Zukunftszentrum Deutsche Einheit - Frankfurt will sich als Standort für Transformationszentrum bewerben

Passanten gehen an einem schwarz-rot-goldenen Herz mit der Aufschrift "30 Jahre" vorbei. Potsdam als Brandenburger Landeshauptstadt ist in diesem Jahr Gastgeber der zentralen Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Audio: Antenne Brandenburg | 18.06.2021 | Torsten Sydow | Bild: dpa/Christoph Soeder

Was hat der Systemwechsel nach der Wiedervereinigung mit den Menschen gemacht? Auf Fragen wie diese soll das Zukunftszentrum der Deutschen Einheit Antworten finden. Frankfurt (Oder) weird sich als Standort bewerben.

Frankfurt (Oder) wird sich als Standort für das Zukunftszentrums für europäische Transformation und Deutsche Einheit bewerben. Das haben die Stadtverordneten am Donnerstagabend einstimmig entschieden.

Erfahrungen der ostdeutschen Transformation sichtbar machen

Das Zentrum soll über die Veränderungen in Ostdeutschland und Osteuropa nach dem Fall der Mauer informieren und zum Dialog zwischen Wissenschaft und Bevölkerung anregen. Das Konzept entstand nach dem Vorschlag einer Kommission zum 30. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung.

Im März hatte die Bundesregierung eine Kommission damit beauftragt, ein Konzept zu entwickeln. Am 7. Juli will das Bundeskabinett über die Ergebnisse beraten. In welcher Stadt das Zentrum gebaut wird, soll in einem Wettbewerb ermittelt werden.

Die Stadt habe gute Chancen, den Zuschlag zu bekommen, sagte Oberbürgermeister René Wilke (Die Linke) nach dem Beschluss. Frankfurt (Oder) sei eine europäische Stadt. Zusätzlich punkte sie mit der Europauniversität Viadrina, die bereits zu Transformationsprozessen forsche. Außerdem habe die Stadt viele Erfahrungen mit Veränderungsprozessen. Wilke lobte die Idee als Notwendigkeit, die den Erfahrungen und Leistungen der ostdeutschen Gesellschaft Wertschätzung entgegenbringe. "Das Zentrum wird dafür sorgen, dass die Erfahrungen für die Zukunft genutzt werden." Mit dem Klimawandel und der Digitalisierung stünden weitere Veränderungsprozesse an und hier brauche man die die Kompetenz der Ostdeutschen.

Die brandenburgische Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) sagte am Freitag in Potsdam, das Zentrum passe hervorragend in die Stadt: "Frankfurt liegt an der Grenze zwischen Mittel- und Osteuropa und strahlt weit in die Region aus." In Brandenburg ist Frankfurt (Oder) die einzige Stadt, die sich bewerben will. Die Landesregierung unterstütze diesen Prozess, sagte Oberbürgermeister Wilke.

Chemnitz, Halle und Eisenach zeigen auch Interesse

Der Bund will das Zentrum bis 2027 bauen und die Investitionen von bis zu 220 Millionen Euro übernehmen. Es soll ein wissenschaftliches Institut, ein Kultur- und ein Begegnungszentrum entstehen. In Frankfurt könnte das Zentrum auf dem Campus der Viadrina oder auf einem leeren Grundstück direkt an der Stadtbrücke gebaut werden.

Die Entscheidung über den Standort will der Bund nächstes Jahr im März treffen. Andere Städte wie Chemnitz, Halle und Eisennach hätten bereits Interesse als Standort gezeigt, so Wilke.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Textes stand, dass das Zentrum ein Gednkort sein werde. Dies ist nicht der Fall. Richtig ist, dass es sich als kultureller, politischer und wissenschaftlicher Begegnungsort etablieren soll. Die entsprechende Stelle wurde korrigiert.

Beitrag von Isabel Röder

3 Kommentare

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  1. 3.

    Wann, wenn nicht jetzt?
    Wo, wenn nicht hier?
    Wer wenn nicht wir?
    Herr Wilke die besten Leute zusammensetzen und diese Bewerbung durchziehen. Hoffentlich dann auch mit einem architektonischen Highlight für unsere Stadt.

  2. 2.

    Cottbus hätte sich das gar nicht trauen dürfen...

  3. 1.

    Nach Ansicht sehr vieler, ggf. sogar der meisten Polen, liegt Polen nicht in Osteuropa, sondern in Mitteleuropa. Ich kann das gut nachvollziehen und teile das auch.

    Die Verortung Polens als Osteuropa heißt nichts anderes, als den überwundenen Eisernen Vorhang nur aufs Neue zu errichten. Damit kann es trotz aller Kritik an der PIS-Regierung nicht getan sein.

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