Das Fürstenwalder Mischfutterwerk der Fimra FGL, die zur Agravis-Gruppe gehört
Audio: Inforadio | 21.03.2020 | Eva Kirchner-Rätsch | Bild: imago stock&people

Polnische Grenzkontrollen in Corona-Krise - Verkehrschaos trifft Brandenburger Unternehmen

Polnische Arbeiter kommen nicht mehr nach Deutschland zur Arbeit und Rohstoffe erreichen die Unternehmen nicht: Das Verkehrschaos der vergangenen Tage aufgrund der Corona-Krise trifft die Brandenburger Wirtschaft hart. Auch wenn sich die Lage nun etwas entspannt.

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Hamsterkäufe und stockender Verkehr in der Nähe der polnischen Grenze machen brandenburgischen Unternehmen zu schaffen. Wegen der Grenzkontrollen können viele polnische Pendler nicht mehr zu ihrer Arbeit in Deutschland kommen.

Polnische Arbeiter bleiben weg

Darunter leidet etwa der Geflügelhersteller Plukon, der an seinem Standort in Storkow (Oder-Spree) Hühner schlachtet und verpackt. 315 Mitarbeiter sind dort beschäftigt. Gut die Hälfte von ihnen kommt aus Polen. "Wir haben zwar schon Shuttlebusse eingesetzt, um die Leute zur Grenze zu bringen und wieder abzuholen, aber aktuell fehlen uns jeden Tag zwischen 40 und 55 Leute", sagte Unternehmenssprecherin Ulrike Rücker am Freitag dem rbb. Jetzt sucht das Unternehmen dringend neue Mitarbeiter.

In der Nacht zu Freitag haben die polnischen Grenzbeamten ihre Kontrollen gelockert und der Verkehr läuft wieder flüssiger. Aber Rücker ist nur verhalten optimistisch: "Ich hoffe, dass es sich vielleicht ein bisschen entspannt. Aber wir gehen davon aus, dass das langfristig ein Problem bleiben wird."

Rohstofflieferung stockt

Auch der Tierfutterproduzent, die Futtermittel-Getreide-Landhandel GmbH (FGL), ist vom Verkehrschaos diese Woche betroffen. Das Unternehmen verarbeitet in seinem Fürstenwalder Standort auch Rohstoffe von polnischen Ölmühlen und Getreideerzeugern. "Die Situation ist entspannter, aber manche Speditionen fahren gar nicht erst los", sagte Geschäftsführer Martin Bock dem rbb-Inforadio. "Schon seit drei, vier Tagen sind keine Rohstoffe aus Polen geflossen. Dieses Defizit schieben wir jetzt vor uns her." Zusätzlich kauften die Kunden gerade besonders viel Hunde- und Katzenfutter. "Da fehlen dann die Lkw", sagt Bock.

Engpässe fürchtet Bock durch Lieferschwierigkeiten aber nicht. Auch Ulrike Rücker von Plukon sagt: "Wir haben ausreichend Hähnchen da und es gibt auch keine Gefahr, dass das ausgeht. Bei uns ist eher der Engpass, dass die polnischen Mitarbeiter nicht zur Arbeit kommen."

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1 Kommentar

  1. 1.

    Jeder Bauer möchte halt in Deutschland, seine Produkte verkaufen, das aber mit Billigkräften aus dem Ausland. Und jetzt bleiben mal die Billigjobber weg. Da soll doch jeder mal wieder anfangen, seinen Spargel selbst zu stechen. Ging doch kurioserweise, bis zur Wende auch !!! Und verwilderte Gärten, gibt es in Brandenburg doch genug. Dann hört auch mal diese Landwirtschaft der riesigen Monokulturen auf. Und riesige Spargelfelder mit Folien, sind auch nur Umweltschädliche Monokulturen. Den Apfel und die Birne, die Erdbeeren und Kirschen, einfach mal selbst anbauen und selbst ernten.

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