Wahl zum Bundestag 2021 - CDU-Kandidatin fordert mehr junge Frauen im Parlament

Mehrere Abgeordnete der Grünen im Deutschen Bundestag (Bild: dpa/Jens Krick)
Audio: Antenne Brandenburg | 13.09.2021 | Lars Günther von der AfD | Bild: dpa/Jens Krick

Die Direktkandidatin der CDU im Wahlkreis 59, Sabine Buder, warnt davor, dass auch künftig zu wenig junge Frauen im deutschen Parlament vertreten sein werden. Wie die 37-Jährige, die für Märkisch-Oderland und Teile des Barnims in den Bundestag will, gegenüber dem rbb äußerte, seien vor allem Frauen unter 40 Jahren unterrepräsentiert.

"Wenn wir uns die Mandatsträger ansehen, dann sind das vorrangig ältere Herren und in namhafter Anzahl jüngere Männer. Und dann sind es einige ältere Damen: Frauen über 50 oder 60", sagte Buder. Jüngere Frauen seien parteiunabhängig nach wie vor selten. "Wir haben da gesamt-gesellschaftlich einen Nachholbedarf."

SPD und AfD widersprechen Kritik

Die Direktkandidatin der SPD in Märkisch-Oderland, Simona Koß, hält dagegen: Als junger Newcomer ohne viel Erfahrung sei es unabhängig vom Geschlecht in der Politik generell schwer.

Auch AfD-Direktkandidat Lars Günther aus dem selben Wahlkreis könne auf das Thema angesprochen die Kritik Buders nicht nachvollziehen. Er verwies darauf, dass junge Frauen meist mit der Kindererziehung beschäftigt seien. "Das ist kein altes Rollenbild", sagte er dem rbb. "Das hat auch etwas mit der natürlichen Wesensart der Menschen zu tun. Speziell die ersten Jahre ist die Mutter das wichtigste Bindeglied zu den Kindern." Der Vater steige später ein. "Da kann er noch so beherzt sein", so Günther.

Grüne und Linke stellen die meisten Frauen

Nach Angaben des Deutschen Bundestages sind von den insgesamt 709 Abgeordneten 223 Frauen. Damit beträgt die Frauenquote dort lediglich 31,5 Prozent. In der vorhergehenden Legislaturperiode waren es noch 37 Prozent. Statista, einem deutschen Online-Portal für Statistik, zufolge, liegen die Grünen beim Vergleich der Fraktionen vorn. Dort sind 56,7 Prozent der Abgeordneten Frauen, dicht gefolgt von der Linken mit 53,6 Prozent. Es folgen SPD (44,1 Prozent), Fraktionslose (28,6), FDP (23,8 Prozent) und die CDU (20,7 Prozent). Schlusslicht ist die AfD mit einem Anteil von 10,2 Prozent.

Im Landtag Brandenburg liegt der Frauenanteil laut dem Ministerium für Soziales bei 36,4 Prozent. In Berliner Parlament liegt die Frauenquote nach der Wahl 2016 bei 33,1 Prozent.

Sendung: Antenne Brandenburg, 13.09.2021

20 Kommentare

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  1. 20.

    Unwählbar, diese Partei. Siehe Wahlprogramm.

  2. 19.

    Der Reflex kommt ja wohl eher und beständig von Ihnen. Es ist für die Anzahl der Parlamentssitze vollkommen unerheblich, wie hoch der Anteil von Frauen in der Gesellschaft ist. Es kommt auf den Anteil von Frauen in den Parteien an und der ist nun mal in allen Parteien unterirdisch niedrig. Selbst bei den Grünen beträgt er keine 50%. Warum sollen also nun die Männer die Parteiarbeit überwiegend in der Freizeit übernehmen, wenn sie am Ende geschlechterbedingt zurückstecken müssen. Fakt ist, dass Frauen in Parteien allein durch ihre Unterpräsenz weniger leisten, aber trotzdem bei den Posten bevorzugt werden wollen. Noch mal: Mir ist es egal, ob Frauen oder Männer Posten bekommen, aber gerecht ist eben eine Verteilung nach Mitgliedern in der jeweiligen Partei. Das betrifft Männer vs. Frauen genau so wie alle anderen Gruppen, egal ob Bildung, Beruf, Herkunft oder sonst was. 50% Frauenquote bei niedrigerer Mitgliederquote hat mit Gerechtigkeit nichts zu tun.

