Ausbau Windenergie - Region Barnim-Uckermark beschließt neue Regel zum Bau von Windrädern

Archivbild: Farbenprächtig leuchtet der Morgenhimmel zum Sonnenaufgang über der nebligen Landschaft im Landkreis Uckermark. (Quelle: dpa/P. Pleul)
Bild: dpa/P. Pleul

Beim Bau neuer Windräder muss künftig in der Region Barnim-Uckermark ein Mindestabstand von 1.000 Meter zu Siedlungen eingehalten werden. Das hat die Region am Montag beschlossen.

Notwendig wurde dieser Schritt, da der Regionalplan der Region im März vom Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg (OVG) wegen Formfehlern für ungültig erklärt worden war. Dieser hätte mögliche Flächen für Windräder ausweisen sollen. Die jetzt beschlossene Regelung gilt für die kommenden zwei Jahre.

Kleine Gemeinden hatten sich auf Regionalplan verlassen

"Das ist ein ganz wichtiger Punkt", sagte Claudia Henze von der regionalen Planungsstelle Barnim-Uckermark gegenüber dem rbb. Gerade in den ländlichen Gemeinden habe das Urteil des Gerichts zu Verunsicherung geführt, sagte Henze.

"In den ländlichen Gebieten haben wir Gemeinden, die keinen Flächennutzungsplan haben. Und die sich deswegen mit der Steuerung der Windenergie selbst nicht befasst haben, sondern sich auf den Regionalplan verlassen haben." Durch das Scheitern des Regionalplans vor Gericht sei ein rechtsfreier Raum entstanden. "Diese Lücke konnten wir schließen", so Henze.

An dem eingereichten Plan bemängelte das OVG unter anderem, dass Personen, die nicht schreiben können, von den Planungsverfahren praktisch ausgeschlossen seien. Zudem sei der Plan in einer Form ausgefertigt und bekannt gemacht worden, die mit dem vom Plangeber beschlossenen Inhalt nicht übereinstimmte.

Geklagt hatten die drei Gemeinden Wandlitz, Bernau und Ahrensfelde (alle Barnim). Zuvor waren bereits andere Regionalpläne von Gerichten gekippt worden. In der Planungsgemeinschaft haben sich die Landkreise Barnim und Uckermark zusammengeschlossen, um zum Beispiel den Bau von Solarparks und Windrädern zu regeln.

Sendung: Antenne Brandenburg, 22.06.2021, 14 Uhr

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16 Kommentare

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  1. 16.

    Alle jammern hier rum aber kaum werden sie finanziell beteiligt, gibts plötzlich keine Belästigung mehr. Das Geschäftsmodell der kleinen Leute, die ein Stück vom Kuchen anderer abhaben wollen.

    "Fakt: im 1. Quartal 2021 wurde der Strom zu 59,3 % aus konventionellen Energieträgern erzeugt." Jo also brauchen wir 3x soviel Erneuerbare wie jetzt. Einfache Rechnung. Nich quatschen... machen !!

  2. 15.

    Dass es vor allem grün dominierte BIs sind, welche gegen zahllose Trassierungen und WKA Standorte klagen, ist Ihnen doch sicher nicht entgangen.

  3. 14.

    Tatsächlich bin ich auch "betroffen":
    In unser 5.000-Seelengemeinde stehen 32 (!) Windkrafträder. Allein zwei davon produzieren genug Strom für 6.000 Haushalte. Die Lärmbelastung? Die ist deutlich geringer als der durch Autos und Nachbarn verursachte.

    Wir haben auch Solarparks...von privaten Anlagen auf Hausdächern ganz zu schweigen.

  4. 13.

    Aber gern: "Noch dramatischer wird der Unterschied der Schallbelastung beim Vergleich mit Autobahnen (25 % LKW, Richtgeschwindigkeit 130 km/h, ca. 50.000 Fahrzeuge pro Tag). Diese hat in einem Abstand von 500 Metern eine Lautstärke von ca. 57 dbA, das ist so laut wie ein normales Gespräch. Eine Windkraftanlage ist selbst in einer Entfernung von nur 170 Metern schon 7 dbA leiser, in einer Entfernung von 500 Metern ist sie nur noch so laut wie eine ruhige Wohnung." energiewende.eu

  5. 12.

    "Vernunftkraft"-Argumente können nicht entkräftet werden? Ideologischer Strom bezahlt wer? "Stromtankstellen" zu Preisen, die soziale Konflikte bedeuten? Sind das die besseren Menschen, die auf Kosten der Betroffenen leben wollen und Opfer der Energiewende akzeptieren und auch technologieoffenes Schaffen für Alle durch Verbote blockieren? Diese Leute wollen auch physikalisch zu dicke klimaschädliche Dämmung als DIN-Norm, Dreifachverglasung, Photovoltaik auf Norddächern mit einer Eiche vor dem Dach wo bereits die Brauchwassererwärmung uneffektiv ist? Da wird sich der Eine oder Andere aber kenntnisreich heftig zu wehren wissen...wenn man das kaufmännische Geschick eines "chinesischen Suppenhändlers" nicht unterschätzt ;-)

  6. 11.

