Erster Schultag nach Lockerungen - Brandenburger Grundschüler dürfen wieder ohne Maske in den Unterricht

Unterricht ohne Maske in der Grundschule Seelow
Video: Brandenburg Aktuell | 23.08.2021 | Michael Lietz | Studiogast Hartmut Stäker | Bild: rbb

Zwei Wochen lang war an Unterricht ohne sie nicht zu denken. Jetzt dürfen Brandenburger Grundschüler auch wieder ohne Maske in die Klasse. Die Schüler in Seelow zeigen sich erleichtert, während Eltern schon skeptisch auf den Herbst schauen.

In den ersten beiden Wochen nach Beginn der Schule gehörten Masken in den Klassenzimmern, Fluren und sogar auf dem Schulhof zum typischen Bild in den Brandenburger Grundschulen. Als temporäre Schutzmaßnahme hatte das Bildungsministerium des Landes für sämtliche Schüler eine Maskenpflicht erlassen, für den Fall, dass sich Kinder im Urlaub angesteckt haben könnten. Jetzt ist die Schutzmaßnahme ausgelaufen.

Ohne Maske, aber mit Test und Lüften

So richtig rumgesprochen hatte es sich am Montagmorgen offenbar noch nicht, dass die Maske in den Ranzen und nicht mehr vors Gesicht gehört. Der Stau am Eingang zur Grundschule Seelow (Märkisch-Oderland) hatte aber einen anderen Grund. Nach wie vor gilt die Testpflicht. Zwei Mal pro Woche muss zu Hause ein Corona-Schnelltest gemacht und das Ergebnis vorgezeigt werden. Außerdem bleibt das Stoßlüften alle 20 Minuten verpflichtend.

Viele Schüler und Schülerinnen hoffen, dass sie die Maske im Unterricht nicht mehr tragen müssen. "Das war blöd und wir hoffen, dass es nicht mehr so sein wird.", sagt der neunjährige Fil. Klassenkameradin Becky ergänzt: "Man konnte sich nicht hören und hat nicht so gut Luft bekommen."

Die Maske vergessen dürfen die Kinder allerdings nicht, denn im Bus auf dem Weg zur Schule gehört sie nach wie vor dazu. Und auch für die Lehrerinnen und Lehrer gilt die Maskenpflicht im Unterricht auch über die Schutzzeit von zwei Wochen hinaus. Das sei vor allem in den unteren Klassenstufen ein Problem, sagt Schulleiter Karsten Handrick: "Insbesondere in den 1. und 2. Klassen sind wir dabei Buchstaben und Laute zu erlernen, und da wäre es schon von Vorteil, wenn auch die Kinder das Gesicht der Lehrkräfte sehen würden. Mimik und Gestik sind etwa beim Aussprechen von Vokalen sehr wichtig."

Maske noch nicht vom Tisch?

Seit Schuljahresbeginn sind nach Angaben des Bildungsministeriums in Brandenburg 200 Schülerinnen und Schüler positiv auf Corona getestet worden. Über 2.600 wurden in Quarantäne geschickt. Bei den Lehrkräften sind bislang 14 Corona-positiv und 93 in Quarantäne.

Größere Ausbrüche in Grundschulen habe es aber nicht gegeben. Dennoch rechnen auch in Seelow viele Eltern mit einer erneuten Maskenpflicht. "Jetzt kommt der Herbst mit Temperatur-Schwankungen und der Erkältungszeit", sagt die Elternsprecherin der Grundschule, Conny Fröhlich. "Ich kann mir schon vorstellen, dass es noch einmal zur Maske zurückgeht, aber wir sind ja schon dran gewöhnt."

Laut Direktor Karsten Handrick sorgte der Mund-Nase-Schutz neben den Unannehmlichkeiten aber auch für einen positiven Trend. Ihm zufolge gab es weniger Grippefälle und andere Erkrankungen. Die Befreiung gilt nur für Grundschüler. Schülerinnen und Schüler ab der 7. Klasse müssen laut Verordnung des Bildungsministeriums auch weiterhin weiter Masken tragen.

Maskenpflicht an Berliner Schulen verlängert

In Berlin hatte der Senat die Maskenpflicht für alle Schüler dagegen um zwei Wochen bis zum 5. September verlängert. Dabei ließ die Bildungsverwaltung vergangene Woche ausdrücklich offen, ob diese Regelung danach ausläuft oder noch mal verlängert wird.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.08.2021, 16:10 Uhr

Mit Material von Michael Lietz

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27 Kommentare

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  1. 26.

    Warum müssen Geimpfte keinen Test mehr machen ("sie sind ja geimpft und die Impfung schützt"), sollen aber weiterhin Masken tragen ("da die Impfung keinen 100%igen Schutz bietet") ?