  3. 18.

    Das war sowohl neoliberal unreflektiert als auch sexistisch, inhaltlich wie der AfD-Mann im Bericht. Frauen können also nicht anders, als mit den Kindern zu Hause zu bleiben? Was machen denn die Männer, können die nicht in Elternzeit gehen? Gibt zum Glück entgegen Ihrer stereotypen unterkomplexen Gesellschaftsvorstellungen auch andere Wege.

    Neoliberal unreflektiert deswegen, weil niemand gleiche Chancen hat. Wir leben alle unter individuellen Lebensbedingungen. Die Vergleichbarkeit von Lebensverhältnissen ist kontruiert und folgt dem gebetsmühlenartigen Loblied des martradikalen Extremismus, jeder Mensch sei des eigenen Glückes Schmied; wenn man etwas erreichen will, müsse man sich nur anstrengen. Falsch. Die Ausgrenzungen von Frauen in insbes. politischen Führungsebenen ist gerade be cDU/ cSU evident, man muss nur mal auf die jeweiligen Kabinette schauen. Und wie sauer Merkel als erfolgreiche Frau ängstlich-unsicheren Männchen aufstößt, sieht man speziell bei der Jungen Union.

  4. 17.

    "Was Sie fordern ist kein demokratisches Parteiensystem sondern die Rückkehr in eine mittelalterliche Standesvertretung!"

    Nicht nur Reflexen Herr Steffen. Und dabei glauben sachlich-inhaltlich zu diskutieren. Her Müller fordert in seinem Text doch gar nichts. Natürlich kann es in einer republikanischen Demokratie keine Quotierung dieser Art geben. Das ist aber Gespensterdebatte, Popanz, den die Herren und Verteidiger der strukturellen Männerquote immer vorbringen.
    Nur sind Frauen die Hälfte der Menschheit. Das ist eine Differenz, eine Diversität, die nichts damit zu tun hat, dass wir uns alle im weiteren in noch sehr vielem unterscheiden. Eine Frau macht ja auch nicht per se die bessere Politik, oder die bessere Konzernleitung, oder die bessere Kindererziehung. Das sind alles Projektionen aus Sicht jener Männer, die ja mindestens instinktiv wissen - SIE sind als Männer nicht per se qualifizierter. Verlangt die faktische Männerquote von ihnen aber auch nicht. Bingo! Abgesahnt!

  5. 16.

    Ich bin entsetzt nun auch schon die CDU. Meine Eltern kamen vor 64 J. als ungelernte aus einem Dorf in Oberschlesien in diese Stadt. um den Unterhalt der Jungen Familie zu finanzieren hat meine Mutter in einem Kindergarten als Putzfrau Heizerin Küchenhilfe angefangen, weil nur so der Kindergartenplatz für mich und meine Schwester gesichert war, sie Arbeiten konnte. Am Ende des Arbeislebens hat sie dann 30 Jahre in der Volksbildung und davon 20 Jahre als Ausgebildete Kindergärtnerin gearbeitet. Mein Vater fing 10 Tage nach der Ankunft bei der Bahn als ungel. Eisenbahner an und war bis nach der Vereinigung zum R. Amtmann aufgestiegen. Der Wriezener und Ostgüterbahnhof war Jahrelang seine Station als Güterverkehrsaufsichter und dort geachtet und gefragt. Diese "Posten haben beide nicht geschenkt bekommen oder im Versorgungsmodus für irgendwelche Ausbildungen/Studiums/Zugehörigkeit erhalten, sondern sich erarbeitet. Was ich damit sagen will ist, die Raumpflegerin dieVerkäuferin die Kinderbetreuerin können alle wählen und gewählt werden dürfen Parteien gründen und etablieren. Alle Wahlen sind geheim. Warum tun sie es nicht? Die Versorgungsmentalität(pöstchen,Quoten, nochn Projekt)gewisser Bildungsbürger *innen ist einfach nur schwer zu ertragen. Da oben in den Volksvertretungen ist eine solche besonders schädlich. Mitbürger*innen wenn ihr etwas wollt dann tut es wenn nicht dann hört auf so laut zu stöhnen. Alles auf einmal Familie Berufung etc. können nur die wenigsten. DENN Irgend etwas bleibt immer auf der Strecke. Ja das ist im Moment politisch
    Unkorrekt.

