Afrikanische Schweinepest in der Uckermark - Experten suchen nach Ursache für ASP-Ausbruch bei Hausschweinen

Mo 04.07.22 | 18:32 Uhr
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Symbolbild: Schweine stehen am 18.09.2020 in einem Stall. (Quelle: dpa/Sina Schuldt)
Video: rbb24 Brandenburg aktuell | 04.07.2022 | Michael Scheibe | Bild: dpa/Sina Schuldt

Nach dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in einem Mastbetrieb in Prenzlau (Uckermark) suchen Experten nun nach den Ursachen. "Wir wissen noch nicht, wie das Virus da reingekommen ist", sagte Dominik Lenz vom brandenburgischen Verbraucherschutzministerium am Montag in Potsdam. Es solle auch geprüft werden, ob es einen Zusammenhang zum ASP-Ausbruch in einem Betrieb im niedersächsischen Emsland gibt.

Der betroffene Betrieb habe rund 1.100 Tiere, sagte die uckermärkische Landrätin Karina Dörk (CDU) dem rbb. Laut Dörk hat das Veterinäramt alle Tiere isoliert. Im Anschluss seien sie getötet worden. Außerdem seien am Wochenende Proben entnommen worden, um herauszufinden, ob in dem Kerngebiet weitere Schweinbestände betroffen sind, so Dörk weiter.

Sperrgebiet wird eingerichtet, Allgemeinverfügung erarbeitet

Um den Ausbruchsort wird in einem Radius von drei Kilometern ein Sperrgebiet und in einem Radius von zehn Kilometern ein Beobachtungsgebiet eingerichtet. Im Umkreis von zehn Kilometern gibt es laut Ministerium 49 Schweinehalter, darunter auch Hobbyhalter mit wenigen Tieren. Konkrete Angaben und Maßnahmen würden derzeit in einer Allgemeinverfügung erarbeitet, heißt es vom Landkreis. Dessen Amtstierärztin bittet alle schweinehaltenden Betriebe und Privatpersonen, ihre Bestände im Veterinäramt in Prenzlau zu melden.

Landrätin Dörk spricht von einer fatalen Situtation, weil die neuen Fälle trotz großer Anstrengung im Kampf gegen die ASP aufgetreten sind. So hätten etwa zwei Schutzzäune für viel Ärger gesorgt. "Aber viel schlimmer ist es für den schweinehaltenden Betrieb. Für den ist es katastrophal." Es herrsche außerdem Verunsicherung bei den Betrieben, da die Vermarktung der Hausschweine sehr schwierig werde.

Insgesamt 2.546 ASP-Fälle in Brandenburg

Im September 2020 kam im Landkreis Spree-Neiße zum ersten ASP-Ausbruch in Brandenburg. Im Landkreis Uckermark wurde der erste ASP-Fall am 12. August 2021 bei Criewen bestätigt. Mittlerweile wurde die ASP bei 81 Wildschweinen bestätigt. Brandenburgweit gibt es bislang 2.564 bestätigte ASP-Fälle bei Wildschweinen.

Sendung: Anntenne Brandenburg, 05.07, 2022, 06:30 Uhr

7 Kommentare

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  1. 7.

    Lassen Sie sich Ihre Fähigkeiten bezahlen, bewerben Sie sich beim LKA!
    Jetzt mal ganz im Ernst......zu viele Tiere, zu beengte Haltung, mangelnde Hygiene, Ansammlung von Viren und Bakterien und schon ist die Schweinepest da!
    Das Selbe gilt in jeglicher anderen Tierhaltung ( Hunde, Hühner usw.)und ist keine schwarze Kunst!
    Aber Schuld sind die Wildschweine aus Polen .......!
    Wenn man die Wahrheit nicht ertragen kann, sollte man sich mit Mutmaßungen zurück halten!

  2. 6.

    Und wie sieht nun Plan B aus? Aller behördlicher Aktionismus lief auf Zäune hinaus, ohne Rücksicht auf Verluste bei den Wildtieren.

  3. 5.

    Es ist mir wohl bewusst, dass die ASP noch nicht immer in Deutschland ist, aber seit ~ 3 Jahren grassiert sie in Brandenburg. Daher ist Ihre Aussage, dass man nicht für Alles einen Maßnahmeplan zur Hand haben muss,ziemlich daneben. Und es gab in grauer Vorzeit die Regelung, dass jedes Schwein erfasst war. Aber vielen Dank für Ihre Belehrung

  4. 4.

    Naja, für "eine ansteckende Seuche bricht in der Nutztierhaltung aus" kann man schon einen Plan bereit haben. Welche Krankheit das genau ist macht für solche Pläne nämlich wenig Unterschied. Das ist aber hier auch augenscheinlich der Fall, es wurden ja Isolationsmaßnahmen eingeleitet. Die hat man sich sicher nicht Live überlegt, sondern aus der Schublade geholt.

  5. 3.

    Die ASP trat bis vor wenigen Jahren in Europa nicht auf

    Man kann nicht für alles einen Maßnahmenplan in der Schreibtischschublade haben

    Außerdem gibt's keine Vorschrift, die vorschreibt, die Anzahl gehaltener Schweine zu melden

    Also nicht immer alles besser wissen.

  6. 2.

    Es ist unverständlich, dass das Veterinäramt in Prenzlau erst bei Seuchenausbruch über die Anzahl der gehaltenen Schweine Informationen anfordert . Die ASP ist ja nicht neu aufgetreten, wenn auch nicht in diesem Gebiet. Da müsste doch eine Maßnahmeplan fix und fertig im Schreibtisch des Amtstierarztes griffbereit liegen, so dass man sofort handeln kann. Schlaft schön weiter, Ihr Veterinäre

  7. 1.

    Na ist doch ganz einfach...
    Ich kann mich noch dran erinnern, das davor gewarnt wurde, Wurstbrote auf den Autobahnrastplätzen im Kübel zu entsorgen, weil Wurst- und Fleischprodukte nicht auf ASP untersucht werden, da für die Menschheit ungefährlich.

    Da hat einer ne Wurstbrot aus Osteuropa-Fleisch verzehrt und nu ist die Kontamination durchgebrochen.
    Spätest bei dem Gedanken an die Tiertransporter Europaweit, deren Fahrer sehen ihre Familien wochenlang nicht, braucht es keine weiteren Erklärungen.

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