    Was ist das für eine Logik?

  2. 25.

    „auch mit dem Anwenden der Maßnahmen richtig gelegen zu haben“
    Die Maßnahmen die alle alternativlos sind …. na klar und darum hat jedes Bundesland andere.
    Schon alleine Maske in der Schule…. der eine so der andere so und der dritte ganz anders… woran man auch erkennt… die Beratung durch Fachleute ist wohl auch nicht so weit her.
    Und dann He. Laschet der eingesteht das die Zahl 165 für die Bundesnotbremse willkürlich gewählt war.

  3. 24.

    Danke für die vielen faulen Ausreden, weil die Eltern nicht imstande sind ihren Kindern vorzuleben, dass das Leben und Aufwachsen auch aus einer Kette von Niederlagen besteht, die es zu bewältigen gilt. Ich vermute, dass den "leidenden" Kindern nicht mehrere Masken (die kein Vermögen mehr kosten)zum Wechseln mitgegeben wurden. Kinder gehen Probleme lockerer an, als wir Erwachsenen glauben, ihnen einzureden. Kinder finden oft fantasievolle Lösungen, auf die wir verkonzentrierten nicht zu kommen wagen. Macht Euch mal endlich locker, wenn Ihr wisst, was das bedeutet.

  4. 23.

    Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen. Die Schäden auf Grund von Lockdownmaßnahmen wie Schulschließungen, fehlenden Sportvereinen, Kontaktverboten, Dauer-Medienberieselung ...... sind immens. Dabei wissen wir noch nicht mal wie sich Formaldehyd und eingeatmete Maskenfussel auf die Gesundheit der Kinder auswirken.
    Über den Sommer sind untypisch für die Jahreszeit die RSV-Atemwegsinfektionen angestiegen.....
    Um sie zu beruhigen, empfehlen ich Ihnen einen Blick in die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie (DGPI) und der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH)zur Hospitalisierung und Sterblichkeit von COVID-19 bei Kindern in Deutschland zu werfen.
    https://dgpi.de/stellungnahme-dgpi-dgkh-hospitalisierung-und-sterblichkeit-von-covid-19-bei-kindern-in-deutschland-18-04-2021/
    Oder sie befassen sich mal mit dem Befinden der Kinder in Schweden!

  5. 22.

    Klasse! Sie wenden Suggestion (verstehen Sie dieses Wort?) pur an und freuen sich an Ihrer Verstellungskunst, dass keiner merkt, dass Ihre DEnke an Corona-Leugnen grenzt (Alles legal im Rahmen demokratischer Grundrechte). Zum Glück ist den meisten (außer Ihnen) klar, daß Corona kreuzgefährlich bleibt, Impfen, Masken, AHA-Regeln zur LEbensrettung beitragen, wenngleich prozentual verschwindend wenige Geimpfte sich weiterhin mit Corona infizieren und andere mit Corona anstecken können (Impfdurchbrüche). Bleiben sie in jedem Fall cool, falls es Sie oder jemand Ihrer Angehörigen erwischt, Panik ist nur hinderlich.

    Ihre Frage, was man morgens macht, wenn die Zahlen auf Null sind: Sie würden vermutlich grübeln, alle anderen würden sich freuen, dass alle Maßnahmen dazu beigetragen haben, noch 2 Wochen vorsichtig dabei bleiben und wenn es dann nicht/nie wieder ausbricht, sehr glücklich sein, auch mit dem Anwenden der Maßnahmen richtig gelegen zu haben, ob mit oder ohne Bier.

  6. 21.

    Sie müssen doch meine Kommentare nicht lesen.... Ich laß mir von Ihnen bestimmt nicht vorschreiben was ich wann und wo schreibe....

  7. 20.

    Gibt es denn dazu irgendeine Konkrete Zahl oder sonst irgendwas ?
    Also ab wann der Jugend wieder ein besseres Leben ermöglicht wird ?
    Und nicht mit der Impfquote kommen, diese Zahl wird alle paar Wochen nach oben verschoben und beinhaltet auch nix konkretes oder hat schon irgendwer davon gehört bei Impfquote X fallen diese und jene Maßnahmen weg ?
    Es passiert das Gleiche wie von Anfang an … erst Kurve abflachen, dann R-Wert, dann Ältere schützen, dann Gesundheitswesen nicht überlasten, dann Inzident unter was auch immer …. usw. usw.

  8. 19.

    Das haben sie genau auf den Punkt gebracht,danke, dem ist von meiner Seite aus nichts hinzuzufügen!!!!

  9. 18.

    Richtig!
    Und das ist genauso asozial wie sich nicht impfen zu lassen, um den Kinder/ Studenten jetzt wieder ein besseres Leben zu ermöglichen ohne das sie durchseucht werden. Was viele mittlerweile auch so hinnehmen würden. Krass

  10. 17.

