Kursierendes Video zeigt nicht den Vorfall - Mann stirbt nach medizinischem Notfall nach Corona-Demonstration

Di 25.01.22 | 13:58 Uhr
Symbolbild. (Quelle: Martin Müller via www.imago-images.de)
Audio: Antenne Brandenburg | 25.01.2022 | Holger Kessler | Bild: Martin Müller via www.imago-images.de

Am Rande der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in Brandenburg ist am Montag in Wandlitz (Barnim) ein Mann gestorben. Wie die Polizei mitteilte, hatte der 53-Jährige zunächst versucht, eine Polizeikette zu durchbrechen. Die Beamten stoppten ihn und nahmen seine Personalien auf. Danach habe er seinen Weg frei fortsetzen können, so die Polizei.

Wie eine Polizeisprecherin am Dienstag rbb|24 sagte, sei er später auf dem Weg zu seinem Fahrzeug zusammengesackt. Er sei in Folge des medizinischen Notfalls später im Krankenhaus gestorben, hieß es weiter.

Polizeikräfte hätten noch Erste Hilfe geleistet und die Rettung alarmiert. Nach Angaben der Sprecherin der Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder) seien am Zusammenbruch des Mannes weder Beamte noch andere Demonstranten beteiligt gewesen.

Nach Mitteilung der Polizeidirektion Ost ist sei ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet worden. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hat die Federführung. Eine Obduktion soll die genaue Todesursache klären.

Kursierendes Video stammt aus Bernau

Ein Video, das im Anschluss in den sozialen Medien kursierte, auf dem ein Polizist einen Mann schubst, zeigt nicht den Vorfall in Wandlitz. Das habe eine eingehende Prüfung durch die Polizei ergeben, sagte die Frankfurter Polizeisprecherin. Das bestätigte auch die Gemeindeverwaltung Wandlitz nach Ansicht des Filmmaterials.

Laut Polizei sei das Video am Montagabend im zwölf Kilometer entfernten Bernau aufgenommen worden, betonte eine Polizeisprecherin. Dort hatten sich eine Vielzahl von Menschen im Bernauer Stadtgebiet zu einer nicht angemeldeten Versammlung formiert. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben versucht, den Aufzug zu stoppen, nachdem sie durch Lautsprecherdurchsagen die Demo aufgelöst hatte und die Teilnehmenden nicht reagierten.

Video suggeriert Polizeigewalt als Todesursache

Nach Auskunft des Brandenburger Polizeipräsidiums behalte man sich vor, Ermittlungen im Zusammenhang mit der Video-Veröffentlichung einzuleiten. Auf verschieden Plattformen wurde mit dem Video suggeriert, dass der 53-jährige Mann in Wandlitz durch Polizeigewalt gestorben sei.

Das Ziel bei der Instrumentalisierung dieses Videos sei es "zu zündeln", sagte Markus Klein, Geschäftsführer des Brandenburgischen Instituts für Gemeinwesenberatung (demos) am Dienstag dem rbb. Rechtsextreme würden versuchen, die Unzufriedenheit mit staatlichen Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung umzuwandeln in Systemfeindlichkeit.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.01.2022, 07:30 Uhr

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