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Quelle: dpa/Patrick Pleul

Übertragung durch Zeckenbisse

Drei Brandenburger Landkreise zählen ab sofort zu FSME-Risikogebieten

Millionen Menschen werden jährlich von Zecken gebissen. Vor allem die übertragene FSME-Erkrankung ist gefährlich. Zu den Risikogebieten zählen nun auch drei Brandenburger Landkreise.

Ab sofort gehören auch drei Landkreise in Brandenburg zu FSME-Risikogebieten in Deutschland. Dabei handelt es sich um Oder-Spree, Oberspreewald-Lausitz und Spree-Neiße. Das hat das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag mitgeteilt. Damit sind jetzt deutschlandweit 175 Kreise als FSME- Risikogebiete [rki.de] eingestuft.

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Borreliose-Erkrankungen durch Zeckenbisse auf Rekordhoch

Trockene Sommer, milde Winter – Zecken passen sich an den Klimawandel an. Für die von ihnen übertragene Borreliose war 2020 ein Rekordjahr. Eine Maßnahme gegen Waldbrände könnte den Aufschwung der Zecken weiter stärken. Von Dominik Ritter-Wurnig

Stiko empfiehlt FSME-Impfung

Geschätzte zehn Millionen Menschen werden pro Jahr in Deutschland von Zecken gebissen. Neben der Borreliose übertragen Zecken die weit gefährlichere Krankheit: Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Dabei handelt es sich um eine Hirnhaut- beziehungsweise eine Gehirnentzündung. Diese werden meist im Frühjahr und Sommer übertragen.

Wenn eine Zecke durch einen Stich das FSME-Virus überträgt, kann es einige Zeit dauern bis Symptome auftauchen. Im Schnitt können ein bis zwei Wochen vergehen bis die Erkrankung ausbricht. Die FSME verläuft bei vielen Patienten in zwei Phasen: Die ersten Anzeichen sind grippeähnliche Symptome, wie zum Beispiels Kopfschmerzen, Fieber oder Müdigkeit. In einer zweiten Phase kommt es zu einem symptomfreien Intervall ohne Fieber. Die nächste Phase des Krankheitsbildes kann bei fünf bis 15 Prozent der Infizierten zu einem Befall des zentralen Nervensystems führen.

Die Ständige Impfkommision (Stiko) empfiehlt Personen eine entsprechende Impfung, "die in FSME-Risikogebieten gegenüber Zecken exponiert sind, und Personen, die durch FSME beruflich gefährdet sind, wie zum Beispiel in der Forstwirtschaft oder Landwirtschaft arbeitende Personen sowie Laborpersonal".

Brandenburg bis in die 1960er Jahre FSME-Risikogebiet

Bis in die 1960er Jahre war Brandenburg – so wie Mecklenburg-Vorpommern – FSME-Risikogebiet. Danach galt die Viruserkrankung hier als ausgestorben. In den vergangenen Jahren hat das Robert-Koch-Institut immer neue Landkreise als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Der Schwerpunkt liegt in der Südhälfte Deutschlands, in den vergangenen Jahren rückte das Virus Richtung Norden und Osten vor.

Wesentliche Endemiegebiete in Deutschland liegen in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Thüringen und Sachsen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.03.2022, 16:30 Uhr

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