Illegal abgelegter Müll in einem Wald bei Stahnsdorf in Brandenburg (Quelle: rbb)
Audio: Antenne Brandenburg | Michel Nowak | 22.04.2020 | Bild: rbb

Geschlossene Recyclinghöfe in Barnim - Wenn der Wald zur Müllkippe wird

Die Recyclinghöfe im Landkreis Barnim sind wieder geöffnet. Zuvor konnte wegen der Corona-Krise vier Wochen lang kein Bauschutt oder Grünabfälle abgegeben werden. Möglicherweise auch das führte zu Müll im Wald.

Frühjahrsputz - und dann: Wohin mit dem Müll? Diese Frage dürften sich in den vergangenen Wochen viele Menschen im Land gestellt haben. Gerade jetzt, wo so mancher daheim Zeit zum Entrümpeln hat. In einigen Landkreisen in Brandenburg hatten die Annahmestellen der Recycling aber geschlossen.

Das hat vor allem zu einem geführt: zu vielen Müllhäufen und -tüten im Wald. In diesem Jahr mutmaßlich noch einige mehr als sonst, sagt Jonathan Etzold, Kreisvorsitzender des Nabu Barnim. "Gerade im Früher passiert es öfter, dass Menschen in ihren Häusern und Kleingärten sauber machen und dann ist es schade, wenn die Recyclinghöfe gerade zu haben" Die Folge sei dann: eine große Sauerei. 

Seit Jahren Anstieg vermüllter Wälder

Wegen der Corona-Krise waren die Annahmestellen im Barnim - anders als in anderen Landkreisen - für knapp einen Monat geschlossen. Dass dies zu mehr Müll in den Wäldern führte, glaubt Christian Mehnert, Geschäftsführer der zuständigen Barnimer Dienstleistungsgesellschaft jedoch nicht: "Wir haben in den letzten Jahren mit einem deutlichen Anstieg von Müllablagerungen in den Wäldern und an anderen Orten zu kämpfen, und die haben mit der Corona-Situation, wie wir sie heute haben, gar nichts zu tun." Dennoch ist auch der Geschäftsführer froh, dass die beiden Recyclinghöfe in Bernau und Eberswalde wieder geöffnet sind.

"Jeder könnte helfen, dass es nicht mehr so aussieht"

Mitarbeiter in Schutzkleidung fertigen die Kunden im Akkord ab. Vor allem in Bernau bilden sich zeitweilig längere Schlangen. Die Wartenden nehmen es fast ausnahmslos gelassen: Immerhin werden sie jetzt ihren Müll wieder los. Neben den wieder geöffneten Recyclinghöfen bleiben vier kleinere Wertstoffhöfe im Barnim allerdings weiter geschlossen.

Und auch die vielen gemeinsamen Frühjahrsputzaktionen in den Dörfern und Städten fallen dieses Jahr aus. Barnims Nabu-Kreisvorsitzender Jonathan Etzold hofft, dass diese nachgeholt werden können: "Jeder könnte helfen, dass es nicht mehr so aussieht", sagt er. Der Naturschützer hofft, dass die wilden Müllberge schnell verschwinden oder noch besser: gar nicht erst entstehen. 

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3 Kommentare

  1. 3.

    Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, kommt gar nicht umhin, immer auch hie und da Sperrmüll zu bemerken.
    Doch während es kein Problem ist, irgendwo innerhalb des Straßenlandes illegale Müllabladeplätze per Ordnungsamt-App zu melden, geht das im Wald kaum. Denn wie soll man dort eine konkrete Ortsbeschreibung angeben können?
    Meiner Meinung nach sollten Hinweistafeln und Kilometersteine in Waldgebieten durchgehend und gut erkennbar nummeriert werden, um in solchen Fällen und auch in Notsituationen zumindest einigermaßen konkret angeben zu können, wo sich jemand oder etwas befindet.

  2. 2.

    Ich glaube nicht, dass das mit den geschlossenen Recyclinghöfen zu tun hat. Das hat mit den Kosten zu tun, die man sich sparen will. Bei mir im Köpenicker Forst wurde schon immer Bauschutt entsorgt. Traurig aber wahr. Zum Glück haben wir eine sehr angagierte Försterin und die Sachen sind immer innerhalb weniger Tage verschwunden.

  3. 1.

    Porzellan, Bauschutt, WC (das seit 25 Jahren da liegt). Voriges Jahr waren Waldarbeiter dort, die eine Menge ausgelichtet haben. Die Kloschüssel hat auch diese Figuren nicht gestört. Auf die nächsten 25 Jahre.

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