Archivbild: Mit weiten Abstand sitzen Schüler in der Aula des Städtischen Gymnasiums I, Karl-Liebknecht-Gymnasium, in der Vorbereitungszeit für ihre Abiturprüfung am 30.04.2020. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Video: Brandenburg Aktuell | 18.08.2020 | C. Krippahl | Bild: dpa/Patrick Pleul

Corona-Infektion in 9. Klasse - Frankfurt (Oder) schließt Gymnasium mit 860 Schülern

In Frankfurt (Oder) ist das Karl-Liebknecht-Gymnasium mit 860 Schülern und 70 Lehrern von den Behörden geschlossen worden. Grund sind zwei bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus in einer 9. Klasse. Nun soll das Geschehen eingedämmt werden.

Das Karl-Liebknecht-Gymnasium in Frankfurt (Oder) ist auf Anweisung des Oberbürgermeisters René Wilke (Die Linke) und des zuständigen Gesundheitsamtes für eine Woche geschlossen worden. Ziel ist es, die weitere Ausbreitung von Corona-Infektionen im Stadtgebiet von Frankfurt zu unterbinden und die Kontakte zwischen Jugendlichen einzuschränken.

Schüler und Eltern am Morgen informiert

Schulleiter Torsten Kleefeld sagte gegenüber dem rbb: "Was unsere Schule angeht, weiß ich mit Sicherheit, dass wir zwei bestätigte, positive Testergebnisse bei Schülern der Jahrgangsstufe neun haben."

Die Entscheidung zur Schließung fiel am späten Montagabend in einem Telefongespräch zwischen Wilke und dem Schulleiter des betroffenen Gymnasiums. Daraufhin verfasste Kleefeld noch in der Nacht einen Elternbrief und informierte am Morgen die Lehrkräfte. "Mit Beginn der ersten Stunde sind die Lehrer in die Klassen und Kurse gegangen und haben die Schüler aufgeklärt", so Kleefeld. Alle 860 Schüler und die 70 Lehrkräfte des Gymnasiums wurden im Anschluss nach Hause geschickt.

Testungen geplant

In den kommenden Tagen soll ein Großteil der Schüler getestet werden, um das weitere Infektionsgeschehen in der Stadt zu beobachten. Die Testung liege laut Schulleiter in den Händen des Gesundheitsamtes und sei aufgrund der großen Personenzahl eine logistische Herausforderung. Derzeit liefen deshalb die Planungen, welche Personengruppen konkret zu prüfen seien.

Schule geht digital weiter

Die Schüler werden bis einschließlich kommender Woche Dienstag, dem 25. August, zu Hause unterrichtet, teilte Torsten Kleefeld mit. "Der Präsenzunterricht findet nicht statt. Das heißt aber nicht, dass wir jetzt eine zusätzliche Ferienwoche eingeschoben haben." Ab sofort laufe der Unterricht in digitaler Form weiter. Dies sei aufgrund der Erfahrungen aus dem vergangenen Schuljahr problemlos möglich. Außerdem mahnte Kleefeld dazu, Ruhe zu bewahren und den Vorfällen sachlich entgegenzutreten.

Infektionsherd: Einschulungsfeier

Bereits seit Freitag sind insgesamt 40 Schüler in häuslicher Quarantäne. Darunter sind Schüler einer 9. Klasse des Gymnasiums sowie die einer Grundschulklasse im Süden der Stadt.

Aktuell gibt es in Frankfurt (Oder) zwölf aktive Covid-19-Fälle. 116 Personen befinden sich derzeit in häuslicher Quarantäne, 18 mehr als noch am Freitag. Einige von ihnen hatten am 8. August nach einer größeren Einschulungsfeier von zwei Familien mit über 80 Betroffenen im Frankfurter Ortsteil Markendorf Kontakt. Die Eltern einer Familie waren zuvor aus dem Auslandsurlaub zurückgekehrt, bestätigte Frankfurts Oberbürgermeister René Wilke dem rbb.

