Tierschutz in Brandenburg - Uckermark und Land schaffen Schlupflöcher am Schweinepest-Zaun

Mi 12.01.22 | 14:05 Uhr
Rehe können Zaun gegen Schweinepest im Nationalpark Unteres Odertal nicht überwinden
Andrea Zillmann
Audio: Antenne Brandenburg | 12.01.2022 | Klaus Lampe | Bild: Andrea Zillmann

In der Uckermark sollen Durchlässe im Zaun gegen die Afrikanische Schweinepest eine freie Passage für Wildtiere ermöglichen. Darauf haben sich Landrätin Karina Dörk (CDU) und Umweltminister Axel Vogel (Grüne) geeinigt.

Durchlässe und Fluchtbereiche für Rehe

Bereits in der kommenden Woche sollen - beginnend im Bereich zwischen Querdeich Stützkow und Schwedt - Durchlässe geschaffen werden. Sie sollen Rehen den Durchgang ermöglichen, aber Schwarzwild weiterhin den Weg versperren, sagte Vogel dem rbb am Mittwoch. "Zielsetzung ist, dass wir alle 250 bis 300 Meter einen Durchlass schaffen. Was nicht praktikabel ist, ist Tore öffnen und zu versuchen, Rehe durch Drohnen durch die Tore durchzuscheuchen." Dies würde die Tiere nur beunruhigen.

Außerdem sei laut Vogel geplant, zur leichteren Überwindung Bereiche mit Elektrozäunen zu schaffen sowie Abschnitte auf den Oderdeich hinauf zu verlagern, um Tieren im Falle von Hochwasser Fluchtmöglichkeiten zu ermöglichen.

In den vergangenen Wochen hatten sich Rehe auf der Flucht vor hohen Wasserständen im Nationalpark im Schutzzaun verfangen und verletzt. Bilder von Umweltschützern zeigten verendete Tiere am Zaun.

Jagdzeit bis Ende Januar verlängert

Unterdessen hat die Oberste Jagdbehörde die Jagdzeit auf Schalenwild - wie Reh-, Rot- und Damwild - in den von der Afrikanischen Schweinepest betroffenen Gebieten verlängert. Am Mittwoch erscheint eine entsprechende Allgemeinverfügung im Amtsblatt für Brandenburg. Zur Erfüllung der Abschusspläne wird die Jagdzeit auf Schalenwild in ASP-Restriktionszonen bis Ende Januar verlängert. Regulär endet die Jagdzeit am 15. Januar, mit Ausnahme von Schwarzwild, welches ganzjährig bejagt wird.

Die Abschusspläne konnten laut Behörde wegen ASP-bedingter Jagdverbote nicht eingehalten werden. Sie seien aber wichtig für einen gesunden Wildbestand und den natürliche Waldumbau, hieß es.

Die um zwei Wochen verlängerte Jagdzeit gilt in den Restriktionszonen der Afrikanischen Schweinepest. Das betrifft die Landkreise Elbe-Elster, Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße, Dahme-Spreewald, Oder-Spree, Märkisch-Oderland, Barnim und Uckermark, sowie die kreisfreien Städte Cottbus und Frankfurt (Oder).

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.01.2022, 08:30 Uhr

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