Prenzlau und Eberswalde - Die letzten beiden Brandenburger Impfzentren schließen

Das Impfzentrum im Sportzentrum Westend in Eberswalde (Barnim)
Bild: rbb Fernsehen

Die letzten Corona-Impfzentren in Brandenburg in Prenzlau (Uckermark) und Eberswalde (Barnim) schließen am Donnerstag. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch mit. Ursprünglich sollte auch das Impfzentrum in Frankfurt (Oder) zum Monatsende schließen. Wegen geringer Nachfrage wurde dort der Betrieb bereits Mitte September eingestellt.

Fazit: 13 Impfzentren haben eine Millionen Dosen verabreicht

In den vergangenen neun Monaten wurden in ganz Brandenburg laut Gesundheitsministerium über eine Million Impfungen in den insgesamt 13 Impfzentren verabreicht. Ab 1. Oktober werden Corona-Impfungen planmäßig angeboten. Dann übernehmen niedergelassene Ärzte, ärztliche Einrichtungen und Betriebsärzte die Corona-Schutzimpfungen vollständig, hieß es. Über 1.700 ambulant tätige Ärzte und bis zu 35 mobile Impfteams in kommunaler Verantwortung bieten das demnach an.

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) dankte Hilfsorganisationen, Bundeswehr und den Kommunen für ihre Arbeit in den vergangenen Monaten. Sie warb weiter für die Corona-Impfung. "Noch sind wir nicht am Ziel", sagte sie.

Rund 1.000 Mediziner in Zentren tätig

Zu Beginn der Impfkampagne war die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg für Aufbau und Betrieb der Impfzentren verantwortlich. Anfang August übernahmen die Landkreise und kreisfreien Städte diese Aufgabe.

Niemals zuvor habe die Aufgabe bestanden, so vielen Menschen in so kurzer Zeit ein Impfangebot zu machen, sagte Paul-Peter Humpert, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Landkreistages Brandenburg. Die Impfzentren seien eine tragende Säule gewesen. Rund 1.000 ambulant tätige Mediziner seien in den Impfzentren im Einsatz gewesen, sagte Peter Noack, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung.

Auch in Märkisch-Oderland endet die Impfkampagne

Mit dem Ende der Impfstoff-Lieferungen durch den Bund enden auch im Landkreis Märkisch-Oderland, lange Vorreiter in der Impfkampagne, die kommunalen Impftage. Nach Angaben des Kreises liegt die Impfquote dort bei schätzungsweise 66 Prozent und damit fünf Prozent über dem Landesdurchschnitt.

Die meisten ohne Impfung seien demnach vor allem Kinder und Jugendliche. Diese habe der Kreis teilweise über Impfaktionen an Schulen erreicht. Landrat Gernot Schmidt sagte dem rbb am Mittwoch: "Wir setzen hier auf die Kinderärzte. Die Leute müssen selber aktiv werden, aber es geht ja um ihre eigene Gesundheit und es ist ihre freie Entscheidung." Im Bedarfsfall will der Landkreis aber mit Impfstoff helfen, etwa wenn Arbeitgeber ihr Interesse anmelden.

Schmidt mache das Ende der Impftage aber auch von der Pandemie-Lage abhängig. Die Kapazitäten könnten jederzeit wieder hochgefahren werden.

Sendung: Brandenburg aktuell, 29.09.2021, 19:30 Uhr

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4 Kommentare

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  1. 4.

    In Brandenburg muss jetzt eben auch gespart werden, bis es quietscht. Wo sind wir nur hingekommen? Und die Finanzministerin stellt sich gestern vor den Landtag und verteidigt ihren ach so guten Finanzplan! Warum kann man die ganzen unfähigen nicht einfach abwählen.Tesla wird mit Milliarden einfach mal so beschenkt, währenddessen in den Schulen und Kitas weiterhin gespart werden muss?

  2. 3.

    Die Testzentren können ja das Impfen mit übernehmen, da diese kaum ausgelastet sind. Es ist ja nicht mehr umsonst.

  3. 2.

    Bin der Impfquote sehe ich Brandenburg nicht in der Position, die Impfungen nur noch den Arztpraxen zu überlassen.

    In Berlin, wo die Quote zwar besser aber auch ausbaufähig ist, werden ja weiter 2 Interessenten und andere niederschwellige Angebote betrieben.

  4. 1.

    Frau Nonnenmacher "Noch sind wir nicht am Ziel", sagte sie.
    Weiß sie denn wie das Ziel aussieht ? Benannt hat sie das nicht.
    Vielleicht mal eine Umfrage machen das würde auch Klarheit bringen wer denn „wir“ ist.
    : D

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