Aus Stoffresten genähte Atemmasken übergibt ein Engagierter Unternehmer an Mitarbeiterinnen der Wicherndiakonie in Frankfurt (Oder)
Video: Abendschau | 23.03.2020 | | Bild: rbb/John-Alexander Döring

Wegen Versorgungsengpass - Diakonie erhält selbstgenähte Atemschutzmasken

Was Sie jetzt wissen müssen

Auch die Wicherndiakonie in Frankfurt (Oder) leidet wegen der Coronavirus-Pandemie unter Versorgungsengpässen. Sie benötigt aktuell mehrere Hundert Schutzmasken für die BewohnerInnen und MitarbeiterInnen. Deshalb hatten sie am vergangenen Freitag einen Aufruf über die sozialen Netzwerke gestartet - und am Montag erhielten sie 150 Masken, selbstgenäht von einem Unternehmer aus Lebus und seinem Team.  

Aus Stoffresten genähte Atemmasken übergibt ein Engagierter Unternehmer an Mitarbeiterinnen der Wicherndiakonie in Frankfurt (Oder)
Bild: rbb/John-Alexander Döring

Bettlaken zu Atemschutzmasken

Sven van Dyk und sein Team der Maler- und Lackiererinnung in Lebus haben nur ein Wochenende gebraucht, um aus ausrangierten Stoffen, Bettlaken und Kopfkissen Schutzmasken zu nähen. Die ersten hat er jetzt in der Wicherndiakonie in Frankfurt vorbeigebracht.

"Wir waren sehr schockiert, dass es diese Engpässe gibt und dann haben wir direkt Betriebe in Lebus und die Volkssolidarität aktiviert", sagt er. "Wir sind noch mitten in der Produktion, ich glaube, wir werden 300 Atemmasken schaffen." Dabei seien sie auf viele Helferinnen und Helfer angewiesen. "Das Nähen ist natürlich das A und O", sagt van Dyk.

Bunte Stoffreste

Die Diakonie hatte in ihrem Hilferuf eine Nähanleitung direkt mitgeliefert. Die Masken entstanden nun aus teils bunt gemusterte Stoffresten. In mehreren Lagen und mit der typischen Faltung, an den Seiten versehen mit Schlaufen aus Gummi-Litze, um sie hinter den Ohren zu fixieren.

Auch Nähanfängerinnen machen mit

Van Dyk ist nicht der Einzige, der die Mitarbeiter der Diakonie mit selbst genähten Masken überrascht hat. Auch Kathrin Beyer, Mutter aus Frankfurt, will helfen. "Ich habe das am Freitag über Facebook erfahren und hab beschlossen, na, dann nähe ich mal ein paar", sagt sie. "Ich habe tatsächlich nur acht geschafft - als Nähanfängerin habe ich etwa eine Stunde für eine Maske gebraucht."

Bei 60 Grad waschbar

"Jede Maske zählt und ist dringend nötig", sagt Sabrina Nielen von der Wicherndiakonie, sie sei überwältigt von der Unterstützung. Wer selbst genähte Masken hat, kann diese weiterhin in der Wicherndiakonie in Frankfurt (Oder) vorbeibringen. Voraussetzung ist, dass die Masken aus Baumwolle sind, damit sie bei 60 Grad gewaschen werden können.  

Aufruf auch aus dem Barnim

Auch die Hoffnungstaler Stiftung Lobetal bittet die Öffentlichkeit nun mit einem öffentlichen Aufruf um Unterstützung: sie suchen Näherinnen und Näher, die Mundschutz nach Schnittmuster erstellen und ihnen - vorzugsweise per Post - zukommen lassen.

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Natürlich haben Sie recht und auch @ Carsten. Brauche nur aus meinem Fenster zu schauen. Es scheinen sich viele Personen auch daran zu halten. Abstandhalten. Die Leute machen einen Bogen wenn sie anderen begegnen. Auch meine Aktion mit selbstgemachten Schutzmasken habe ich eingestellt. Denn nun habe ich es amtlich. Leider sind diese Masken unbrauchbar. Schade.

  2. 2.

    Nur schützen solche Masken den Träger nicht. Es ist reines optisches Blendwerk zur Nervenberuhigung. Der einzige Schutz besteht darin, dass es die Spucke des Trägers auffängt und so das Risiko minimiert andere anzustecken.

  3. 1.

    Sehr vorbildlich. Sitze selbst zuhause und nähe und bastle. Meine Mundschutzmasken bekommen die fleißigen Sprechstundenhilfen bei meinem Hausarzt. Übrigen lassen sich einmal Mundschutzmasken aus Küchenpapier sehr leicht herstellen. Gesehen auf YouTube.

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