Testlauf auf Zuckerrübenfeld - Intelligenter Roboter jätet Unkraut in Brandenburg

Mo 02.05.22 | 18:40 Uhr
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Autonomer Hackroboter Roboter
Video: rbb|24 | 04.05.2022 | Material: rbb24 Brandenburg aktuell | Bild: HNEE

Die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) hat zum ersten Mal einen autonomen Roboter auf einem Zuckerrübenfeld getestet. Der Testlauf fand am Montagvormittag auf der Lehr- und Forschungsstation Gut Wilmersdorf im Landkreis Uckermark statt. Mithilfe des Roboters soll nach Angaben der Hochschule der Anbau von Bio-Zuckerrüben in der Uckermark angekurbelt und vereinfacht werden.

Der Hackroboter konnte erfolgreich autonom über die Fläche fahren und Unkraut entfernen, wie Amanda Birkmann von der HNEE nach dem ersten Testlauf sagte.

Roboter kann Unkraut von Zuckerrüben unterscheiden

100 Kilogramm wiegt der Roboter. Er kommt nach Angaben der Hochschule ohne fossile Kraftstoffe aus, ist batteriebetrieben und verfügt über Solarpanels, die bei gutem Wetter die Nutzung der Sonnenenergie für den Antrieb ermöglichen.

"Wir haben gesehen, dass der Hackroboter mit dem schwierigen Gelände zurechtkommt und die KI-basierte Bildanalyse funktioniert. Er kann zuverlässig Unkräuter von Zuckerrüben unterscheiden", erklärte Marcin Brzozowski, KI-Experte am Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) in Frankfurt (Oder).

Roboter

Zuckerrüben-Anbau in der Uckermark rückläufig

Im Projekt "zUCKERrübe" erforschen Experten aus den Bereichen Ökolandbau, Robotik und künstliche Intelligenz, wie der Anbau von Bio-Zuckerrüben durch den Einsatz von Robotern optimiert werden kann. Künstliche Intelligenz helfe dabei, die Hackfrüchte von Unkraut zu befreien und das vollautomatisch, heißt es von der HNEE.

In der Uckermark ist der Anbau der Zuckerrübe rückläufig. Dabei spielt die aufwendige Beseitigung von Unkraut eine Rolle. Im konventionellen Anbau greift man deshalb zu Pestiziden, im Ökolandbau zur Hacke. Das werde mithilfe der künstlichen Intelligenz obsolet. Dadurch werde die Bio-Zuckerrübe für die regionalen Betriebe wieder attraktiv, sowohl als Teil der Fruchtfolge wie auch aus ökonomischer Sicht. Der Anbau der Zuckerrübe lohne sich, weil ihr Zucker zum einen vor allem in der Biobranche stark nachgefragt sei, zum anderen, weil ihr Anbau die Bodeneigenschaften verbessere, erklärte Amanda Birkmann von der HNEE.

Zukünftig soll eine Drohne den Roboter unterstützen

In der kommenden Vegetationsperiode soll das Gerät regelmäßig über das Feld fahren, heißt es aus der Hochschule. Dabei soll die Effizienz der Beikrautregulierung mit anderen Verfahren wie beispielsweise dem Einsatz einer Reihenfingerhacke verglichen werden.

Zudem arbeite das Wissenschaftsteam daran, eine Drohne als Unterstützung einzusetzen. Sie soll künftig mit dem Roboter kommunizieren, seinen Standort erfassen und ihm mitteilen, wo es ein Unkrautproblem gibt. "Damit können beide auch in Gebieten mit schlechtem Mobilfunkempfang eingesetzt werden, weil die Unkrauterkennung auf Drohnen und nicht auf Cloudservern erfolgt", sagt Marcin Brzozowski vom Leibniz-Institut.

Sendung: Antenne Brandenburg, 02.05.2022, 16:30 Uhr

6 Kommentare

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  1. 6.

    Ok - also einen Unkrautinator gibt es nun also schon. Kann noch spannend werden ... mit KI, Maschinen und so ;-).

  2. 5.

    Das Bild erinnert mich an die uralte Karrikatur, wo einer einen Graben aushebt, und die ganzen "Manager" drumrum stehen.


    Hätten die sich alle mit einer herkömmlichen Hacke "bewaffnet" ..... Aber wahrscheinlich besser als Chemiekeule.

  3. 4.

    Ja und vergleichsweise gut bezahlt 100 Ostmark für 1 Morgen 2mal hacken war doch vergleichsweise schnell verdientes Geld, wenn man die erste Hacke ordentlich gearbeitet hat. Vor allem wenn ein paar Pfützen ohne irgendwelchen Bewuchs in der Reihe drin waren.
    Problem der DDR, ein Kumpel hatte den Auftrag neben mir und für Nichtstun trotzdem 70 Mark bekommen. Der Fleißige war der Dumme, nur weil meine Mutter bei der BLN gearbeitet hat und ich somit Vorbild sein musste.
    Dafür musste man woanders schonmal ne ganze Woche ran. Und beim Rübenhacken konnte man sich die Zeit ja selbst einteilen.
    Hab allerdings lieber in der Industrie oder auf dem Bau gearbeitet. war irgendwie lustiger und spannender.

  4. 3.

    @rbb24 Alles gut und dann zum Schluß das Leibnitz-Institut.
    Hoffentlich bewährt sich der Apparat

  5. 1.

    nun ist es soweit: meine liebste Beschäftigung in den Ferien war das Rübenverziehen!!!

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