Bürgermeisterwahl - Fünf Kandidaten wollen Amtsinhaber in Schwedt beerben

Jürgen Polzehl (SPD), Bürgermeister von Schwedt / Uckermark, am 05.08.20 in seinem Rathausbüro (Quelle: rbb|24 / Schneider).
Audio: Antenne Brandenburg | 21.09.2021 | Riccardo Wittig | Bild: rbb|24 / Schneider

Der Amtsinhaber Jürgen Polzehl tritt bei der Bürgermeisterwahl nicht mehr an. Fünf Kandidaten haben ihren Hut in den Ring geworfen, um ihn zu beerben. Größte Herausforderung wird die Schaffung neuer Arbeitsplätze sein.

 

 

Seit 16 Jahren führt der Sozialdemokrat Jürgen Polzehl die Amtsgeschäfte im uckermärkischen Schwedt (Oder). Jetzt geht er in den Ruhestand und wird bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag nicht mehr antreten.

Unter der Amtszeit des 68-Jährigen hat sich die Stadt von einer grauen Planstadt zu einem recht lebenswertem Ort entwickelt. Auf den Erfolge dürfe man sich nicht ausruhen, meint Polzehl.

Schwedter Eckdaten

Das Theater Uckermärkische Bühnen Schwedt. (Quelle: dpa)
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Da neben der Bürgermeisterwahl am 26. September auch Bundestagswahl ist, wird mit einer hohen Wahlbeteiligung gerechnet.

Zuletzt, als beide Wahlen zusammenfielen, lag die Beteiligung bei knapp 70 Prozent.

In Schwedt sind rund 27.600 Einwohner wahlberechtigt. Bei der Bürgermeisterwahl darf auch ab 16 gewählt werden. Zudem dürfen auch EU-Bürger, die in der Stadt leben, ihre Stimme bei der Bürgermeisterwahl abgeben.

Erreicht am Sonntag keiner der fünf Kandidatinnen und Kandidaten die notwenige Mehrheit, soll es am 24. Oktober zur Stichwahl kommen.

Klimawandel wird beim PCK zu Veränderungen führen

Die Schwedter Industrie befindet sich im Wandel. Die größte Herausforderung werde die Schaffung neuer Arbeitsplätze sein, so Polzehl. Zwar bestimmt noch immer die Großindustrie mit dem PCK die meisten Arbeitsplätze in der Stadt. Doch hier wird es durch die Klimawende Veränderungen geben, die auch ein Gegensteuern im Rathaus verlangen. Die oder der Neue wird zukünftig an der Gestaltung des Umbruchs gemessen.

Zwei Frauen und drei Männer kandidieren

Daher wird am Sonntag neben der Bundestagswahl auch die Abstimmung zum höchsten Schwedter Stadtamt durchgeführt. Zwei Frauen und drei Männer wollen ins Schwedter Rathaus einziehen.

Die SPD, die seit der Wende allein oder in Koalitionen mit anderen regiert, schickt Annekathrin Hoppe (parteilos), ins Rennen. Vor rund 30 Jahren wechselte die gebürtige Schwedterin vom PCK in die Stadtverwaltung. Seit 2016 ist die 59-Jährige stellvertretende Schwedter Bürgermeisterin. Sie steht für Kontinuität im Schwedter Rathaus und will im Sinne des Amtsvorgängers die Geschicke Schwedts weiterleiten.

Interessant ist, dass die Christdemokraten, die FDP sowie Die Linke keine eigenen Kandidaten ins Rennen schicken. Allerdings unterstützet Die Linke Annekathrin Hoppe in ihrem Streben, erste Bürgermeisterin von Schwedt zu werden.

Für Bündnis90/Grüne tritt Elisabeth Becker aus Vierraden zur Wahl an. Die 38-jährige Pädagogin und Sozialmanagerin ist seit 2019 Stadtverordnete und Mitglied im Kreistag. Erstmals treten die Grünen in Schwedt mit einem eigenen Vorschlag zur Bürgermeisterwahl an. Ausgesprochenes Ziel von Becker ist es, innovative Bildung auf internationalem Niveau mit gesunder Mittagsversorgung auf den Weg zu bringen. Auch will sie internationale und zukunftsorientierte Wirtschaft und Industrie in Schwedt halten und ansiedeln.

Torsten Gärtner tritt für die Listenvereinigung aus BVB/Freie Wähler und die Schwedter Wählerliste Bürger für Schwedt (BfS) an. Der 58-jährige Mitarbeiter der Stadtsparkasse war bisher in Schwedt Stadtverordneter. 2005 trat er schon einmal als Bürgermeisterkandidat an, musste sich aber Polzehl deutlich geschlagen geben. Er möchte Menschen, Familien, Eltern, Senioren und junge Leute ernst nehmen und in Entscheidungen mit einbeziehen, die Bürgersprechstunden in den Ortsteilen intensivieren und die Kommunikation deutlich verbessern.

Als Einzelkandidat will der Verwaltungsfachangestellte Nino Pawlak sich um das Bürgermeisteramt bewerben. Der 36-Jährige war AfD-Fraktionschef im Schwedter Stadtparlament. Später trat er aus Fraktion und Partei aus. Sein Fokus ist vor allem die zukunftssichere Ausrichtung Schwedts samt aller Ortsteile.

Seine ehemalige Partei schickt den heutigen AfD-Fraktionschef im Stadtparlament, Norbert Rescher, ins Rennen. Der 51-Jährige ist Dachdecker- und Zimmermeister In der Innung der Dachdecker kümmert sich unter anderem um Prüfungen. Seit 2019 sitzt er für die AfD im Stadtparlament.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.09.2021, 14:10 Uhr

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