Sendung: Antenne Brandenburg, 18.08.2020, 07:30 Uhr

Hinweis der Redaktion: rbb|24 berichtet nicht über jeden Corona-Fall in Berliner oder Brandenburger Schulen und auch nicht über jede Schul- oder Klassenstufenschließung beziehungsweise alle Quarantäne-Maßnahmen. Die Fälle, über die wir berichten, haben wir redaktionell ausgewählt, weil es hier besonders berichtenswerte Auswirkungen gibt oder sie exemplarisch für die Situation stehen.

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21 Kommentare

  1. 21.

    Sind sie wahnsinnig ... eine Anlage mit extra Filtern usw. installieren ..... da dauert schon die Ausschreibung 2 Jahre, und wenn man dann eine gefährdete Käferart findet, dann dauert es weitere 2 Jahre bis die umgesiedelt ist.
    Fängt man dann mit dem Umbau an, stellt man fest das der Brandschutz so nicht geht.....was die Baukosten verdoppelt und um weitere 2 Jahre verlängert.....und am Ende stellt man fest das eh alles an Material teurer geworden ist und darum die Baukosten nochmal gestiegen sind....und nach 10 Jahren steht dann fest ....von dem Geld hätte man auch 2 Schulen neu bauen können. :D

  2. 20.

    Anstatt für eine ordentliche durchlüftung gesorgt wird bzw entsprechende Anlagen mit Filtern einmalig installiert werden, sollen alle Schüler wegen 2 Infektion nach Hause, sehr clevere Idee.
    Da braucht man die eigentlich nie wieder aufmachen, weil irgendein Infektion Virus Influenza wird immer sein.

  3. 19.

    So schlimm kann der die das Virus nicht sein, Anruf im Gesundheitsamt bei multiplen Symptomen u.a. Atemwege, Durchfall und weiteres... Empfehlung man könnte ja ggf. den Hausarzt aufsuchen. Dort angerufen, die zweite Ärztin der Praxis hatte offen, könne ja eventuell am nächsten Morgen dorthin kommen... Dann sei meine Hausärztin wieder da. Schicke meinen Mann morgen zur Arbeit... Versammlung mit über 30 Personen in Hotel in zentraler Lage in Berlin und Sohn zur Schule und die erwachsene Tochter zur weiteren Ausbildung in eine Zahnklinik. Keine vorsorgliche Quarantäne erforderlich sagt das Gesundheitsamt. Wenn es schlimm wäre würde dort sicher anders reagiert werden. Ist wohl doch nix mit Pandemie.

  4. 17.

    Konsequent nenne ich das.
    1 Woche Onlineunterricht - super, dass die Schule sich auf das Szenario vorbereitet hat - danach sind die Infektionsketten unterbrochen, sofern sich alle an die Quarantäne halten.

    Man hätte das Schuljahr mit Onlineunterricht (gerade bei den größeren Schülern, die allein zu Hause bleiben können) beginnen sollen. Damit hätte man diverse Infektionsketten von Urlaubsrückkehrern "aussitzen" können.

  5. 16.

    Hohe Corona- Gefahr in Räumen, Studie aus China. Die Gefahr einer Corona-Infektion ist in geschlossenen Räumen extrem höher als draußen.
    https://www.nau.ch/news/china/coronavirus-studie-belegt-geringe-ansteckungs-gefahr-im-freien-65694586

    Aerosole (Partikel) sorgen in geschlossenen Räumen für ein hohes Infektionsrisiko.
    https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/richtiges-lueften-reduziert-risiko-der-sars-cov-2
    https://www.dw.com/de/coronavirus-in-aerosolen-nachgewiesen/a-54551830

  6. 15.