  6. 15.

    Was Sie fordern ist kein demokratisches Parteiensystem sondern die Rückkehr in eine mittelalterliche Standesvertretung! Es wird nämlich schlicht und wider besseren Wissens unterstellt, dass bestimmte Gruppen nicht in der Lage wären, die Belange anderer Gruppen zu vertreten. Dann müsste so mancher Parlamentarier seinen Platz künftig räumen, um ihn für Arbeiter, Zuwanderer oder Bauern zur Verfügung zu stellen. Das ist dann aber kein gewähltes Parlament mehr sondern eine Räteregierung, wo jede Gruppe ihre Abgesandten hin entsendet. Denn mit einer freien, demokratischen Wahl ist die geforderte Quotierung nicht zu erreichen. Komischerweise scheinen die Wähler aber mit der aktuellen Zusammensetzung der Parlamente kein Problem zu haben, sonst würden sie anders wählen. Den Parlamentarierinnen geht es nicht um Gerechtigkeit sondern um Posten. Als Mann will ich auch weiterhin die freie Wahl haben, ob ich meine Stimme einem Mann oder einer Frau geben will.

  7. 14.

    Wieder mal ein vollkommen aus der Luft gegriffener Kommentar! Welche Männerquote soll es denn bitteschön geben, die abzuschaffen wäre? Wenn Frauen das Gleiche Leisten wie ihre männlichen Kollegen, dann haben sie heute fast überall dieselben Chancen für einen Aufstieg. Dass das im Beruf nicht immer so gut klappt, liegt nicht an den Betrieben und auch nicht an angeblichen gläsernen Decken sondern daran, dass der Staat in Deutschland es nicht schafft, Angebote bereitzustellen, die es Frauen erlauben, Beruf und Familie uneingeschränkt unter einen Hut zu bekommen. Vor allem für Frauen wird es dann schnell unmöglich, sich beruflich genau so über Maßen einzusetzen, wie es ihre männlichen Kollegen können, die derweil mit Überstunden und mehr Flexibilität für die Firma schlicht den höheren Mehrwert erbringen (können). Politisch wird das Thema quasi totgeschwiegen und die Schuld bei der Wirtschaft gesucht.

  8. 13.

    Ich mag es langsam nicht mehr hören! Wenn mehr Frauen ins Parlament sollen, müssen eben auch mehr Frauen in die Politik! Es sind jetzt schon prozentual mehr Frauen im Parlament, als in den Parteien. Sie werden in Wahrheit damit bereits bevorzugt - was grundsätzlich nicht verwerflich ist. Wenn sie dann aber noch einen höheren Anteil an den lukrativen Posten fordern ohne gleichzeitig die Arbeit in der "Ochsentour" durch die Parteien in gleichem Maße zu leisten wie Männer, dann liegt eine Diskriminierung der nichtweiblichen Parteimitglieder vor. Rosinenpickerei ist eben nicht!

  9. 12.