    Die psychischen und somatischen Störungen kommen bestimmt nicht durch das Maske tragen. Man könne also nicht mit absoluter Sicherheit sagen....;-)!!!
    Dann probieren wir es einfach mal aus, wie viele Kinder krank werden und in den nächsten Jahren Folgeschäden haben. Das kann nämlich leider auch noch keiner sagen.Kennen Sie den Spruch "wenn das Kinder erst in den Brunnen gefallen ist..." Gute Mutter, was ist das bitte für eine Einstellung. Es gibt Möglichkeiten auch Kinder zu schützen und diese werden nicht im vollem Umfang genutzt.

  11. 16.

    Das Virus fühlt sich wohl, in vollen und geschlossenen Räumen bei ausreichender Verweildauer ohne ausreichenden praktischen Arbeitsschutz (Maskentragedauer) bei Schülern u n d Lehrern. Also so wie in einer Schule, anders dagegen in Gerichtssälen oder im Landtag, wo alles für Belüftung getan/ausgegeben wird, wenn es einem selber betrifft. Das hier noch kein Staatsanwalt gegen die Bildungsverwaltungen ermittelt?

  12. 15.

    Was wäre, wenn wir uns nicht gerade im Wahlkampf befänden. Täglich liest man von Politikern, die in ähnlicher Situation vor Monaten noch ganz anderer Meinung waren, dass es keinen neuen Lockdown geben wird. Versucht man die Wochen bis zur Wahl irgendwie rumzukriegen um auch von Lockdown-Gegnern das Kreuzchen zu ergattern? Erinnert mich an die Vor-Adventszeit, in der man hoffte, das Weihnachtsfest und -geschäft zu retten, und dann doch die Reißleine ziehen musste. Genau darauf steuern wir wieder hin, denn wir gestatten uns zu viel. Allein am letzen Wochenende: 20.000 bei der Schlössernacht, 25.000 bei Hertha, 21.000 + Zuschauer beim Halbmarathon und jetzt ohne Maske in der Schule. Gute Nacht!

  13. 14.

    Ich hoffe sehr dass die Berliner Kinder auch endlich von der Maske während des Unterrichts befreit werden. Das dadurch verringerte Infektionsrisiko ist mehr als überschaubar, die Nachteile überwiegen bei weitem. Kaum jemand muss so lange am Stück eine Maske tragen außer unseren Kindern.

  14. 13.

    Kann ihr Kind doch machen .....
    Frag mich nur warum sie immer über ihr Kind hier schreiben müssen.

  15. 12.

    Manche Eltern halten ihre Kinder inzwischen für eine Gefahr, dabei zeigen Studien, dass Paare mit Kindern weniger schwer von Infekten betroffen sind als Paare ohne Kinder, denn diese trainieren das natürliche Immunsystem der ganzen Familie.

  16. 11.

    Long Covid darf nicht verwechselt werden mit den pandemiebedingten psychischen und somatischen Folgen der zum Teil ausgeprägten Belastungen für Kinder seit 1,5 Jahren.
    Diese Nachricht haben Sie wohl verpasst.

    "In der Schweiz sei eine solche Studie durchgeführt worden: „Und was ist da herausgekommen?“, fragte Mertens: „Die Krankheitslast des sogenannten Long Covid ist bei denen, die infiziert worden waren, und denen, die nicht infiziert worden waren, praktisch gleich.“ Man könne also nicht mit absoluter Sicherheit sagen, dass die Symptomatik auf die Virusinfektion zurückzuführen sei. Mertens wurde deutlich: „Zu Long Covid in dieser Altersgruppe wissen wir praktisch nichts.“ Die Schweizer Studie sage sogar: „Das ist eigentlich kein Krankheitsbild der Kinder“.
    https://www.rnd.de/medien/stiko-chef-bei-markus-lanz-ueber-long-covid-bei-kindern-dazu-wissen-wir-praktisch-nichts-URONNKW4DNECPPXAP657NSFHQI.htm


    Ich begrüße die Entscheidung sehr und wünsche mir, dass Berlin nachzieht.

  17. 10.

    Gestatten Sie eine persönliche Frage?
    Was werden Sie tun, wenn Sie eines Morgens nach dem Aufwachen feststellen, dass keine "Zahlen" bekannt gegeben worden sind?

  18. 9.

    Ganz tolle Nachricht !
    Und was ist mit PIMS und long covid bei Kindern?
    Dann haben wir ja bald ein paar Ergebnisse auf kosten der Kinder und Eltern.
    Wer das toll findet hat 1,5 Jahre nichts mitbekommen und schaut auch keine Nachrichten.

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