie weniger abschießen können.

Nächster Artikel