Maki Okamoto im japanischen Fernsehen
Video: rbb|24 | 07.05.2020 | Material: rbb spezial | Bild: rbb

Blog über Kampf gegen Corona - Japanische Ärztin im Barnim wird zum Star in ihrem Heimatland

Maki Okamoto arbeitet am Bernauer Immanuel Klinikum und bloggt über den Kampf gegen Corona in Deutschland. Zehntausende ihrer japanischen Landsleute lesen ihren Blog. Inzwischen war Okamoto sogar im japanischen Frühstücksfernsehen.

Das japanische Frühstücksfernsehen kommt nicht alle Tage in den Barnim. Aber im April war das Bernauer Immanuel Klinikum bei "Konichiwa Japan" zu sehen. Protagonistin der Sendung: Die Assistenzärztin Maki Okamoto.

Okamoto will aufklären

Sie schreibt in ihrem Blog über die Corona-Situation in Deutschland [makiberlin.hatenablog.com]. Als Ende März viele Japaner mit einem umfassenden Lockdown rechneten, war die Unsicherheit in Japan groß. Da kam Okamotos Blog gerade recht. Schnell lasen nach Okamotos Angaben um die 20.000 Menschen, was die Ärztin über die deutschen Maßnahmen zu erzählen hatte. Das Interesse war so groß, dass schließlich sogar TBS, einer der bekanntesten Sender des Landes, mit seiner Morgensendung auf Okamoto aufmerksam wurde.

Die 33-Jährige möchte vor allem aufklären: "In dem Fernsehbeitrag habe ich erzählt, wie leer die deutschen Krankenhäuser sind. Und ich wollte zeigen, dass es nicht nur in der Stadt, sondern auch im Krankenhaus wichtig ist, Abstand zu halten." Aber sie habe auch erzählt, dass das Leben nicht komplett stillsteht und man in Deutschland etwa noch draußen Sport machen darf.

Assistenzärtin und Bloggerin Maki Okamoto vor dem Immanuel Klinikum in BernauOkamoto vor dem Immanuel Klinikum in Bernau

Japaner interessiert geringe Sterberate

Die 33-jährige Okamoto arbeitete schon in Japan als Kardiologin. Über ein Austauschprogramm ist sie 2017 nach Bernau gekommen. Inzwischen möchte sie hier bleiben und sich auf Herzklappen spezialisieren. Nach Sprachkursen und Weiterbildungen arbeitet sie seit Sommer 2019 als Assistenzärztin.

In diesen Wochen erreichen sie viele Fragen zum neuartigen Coronavirus: "In Japan wollen die Menschen wissen, warum in Deutschland die Sterberate so gering ist, während die Infiziertenzahl so hoch ist wie in Italien oder Spanien." Okamoto verweist dann auf die frühzeitige Erkennung der Lage, den sorgsamen Lockdown und eine gute medizinische Versorgung.

"Brücke nach Japan enger geworden"

In Japan leben 125 Millionen Menschen. Mit 15.000 ist die Zahl der gemeldeten Infizierten relativ gering. Aber die Krankenhäuser sind jetzt schon stark ausgelastet. Christian Butter, Leiter der Kardiologie in Bernau ist stolz, dass Maki Okamoto das Wissen der Bernauer Klinik nach Fernost trägt: "Das war natürlich für uns überraschend und erfreulich, dass so viel Interesse an Frau Okamotos Person besteht und damit die Brücke nach Japan enger geworden ist", sagt Butter, "Vielleicht können wir so unseren japanischen Kollegen helfen, die Situation besser zu meistern."

Okamoto bloggt derweil weiter für ihre tausenden Leser. Und das führt sie nicht nur ins Frühstücksfernsehen - inzwischen schreibt sie auch in Fachblättern über die Corona-Lage in Deutschland.

Sendung: Antenne Brandenburg, 07.05.2020, 16:40 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Beim lesen dieses Artikels fällt einem auf, wie schnell die Menschen doch vergessen. Vor einem Monat noch waren sie die Helden: die Verkäufer/innen in den Supermärkten und Discountern. Die Krankenschwester, Pfleger und Ärzte.
    Von allen hört und liest man auf einmal gar nichts mehr.

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