Landkreis Oder-Spree - Windrad in Brandenburg wegen Baumängeln gesprengt

Do 01.12.22 | 13:44 Uhr
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Gesprengtes Windrad am 30. November 2022 im Landkreis Oder-Spree (Quelle: rbb24 Brandenburg Aktuell)
Video: rbb24 Brandenburg Aktuell | 01.12.2022 | Michael Lietz | Bild: rbb24 Brandenburg Aktuell

Das Windrad im Landkreis Oder-Spree war erst ein Jahr alt. Trotzdem musste der 164-Meter-Turm jetzt gesprengt werden. Der Grund: Der Stahlbeton wies Mängel auf. Davon sind weitere Türme desselben Herstellers in Brandenburg getroffen - sie müssen weg.

Ein 164 Meter hoher Windkraftturm in Rietz-Neuendorf (Landkreis Oder-Spree) ist am Mittwoch gesprengt worden, nachdem im Mai eine baugleiche Anlage im Ruhrgebiet plötzlich eingestürzt war.

Wie sich herausstellte, sind diese Modelle des Herstellers nicht standsicher. Davon gibt es deutschlandweit 18 Stück, die bereits vorsorglich stillgelegt wurden und nun zurückgebaut werden müssen. In Brandenburg gibt es weitere Anlagen in Güstow (Uckermark) und in Jacobsdorf (Oder-Spree).

1.000 Tonnen Baumaterial

Sechs Sekunden dauerte die Explosion in Rietz-Neundorf, bis der Turm fiel und eine Staubwolke sich im umliegenden Wald ausbreitete. 125 Kilo Sprengstoff wurden dafür verwendet, sagte Sprengmeister Karl-Heinz Bühring dem rbb. Auf dem Boden lag ein Haufen Schutt, fertig zum Abtransport durch ein Eberswalder Unternehmen: Fast 1.000 Tonnen Baumaterial und rund 200 bis 250 Tonnen Stahl und Moniereisen, erklärte Matthias Rouvel von der Erd- und Bauschuttrecycling GmbH. "Hier liegt ein Turmsegment, das 100 Tonnen wiegt. Das wird mit Schneidbrennern kleingeschnitten und in der Umgebung verschrottet", sagte Rouvel.

Vor der Sprengung wurden die Metallteile der Anlage, etwa Rotorblätter und Gondel, gerettet. Das sei Teil des Sanierungskonzeptes, sagte Kevin Tirtiryan, Projektmanager beim Anlagenbetreiber Trianel aus Aachen. "An der gleichen Stelle wird das Fundament sowie ein neuer Betonturm von einem anderen Zulieferer wieder aufgebaut", so Tirtiryan. Die demontierten Bauteile würden anschließend hochgezogen und montiert werden.

Sprengung eines Windrads in Oder-SpreeSprengung eines Windkraftturmes in Oder-Spree. Bild: rbb24 Brandenburg Aktuell

Der Auslöser: Eine Schwachstelle im Spannbeton

Mittlerweile steht auch fest, warum die baugleiche Anlage im Ruhrgebiet einstürzte. Die Schadenanalyse habe ergeben, dass der Auslöser eine Schwachstelle im Spannbeton war, sagte Mats Barkow, Projektmanager bei Nordex, dem zuständigen Anlagenhersteller. "Diese Schwachstellen sind zurückzuführen auf mangelhafte Auslegung des Betonturms durch den Lieferanten und Fertigungsfehler beziehungsweise Produktions- und Montagefehler", so Barkow.

Im kommenden Jahr soll die neue Anlage fertig sein und mit zwei weiteren Anlagen im Windpark Rietz-Neuendorf grünen Strom für etwa 15.000 Haushalte pro Jahr liefern. Hersteller und Betreiber wollten sich zu den Kosten von Sprengung und Wiederaufbau nicht äußern.

Insgesamt 4.007 Windräder stehen laut der Bundesnetzagentur in Brandenburg [bundesnetzagentur.de, Stand: Oktober 2022]. Die installierte Leistung beträgt 8.170 Megawatt. Im laufenden Jahr wurden im Land 76 Anlagen mit 333 Megawatt in Betrieb genommen. In Deutschland hat nur das Land Niedersachsen mehr Windkraftanlagen als Brandenburg.

