Slubice am Tag nach der Wahl
Die Corona-Zahlen in Polen steigen wieder an. | Bild: rbb / Marie Stumpf

Deutsch-Polnischer Übergang - Fernfahrer fürchten Corona-Tests an der Grenze

In Polen steigen die Corona-Zahlen wieder an. In Słubice und an der Grenze wünscht kaum einer neue Kontrollen. Doch Ostbrandenburger Ärzte sorgen sich auch um die Auswirkungen der Corona-Demonstrationen in Berlin.

Die Fernfahrer aus Polen und Litauen an der Autobahn A12 in Słubice zeigen sich am Montag noch entspannt. Urlaubsrückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen ab dieser Woche in Deutschland an den Flughäfen und Bahnhöfen getestet werden. Für Fernfahrer, die mehrere Ländergrenzen überschreiten, ist das jedoch noch nicht im Gespräch.

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Insgesamt sind 10.846 Personen erkrankt und 1.732 an dem Corona-Virus verstorben. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung. Geprüft werde unter anderem erneut eine Quarantäne für Reisende aus einigen Ländern mit hohem Infektionsgeschehen.

Fernfahrer befürchten Stau und Arbeitsverzögerung

Der polnische Fernfahrer Jacek aus Polen ist von einer Lieferung aus der Schweiz zurückgekehrt. Er ist für verschiedenen Aufträge in Deutschland, Dänemark, Belgien und in den Niederlanden unterwegs. Die ansteigenden Fallzahlen in Polen bereiten ihm Sorgen, er möchte aber nicht, dass die Grenzkontrolle wieder eingeführt werden: "Ich war unterwegs, als die Grenze dicht war. Manchmal habe ich 20 Stunden im Stau gewartet." Das bedeutet für Fahrer, die nach Lieferung bezahlt werden, starke Einbußen.

Er betont auch, dass er in seinem Job nur wenig Kontakt zu anderen Menschen habe, denn die meiste Zeit sitze er in seiner Kabine. Auch Wiktor Lewicki, Fernfahrer aus Litauen, betont die wenigen Kontakte. Er erzählt, dass seine Auftragsfirma ihn mit Masken und Schutzkleidung ausgestattet habe. Auch in den Ländern, die er durchquere, würden die Hygieneregeln befolgt. Dazu gehörten Deutschland, Norwegen oder Italien. "Ich denke, zusätzliche Grenzkontrollen braucht man da nicht."

Berlin-Demos erhöhen Infektions-Risiko auch in Ostbrandenburg

Doch die gestiegenen Zahlen in Polen sind noch nicht die Hauptsorge an der Grenze. Am Sonnabend haben mehr als 20.000 Menschen aus ganz Deutschland meist ohne Masken und Abstandsregeln an einer Anti-Corona-Demonstration in Berlin teilgenommen. Die Sorge vor höheren Corona-Infektions-Zahlen wächst deswegen auch in Ostbrandenburg, bestätigt Steffen Hampel, der Amtsarzt des Landkreises Märkisch-Oderland dem rbb am Montag: "Ich habe dafür kein Verständnis. Wenn sich sowas wiederholt, dann bekommen wir eine kritische Zahl und es wird auch schwer, Menschen in frühestmögliche Isolierung zu schicken, um die Verbreitung zu verhindern."

Der Amtsarzt hat sich schon eine frühere Einführung von Urlaubstests gewünscht: "Im Gesundheitsamt stellen wir gerade fest, dass es erstaunlich viele Kontakte gibt von Reisrückkehrern, die dann positiv getestet werden." Hampel wünscht sich mehr Sorgsamkeit und Rückverfolgungen von näheren Kontakten.

Aktuell gibt es in Ostbrandenburg, dazu zählen Barnim, Frankfurt (Oder), Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Uckermark, 904 bestätigte Corona-Fälle. In Brandenburg sind insgesamt 3.593 bestätigte COVID-19-Fälle statistisch erfasst. Seit dem Vortag wurde ein ein neuer Fall bestätigt.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 03.08.2020

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2 Kommentare

  1. 2.

    "1.732 an dem Corona-Virus verstorben"
    ???
    Wurden die etwa alle obduziert oder woher weiß das die Brandenburg Aktuell-Redaktion so genau?

  2. 1.

    Die 904 Fälle sind die Gesamtzahl ?
    Seit dem Vortag wurde 1 neuer Fall bestätigt.
    Und Hampel sorgt sich ?
    Wenn sich das in Berlin wiederholt dann bekommen wir kritische Zahlen....
    Vermutlich verdoppeln sich die neuinfektionen dann .... auf 2.

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