Polizei geht von "Nachtrunk" aus - Mutmaßliche Unfallfahrerin auf A11 pustet einen Wert von 4,58 Promille

Mi 29.06.22 | 15:42 Uhr
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Symbolbild: Polizei auf der Straße (Quelle: dpa/Markus Brandhuber)
Bild: dpa/Markus Brandhuber

Eine 38-jährige Autofahrerin hat am Dienstag auf der Autobahn 11 zwischen den Anschlussstellen Lanke und Wandlitz (Kreis Barnim) einen Unfall mit mehreren Autos verursacht. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, ergab die Alkoholmessung einen Wert von mehr als viereinhalb Promille.

Nach Angaben der Direktion Ost hatte die Frau zuvor offenbar versucht, mehrere Fahrzeuge zu überholen und war dann auf den Kleintransporter aufgefahren. Dieser sei dadurch auf den Lkw und dessen Anhänger geprallt.

Polizei geht von "Nachtrunk" aus

Nach dem Eintreffen der Polizei kontrollierten die Beamten vor Ort den Alkoholpegel der mutmaßlichen Verursacherin. Dabei pustete die 38-Jährige einen Wert von rund 4,58 Promille. Allerdings gehen die Beamten laut Darstellung der Polizei von einem sogenannten Nachtrunk aus. Das bedeutet, dass Alkohol erst nach einer Tat konsumiert wird. Das naheliegendste Motiv für eine solche Behauptung ist eine geringere Strafe, wenn man nicht alkoholisiert, sondern nüchtern einen Unfall verursacht hat.

Laut dem Online-Portal bussgeldkatalog.de ist ein Nachtrunk zwar grundsätzlich nicht verboten, könne aber durch Bluttests überprüft werden. In solchen Fällen werden üblicherweise zwei Blutproben angeordnet. Diese müssen in einem Abstand von 30 Minuten genommen werden. Ist der Alkoholgehalt der zweiten Blutprobe dann niedriger als der der ersten, widerlegt das in den meisten Fällen die Nachtrunk-Aussage. In der Regel beginnt der menschliche Körper etwa zwei Stunden nach Trinkende mit dem Alkoholabbau.

Durch eine sogenannte Begleitstoffanalyse kann außerdem festgestelllt werden, welche Getränke der oder die Verdächtige zu welchem Zeitpunkt getrunken hat, ob also die Behauptung plausibel ist. Eine solche Nachtrunk-Behauptung kann auch zu Regressforderungen der Haftpflichtversicherung führen.

Auch im Fall des Zusammenstoßes im Barnim nahmen Polizeibeamte der Fahrerin zwei Proben ab. Ein Ergebnis wurde noch nicht bekannt. Die Polizei stellte außerdem das Auto der mutmaßlichen Verursacherin sicher. Die anderen Beteiligten konnten weiterfahren. Insgesamt sei ein Schaden in Höhe von 35.000 Euro entstanden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 29.06.2022, 15:30 Uhr

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