Afrikanische Schweinepest - Brandenburg baut zweiten Schutzzaun entlang der Grenze zu Polen

Ein Sperrzaun zum Schutz vor Schweinepest (Quelle: dpa/Jens Büttner)
Audio: Antenne Brandenburg | 24.06.2021 | Anna Heyer-Stuffer | Bild: dpa/Jens Büttner

Brandenburg baut in Eigenregie einen zweiten Zaun gegen die Schweinpest entlang der Grenze zu Polen. Die Hoffnung, dass das Nachbarland eine Barriere errichtet, hat sich zerschlagen. Ein halbkilometer breiter Streifen soll künftig wildschweinfreie Zone werden.

Brandenburg plant einen zweiten Schutzzaun im Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP). "Der Bau eines ASP-Schutzkorridors entlang Oder und Neiße ist zwingend erforderlich, um das weitere Einwandern von infizierten Wildschweinen aus Polen zu verhindern", erklärte Verbraucherschutz-Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer am Donnerstag.

Das Seuchengeschehen in Westpolen sei hochdynamisch und die Schweinepest habe sich im Verlauf des Jahres 2021 in den an Brandenburg angrenzenden Gebieten weiter ausgebreitet. Es sei nicht damit zu rechnen, dass das Seuchengeschehen in Polen abflaue und das Risiko des Einschleppens von Infektionen sinke.

Bislang hatte Brandenburg den Bau eines Zauns östlich der Oder, also auf polnischer Seite, favorisiert. Gespräche des Bundes mit Polen hätten in dieser Sache aber zu keinem Erfolg geführt. "Derzeit ist Brandenburg das Bollwerk gegen eine weitere Ausbreitung der ASP nach Westen", erklärte Heyer-Stuffer.

"Kleintiere können hindurchschlüpfen, Rotwild überspringen"

Die zweite Absperrung soll rund 500 Meter entfernt von den Zäunen an der deutsch-polnischen Grenze, die bislang schon von der Uckermark bis nach Spree-Neiße reicht, errichtet werden, "entlang vorhandener Straßen und Wege und unter Berücksichtigung von Naturschutzgebieten", wird die Krisenstabsleiterin in der Mitteilung zitiert. "Kleintiere können in der Regel hindurchschlüpfen, Rotwild kann den Zaun überspringen."

Zwischen den Zäunen soll der Wildschein-Bestand möglichst auf Null gebracht werden. "Schweinehaltende Betriebe werden in besonderem Maße überwacht", heißt es. "Für die Kosten könnten möglicherweise mit Geldern der EU oder anderer Bundesländer abgedeckt werden.

In Brandenburg gibt es bislang 1.122 bestätigte Fälle von ASP, Hausschweine sind noch nicht betroffen.

Julia Klöckner (CDU), Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft, besichtigt die Prignitzer Landschwein GmbH. (Quelle: dpa/Soeren Stache)
Bundeslandwirtschaftministerin Julia Klöckner. | Bild: dpa/Soeren Stache

Klöckner lehnt Extra-Förderung für betroffene Betriebe ab

Unterdessen erklärte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag bei einem Besuch in der Prignitz, dass sie der Brandenburger Forderung nach einem neuen Förderprogramm für von der ASP betroffenen Betriebe skeptisch gegenüberstehe.

Brandenburg startet am Freitag eine entsprechende Bundesratsinitiative. Klöckner erklärte am Rande eines Unternehmensbesuches in der Prignitz hierzu, dass zunächst die Förderprogramme in Anspruch genommen werde müssten, die es schon gebe. Vorrangig sei aber die Frage, "wie wir die ASP eindämmen", so Klöckner weiter.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.06.2021, 18 Uhr

4 Kommentare

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  1. 4.

    Schwarzkittel, so nennt man auch umgangssprachlich das Wildschwein, lassen sich nicht ihre jahrelangen Pfade und Routen durch Zäune verbieten! Einfacher wäre es wie früher, Desinfektionsschleusen vor den Mastanlagen zu installieren und dem Schwarzwild sich selbst zu überlassen. Die Natur regelt so etwas von allein.

  2. 3.

    Bitte einfach mal den Zusammenhang erklären, vielleicht anhand von einer Quelle. Ihre These klingt toll, aber, stimmt sie auch tatsächlich?

  3. 2.

    Aufhören Schweinefleisch zu essen und das Problem ist aus der Welt.

  4. 1.

    ,Kleintiere können hindurch schlüpfen, Rotwild kann rüber springen", ja und das Schwarzwild hebt ihn an und kriecht durch! Diese Logik kommt 100%ig nicht vom Jagdverband, sondern von einem Politiker, der Wildschweine nur aus Büchern und Akten kennt! Da lachen ja sogar die Schweine. Dieser Beitrag verstößt ja nun absolut gar nicht gegen die Netiquette!

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