Sinkender Pegel - Straussee könnte mit Wasser aus anderen Gewässern gerettet werden

Fr 27.05.22 | 14:58 Uhr
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Straussee klein
Audio: Antenne Brandenburg | 25.05.2022 | Marie Stumpf | Bild: rbb/Marie Stumpf

Schon wieder kein Badespaß am Straussee. Seit Jahren verliert der See in Strausberg (Märkisch-Oderland) an Wasser, nun wurde ein neuer Tiefstand erreicht. Doch ein neuer Lösungsansatz könnte nun Abhilfe schaffen.

An der alten Messlatte, die vor einem Jahr noch im Wasser stand, wächst nun Gras. Und auch an der neuen Messstelle misst der Pegelstand des Strausseee (Märkisch-Oderland) gerade einmal 22 Zentimeter – ein neuer Tiefstand. Auch deshalb trafen sich am Mittwoch Vertreter der Strausberger Bürgerinitiative und dem Wasserverband Strausberg-Erkner mit Landrat Gernot Schmidt (SPD) in Seelow. Der Landrat vermittelte zwischen beiden Seiten. Dabei wurde besprochen, wie der See wieder mehr Wasser bekommen könnte.

Denn das Problem ist akut: In den vergangenen zehn Jahren ist der Pegel um bis zu 1,5 Meter gesunken. In Strausberg diskutiert man immer wieder über den kleiner werdenden See, vor allem in der warmen Jahreshälfte: 2022 ist das Strandbad am Straussee nämlich zum vierten Jahr in Folge geschlossen.

Plan für Umleitung aus neuem Wasserwerk in Eggersdorf vorerst gescheitert

Zuletzt hatte sich eine mögliche Lösung für den Straussee aufgetan: Das geplante neue Wasserwerk in Eggersdorf (Märkisch-Oderland) sollte überschüssiges Wasser in den See pumpen. Laut Unterer Wasserbehörde wären das mehr als 150.000 Kubikmeter pro Jahr. Diese hätten mindestens 80 Prozent des jährlichen Wassermangels des Straussees decken können, so die Straussee-Bürgerinitiative. Allerdings blieben verschiedene technische Details der Umleitung zunächst ungeklärt.

Nach den Gesprächen am Mittwoch wurde diese Idee aber vorerst wieder verworfen: "Die Wassermenge ist laut Wasserverband nicht ausreichend, es ist im Endeffekt nur ein Siebtel der Menge, die benötigt wird", sagte Landrat Schmidt im Gespräch mit dem rbb.

Die neue Lösung: Wasser aus anderen Seen

Stattdessen gibt es nun einen neuen Ansatz. Über eine Umleitung soll Wasser aus dem nahegelegenen Bötzsee und dem Fängersee (beide im Landkreis Märkisch-Oderland) in den Straussee geleitet werden. "Wir prüfen eine Tandem-Leitung, um bei starken Wassermengen Wasser in den Straussee zuzuleiten", so Landrat Schmidt.

Ein zweiter, bereits bekannter Ansatz, ist noch nicht vom Tisch. Es geht darum, Wasser aus dem 16 Kilometer entfernten Kalksteinbruch in Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) in den Straussee zu leiten. Ab August 2022 soll ein Gutachten innerhalb von zwei Jahren prüfen, ob das möglich wäre. Die Machbarkeitsstudie soll fast eine halbe Million Euro kosten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 25.05.2022

Mit Material von Marie Stumpf

 

5 Kommentare

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  1. 5.

    Wir 3 aus der Region müssten etwas zu sagen haben. :=)

  2. 4.

    Noch besser jetzt leer pumpen und andere Seen aufbessern. In Hennickendorf will ein Schuttabfuhrunternehmen die Tongrube zuschütten und noch 40 m Schutt oben aufschütten. Rein in das Loch wo mal der Straussee war. Baulandgewinnung auf Neuzeitart. Dumm kann ich auch sein; brauche da keinen Politiker als Vordenker.

  3. 3.

    Lesen Sie mal bei CEMEX nach was die so an Grundwasser abpumpen um den Kalksteintagebau trocken zu halten.

  4. 2.

    Heidi, ich kann Ihnen nur zustimmen. Zumal sich die vergangenen Dürrejahre auch schon auf den Wasserspiegel von Fängersee und Bötzsee auswirken. Viel Geld ist in den vergangenen Jahren in Gutachten und so weiter investiert worden, herausgekommen ist nichts. Nun versucht man ein Loch zu stopfen, indem man ein anderes auftut. Erinnert mich an Menschen, die mit immer neuen Krediten die alten Schulden zu tilgen gedenken. Ich stehe inzwischen auf dem Standpunkt: soll doch der Straussee trocken fallen, die Bürgermeisterin sollte sich freuen über das viele neue Bauland, was da gewonnen wird. Ironie Ende.

  5. 1.

    Wasser aus dem Fänger- oder Bötssee? Das ist ein Europäisches FFH Gebiet, NSG Fredersdorfer Mühlenfließ. Schutzziele ist der Erhalt des Fließ (also Wasser) davon gibt es jetzt schon zu wenig. Man gleicht also einen Mangel aus, indem man einen Mangel in einem schützenswerten (und gesetzlich geschütztem) Gebiet verschärft.
    Wer kann sich nur solch einen Blödsinn ausdenken.

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