40-jähriger Verdächtiger aus Berlin - Polizei verhaftet mutmaßlichen Vergewaltiger von Prostituierten

Mo 10.01.22 | 18:35 Uhr
Gestellte Szene einer Festnahme durch die Polizei. (Quelle: dpa/Carsten Rehder)
Audio: Antenne Brandenburg | 10.01.2022 | Torsten Glauche | Bild: dpa-Symbolbild/Carsten Rehder

Ein Mann aus Berlin soll seit Dezember mehrere Sexarbeiterinnen aus Berlin unter Zwang in ein Waldstück bei Grünheide (Oder-Spree) gebracht und vergewaltigt haben. Der nun gefasste Verdächtige wurde erst kürzlich aus langer Haft entlassen.

Die Brandenburger Polizei hat nach umfangreichen Ermittlungen am Sonntag einen 40-jährigen Mann verhaftet. Dem Berliner wird vorgeworfen, seit Mitte Dezember in mindestens drei Fällen Prostituierte vergewaltigt zu haben.

Zudem habe es einen weiteren Vergewaltigungsversuch gegeben, teilten die Polizeidirektion Ost und die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) am Montag in einer gemeinsamen Presseerklärung mit. Darüber hinaus soll der Verdächtige seinen Opfern Bargeld und Mobiltelefone gestohlen haben.

Täter soll sich als Polizist ausgegeben haben

Der Verdächtige soll seit dem 12. Dezember wiederholt Prostituierte im Berliner Stadtgebiet und im Brandenburger Umland angesprochen und sie in einem Auto mitgenommen haben. "In weiterer Folge gab er sich als Polizist aus, fesselte die Frauen und brachte sie dann mit einem VW in das großflächige Waldgebiet um Grünheide (Oder-Spree)", hieß es von Polizei und Staatsanwaltschaft. Nachdem er sich an seinen Opfern vergangen habe, habe er sie allein zurückgelassen.

Der jetzt verhaftete mutmaßliche Sexualstraftäter war erst im Oktober aus einer langjährigen Haftstrafe entlassen worden. Wie der Pressesprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft Ingo Kechichian dem rbb sagte, hatte der 40-Jährige eine Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten abgesessen - hauptsächlich verhängt wegen schwerer Vergewaltigung. Wegen der Schwere der Taten stand er auch unter Führungsaufsicht, offenbar war die jedoch wirkungslos.

Drei Vergewaltigungen im Dezember und Januar

Nachdem die Polizei auf die Tatserie aufmerksam geworden war, hatte die Kriminalpolizei der Inspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) unter der Leitung der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) ermittelt. Die Polizei wandte sich auch mit der Bitte um mögliche Hinweise an die Öffentlichkeit. "Mit den umliegenden Polizeiinspektionen und der Polizei des Landes Berlin stand man während dieser Zeit im ständigen Austausch, um keine Informationsverluste zuzulassen", hieß es am Montag.

Am Donnerstag, den 6. Januar, machte die Polizei an einer Bushaltestelle in Kagel (Oder-Spree) eine 23-jährige Frau ausfindig, die angab, als Prostituierte zu arbeiten und ebenfalls von einem Mann in Berlin angesprochen und in einem VW bis in ein Waldstück bei Kagel mitgenommen worden zu sein. In ihrem Fall soll es - wie in zwei vorherigen Fällen - anschließend zur Vergewaltigung und dem Diebstahl von Bargeld und Telefon gekommen sein. "Dies war der bislang letzte, bekanntgewordene Fall in dieser Serie", so die Ermittler.

Daraufhin habe die Polizei weitere Spuren gesichert. Dabei sollen auch Hinweise aufmerksamer Bürger geholfen haben, durch die umfangreiches Material gefunden und gesichert werden konnte. "Darunter befanden sich beispielsweise Sekretspuren eines Mannes sowie Kennzeichentafeln, die in Berlin gestohlen und dann mutmaßlich an das Tatfahrzeug montiert wurden", so die Ermittlungsbehörden weiter.

Tatverdächtiger in Neukölln festgenommen

"Die Ermittlungen führten schließlich zu dem 40-jährigen Berliner, der durch Brandenburger Polizisten im Stadtteil Neukölln schließlich gestellt und festgenommen werden konnte", teilten Staatsanwaltschaft und Polizei mit. Bei ihm handele es sich demnach um einen bereits einschlägig bekannten Mann, in dessen Wohnräumen diverse Beweismittel gesichert wurden.

Am Sonntag erließ das Amtsgericht Fürstenwalde (Oder-Spree) Haftbefehl gegen den Beschuldigten. Zum Tatgeschehen habe sich der Verdächtige bislang nicht eingelassen. Die Ermittlungen dauern an.

Sendung: Antenne Brandenburg, 10.01.2022, 15 Uhr

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