    Die Grünen opponieren in der Tat immer wieder gegen Freileitungen wie mit Habeck als Minister auch die Abstandsregeln für WKA in SH verschärft worden sind.

  7. 10.

    Ich wohne (Luftlinie) in ca. 400 m Entfernung zu einer Windkraftanlage mit ca. 130 m Gesamthöhe, welche in den frühen 2000ern gebaut wurde. Ja, man hört etwas, aber auch das ist Gewöhnungssache. Heutige Anlagen sind effizienter und leiser, die Abstände bei Neubauten sind mehr als ausreichend und sollten nicht noch weiter erhöht werden.

  8. 9.

    Zeigen Sei mal im Parteiprogramm wo die Grünen gegen Stromtrassen sind. Mutig auch von "Grüner Planwirtschaft" zu reden, wo die Grünen seit langer Zeit nicht in der Regierung sind und weiterhin fossile Energie massiv subventioniert wird.

  9. 8.

    Das ist eine gewagte These. Können Sie diese Behauptung auch mit Zahlen unterlegen? Warum bringen Sie nicht Fakten? Wir doppelzüngig die Grünen doch sind, da sie gegen Freileitungen sind aber gleichzeitig behaupten Windräder stören nicht.

  10. 7.

    Wie wenig die grüne Planwirtschaft aufgeht.
    Fakt: im 1. Quartal 2021 wurde der Strom zu 59,3 % aus konventionellen Energieträgern erzeugt.

  11. 6.

    Mindestabstand von 1.000 Meter reicht nicht aus, um Akzeptanz zu erhalten: nur die 10H-Regel kann dies erreichen (weil die Höhe tendenziell steigt), egal welche Meinung von Nichtbetroffenen geäußert wird. Wer die Leute vor Ort "spalten" will, der erntet entsprechend...Und die Verantwortlichkeit für ein Scheitern des "dilettantischen" Regionalplanes wird einfach so hingenommen? Wenn schon "Schreibtischarbeit" dann aber richtig? Von wegen...bitte "nehmt die Leute mit", denn ein Windrad "vor dem Schlafzimmer oder Terrasse" ist eine echte krankmachende Zumutung (nicht nur die Lautstärke und Schlagschatten), was eigentlich jeder wissen kann.

  12. 5.

    Es sind nur ungefähr 2/3. Auch der Braunkohlestrom wird fleißig exportiert. Im Rahmen von Einspeisemanagement-Maßnahmen konnten nur rund 2,8 Prozent der erzeugten erneuerbaren Energie 2019 nicht den Nutzern zur Verfügung gestellt werden. Da haben Sie sich wohl um eine Zehnerpotenz verzählt oder zu kurz hingeschaut. Bzgl. deshörbaren Schalls hatte sich übrigens 2017 die Berechnungsvorschrift geändert, so dass selbst alte Anlagen ggf. "lauter" geworden sind. Den Damen und Herren von Vernunftkraft hat das aber nicht gereicht.

  13. 4.

    @Martin H.: Das ist eine gewagte These. Können Sie diese Behauptung auch mit Zahlen unterlegen? Ein Kausalzusammenhang der, mit Ausnahme der Pandemiezeit, steigenden Tourismuskennzahlen mit den wachsenden Zahlen an Windkraftanlagen als negativ zu bezeichnen ist mutig.

    @Uckermärker: Es ist schon richtig, dass Brandenburg knapp 2/3 seines Energiebedarfes aus erneuerbaren Energien deckt, bei steigendem Strombedarf kann dies aber noch nicht das Ende sein. Ihre Meinung zur Lautstärke der Windkraftanlagen kann ich indes nicht teilen: niemand ist gewillt Autos abzuschaffen und die sind deutlich lauter als eine Windkraftanlage. Wir wohnen 500 m von einer Landstraße entfernt und hören diese nur, wenn der Wind günstig steht.

    Bisher haben die Lasten des Energiebedarfes die Lausitzer durch hohe Luft- und Lärmbelastung oder das Abbaggern ihrer Heimat tragen müssen, nun setzt der Klimawandel starke Zeichen. Es wird Zeit, dass wir alle etwas beitragen. Wir sind in BB schon sehr weit. Weiter so.

  14. 3.

    Es werden immer mehr Windkraft anlagen gebaut, und wenn die Jahre der Subvention um sind, rest man sie wieder ab. Bei meinen Eltern kann man bequem 150 Stück zählen. Meist sind 30 % aus dem Wind gedreht, sonst wird zu viel Strom erzeugt. Soweit ich weis kommen in Brandenburg fast der meiste Strom aus erneuerbaren Quellen. Berlin muss da aber noch nachsteuern.
    Man muss auch noch leben können, die neuen Anlagen sind leider wesentlich lauter als die Alten. Man kann sie noch in 1,5 Km Entfernung gut hören.

  15. 2.

    Besser wäre darüber hinaus ein Abstand von 1000 Metern zu allen Straßen und Wegen, denn diese Windräder verschandeln die Landschaft, was sich negativ auf den Tourismus auswirkt.

  16. 1.

    Gute Nacht Energiewende. Schade eigentlich.

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