    Hohe Corona- Gefahr in Räumen, Studie aus China. Die Gefahr einer Corona-Infektion ist in geschlossenen Räumen extrem höher als draußen.
    https://www.nau.ch/news/china/coronavirus-studie-belegt-geringe-ansteckungs-gefahr-im-freien-65694586

    Aerosole (Partikel) sorgen in geschlossenen Räumen für ein hohes Infektionsrisiko.
    https://www.umweltbundesamt.de/presse/pressemitteilungen/richtiges-lueften-reduziert-risiko-der-sars-cov-2
    https://www.dw.com/de/coronavirus-in-aerosolen-nachgewiesen/a-54551830

  7. 13.

    Das ist hier leider auch nicht der Fall. Im letzten Halbjahr gab es an der Schule genau Null digitale Angebote und auch sonst nur eine sehr eingeschränkte Beschäftigung für die Schüler. Neues Wissen wurde fast überhaupt nicht vermittelt. Ich bin gespannt wie es nun läuft ...

  8. 12.

    In Berlin gibt es einige Schulen, die mit digitalen Inhalten und Methoden sehr gut durch die Zeit der Schulschließung gekommen sind. Aber Pauschalisieren macht das eigene Weltbild so schön einfach..

  9. 11.

    Was meint Ihr so? Wieviele der selbsternannten Experten haben vor Corona überhaupt schon einmal Begriffe wie Tröpfchen oder Aerosole jemals gehört?
    Ich schätze einmal weniger als 5%!
    Experten der Bildzeitung. Macht doch vor dem Schreiben besser mal selbst Homeschooling, statt sich selbst der Lächerlichkeit auszugeben.

  10. 10.

    Überzogen?
    Den Ernst der Lage nicht erkannt. Wie kann man nur so leichtfertig mit dieser Gefahr umgehen.

  11. 9.

    Wichtiger als auf die Maskenpflicht im Unterricht zu pochen, wäre es doch, ernsthaft zu hinterfragen, wie dringend notwendig denn Urlaubsreisen mit Flugzeug, Bus oder Bahn sind... da bringt auch keine Maskenpflicht bei Kindern was. Die müssen letzendlich die Verantwortungslosigkeit der Erwachsenen ausbaden.

  12. 8.

    Ist mir neu, das die große Demo in Berlin in geschlossenen Schulklassen stattfand. Aber da ja nur sehr wenige Teilnehmer da waren (entgegen der fake News), ist das natürlich möglich...

  13. 7.

    Völlig überzogen! 2 Leute haben das Virus (was noch nichts zu sagen hat) und eine ganze Schule wird dicht gemacht. Einfach völlig daneben... Und im Übrigen... Vor 2 Wochen war die große Demo in Berlin - wo sind denn da die vorhergesagten "Fälle"?

  14. 6.

    Wenn in Brandenburg schon 860 Testungen eine logistische Herausforderung sind, so frage ich mich, was machen die erst im Herbst, wenn viel mehr zu testen ist?

  15. 5.

    Na wenigstens scheint es sich um eine Schule zu handeln, die mit einem digitalem Unterrichtsplan aufwarten kann. Ist halt nicht Berlin ....

  16. 4.

    Wer feiern kann, kann auch Quarantäne... Hoffentlich ist der online-Unterricht nicht nur das Verteilen von Arbeitsblättern per Mail, wie es beim sog. Lockdown üblich war.

  17. 3.

    Es ist ja wohl maßlos übertrieben und derzeit nicht angebracht, die Einschulung der Kinder zweier Familien mit 80(!) Personen zu feiern. Was denken sich die Leute eigentlich. Dass corona bei Einschulungsfeiern ein Auge zudrückt?

  18. 2.

    Karl Lauterbach: Masken halten Aerosole nicht auf.

    Es gibt also keine Evidenz, dass Masken mehr sind als ein Spuckschutz.
    https://www.zdf.de/gesellschaft/markus-lanz/markus-lanz-vom-13-august-2020-100.html

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