Sendung: rbb24 Brandenburg Aktuell, 30.11.2022, 19:30 Uhr

Mit Material von Michael Lietz

21 Kommentare

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  1. 21.

    Besser kann man es nicht ausdrücken wenn man keine Ahnung hat.
    Wie oft tritt das was Sie Dunkelflaute nennen ein?
    Gegenfrage, wie oft werden WKA abgeschaltet weil zuviel dreckiger Kohlestrom im Netz ist und Leitungen fehlen?
    Die Regierung packt das jetzt an, nur der von # Peter oft genannte Kohlenmunk jammert.

  2. 20.

    Ihre Kommentare hier sind Fake News eines Gegners von Erneuerbaren Energien
    Sind die verbittert das es mit ihrer Kohle und Atom zu Ende geht ??

  3. 19.

    Ich blockiere gar nix, aber SIE verkennen die Fakten denn ohne Wind und Sonne (Dunkelflaute) wird nix mit den Erneuerbaren, schon gar nicht ohne große Stromspeicher.
    Da können Sie ganz Deutschland zuspargeln oder mit Solarfließen verkleiden, es reicht auch nicht .

  4. 18.

    Das ist ja das Problem das Kohle noch soviel vertreten ist
    Der Dreck müsste eigentlich sofort gestoppt werden
    Aber leider werden die Erneuerbaren von Leuten wie sie Blockiert

  5. 17.

    ... der ,,Kohlemunk'' erzeugt aktuell ca. 50% der gesamten Stromerzeugung für Deutschland, die Windräder stehen aktuell Still oder liegen im Wald rum!
    Schönes Wochenende!

  6. 16.

    Die grösste Umweltkatastrophe sind wir selbst
    Wir zerstören selbst unsere Umwelt mit Kohletageabbau die wie Mondlandschaften aussehen usw.

  7. 15.

    Bei weitem nicht so viele wie für die Mondlandschaften des Kohle Tageabbau, für AKW,für die Teslafabrik in Grünheide usw.usw.
    Und bei weitem nicht so viele wegen der wirklichen Umweltkatastrophe Mensch, der den Klimawandel begünstigt und den Wald zerstört und deswegen extrem viele Bäume gefällt werden müsste
    Da sind die Flächen die für Windräder benötigt werden kaum zu berücksichtigen

  8. 14.

    @Auf Achse: Kleine Korrektur, die Website schreibt sich smard.de, mit "t" am Ende landet man beim Autohersteller.

  9. 13.

    Besser gefragt wieviel Millionen Bäume sind den Tagebauen zum Opfer gefallen?
    Falls Sie es nicht mitbekommen haben, da kommen neue hin.
    Wo der Kohlenmunk aufmuckt.....

  10. 12.

    Nochmal Glück gehabt das die Menschheit mit der Umweltkatastrophe/Klimawandel nichts zu tun hat......

  11. 11.

    Wieviel Bäume mussten für diese Investruine gefällt werden?

  12. 10.

    @ Ule, wieviel stehen nochmal in Deutschland? Und wieviel mussten auf diese Art entsorgt werden? (prozentual?)
    Und wieviel AKWs gibt es? Und wieviel Störfälle gab es? (prozentual?)
    So viele Fragen.

  13. 9.

    Windräder sind vom Bau, über den Betrieb, bis zum Rückbau eine Umweltkatastrophe sondergleichen.

  14. 8.

    Halt vom Winde verweht.

  15. 7.

    Einfach mal auf Smart.de gehen. Ist sehr interessant.
    Heute 15,00 Uhr, 5 mal soviel Konventionelle Energieerzeugung notwendig um den Strombedarf zu decken.

  16. 6.

    Es wäre auch ein Wunder, wenn ständig so viel Wind wehen würde, dass WKA immer 100% der Nennleistung liefern würden.

  17. 5.

    Bei der NZZ war neulich eine Analyse zu lesen, nach der nur 15% der Anlagen eine Auslastung von mehr als 30% erreichen.

  18. 4.

    Phantastisch für die Umwelt! <Sarkasmus aus>

  19. 3.

    Wie oft im Jahr wird denn die installierte Leistung erreicht?

  20. 2.

    Das soll die Zukunft sein ? Wohl kaum!

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