    Auch jungen Frauen ist es unbenommen, entweder alleine oder über eine Partei Mandatsträger zu werden."
    Oder anders formuliert:
    In diesem Land hat jeder das Recht unter einer Brücke zu schlafen. Sowohl Arme wie auch Reiche.

  10. 11.

    Worauf fußt Ihre Behauptung, dass es bereits irgendeine Männerquote gäbe?
    Und finden Sie es nicht ein wenig vermessen, aufgrund dieser Annahme irgendwelche Maßnahmen zu fordern?
    Beweise brauchen Sie dafür nicht?
    Ferner würde mich dann auch noch interessieren, ob Sie eine Frauenquote nur für bestimmte Berufe und/oder Positionen fordern, oder ob Ihr Ansinnen beispielsweise auch Straßenkehrer, Sicherheitskräfte, Hausmeister und Sanitärinstallateure betrifft.
    Und dann würde mich noch interessieren, wie sich diese Quoten auf die anderen, angeblich existierenden Geschlechter auswirken und ob Sie wirklich bei Geschlechtern haltmachen, oder auch Quoten für Behinderte, Ethnien und Hautfarben fordern.
    Schon jetzt danke.

  11. 10.

    "Quoten sind idiotisch, da sie dafür sorgen, dass Menschen Posten nicht aufgrund ihrer Qualifikationen erhalten, sondern beispielsweise aufgrund ihres Geschlechts."

    Sehr richtig. Und deshalb gilt es seit Jahrzehnten und auch in Zukunft, die informelle, durch Struktur und Normalitätsbehauptung immer wieder beharrliche, tatsächlich wirkende und existierende Männerquote abzuschaffen.
    Immer wieder lustig, wie vor allem Männer behaupten, nicht durch sämtliche strukturellen, ökonomischen, sozialen, kulturellen, religiösen Mechanismen, keine Nutzniesser einer leistungslos selbstverständlichen Männerquote zu sein. Die keineswegs auf Qualifikation fußt. Das ist nur das selbstgefällige Selbstbild.
    In einem Land, das erst seit 100 Jahren Frauenwahlrecht einräumt. Während die Mänerquote mit paar tausend Jahren "Normalität" argumentiert. Als sei dieses Unrecht, seien die Privilegien durch jeweils eigene Leistung erworben.

  12. 9.

    Besser ist es, einen anständigen Beruf zu lernen.

  13. 8.

    und die CDU (20,7 Prozent). Schlusslicht ist die AfD mit einem Anteil von 10,2 Prozent."
    Wenn man sich die Zahlen so ansieht, dann scheint das doch ganz stark ein Problem der Schwarzen und Braunblauen zu sein.
    Wundert eigentlich nicht, wenn aus den Reihen der afd von einer natürlichen Wesensart der Frauen gesprochen wird. Evtl. sollten die konsequenterweise plakatieren: Frauen an den Herd. Aber normal.

  14. 7.

    "Biologisch-psychosoziales-Geschlecht"?
    Erstaunlich, was für Wortungetüme konstruiert werden müssen, wenn man sich nicht traut "Mann" und "Frau" zu sagen.
    GAR NICHTS muss geändert werden!
    Denn m. W. gibt es weder Vorschrift noch Gesetz, dass es (jungen) Frauen untersagt, politische Ämter anzustreben, soviel sie wollen.
    Quoten sind idiotisch, da sie dafür sorgen, dass Menschen Posten nicht aufgrund ihrer Qualifikationen erhalten, sondern beispielsweise aufgrund ihres Geschlechts.
    Dass das zu einer Schwächung der jeweiligen Organisation führt, dürfte auf der Hand liegen.
    Auf diesen Artikel bezogen:
    Wer auf gutes Benehmen pfeift und Ehrlichkeit bevorzugt, dürfte dann künftig jede Politikerin fragen:
    "Haben Sie Ihr Amt erhalten, weil sie dafür qualifiziert sind oder weil sie eine Frau sind?"

  15. 6.

    Es kommt doch auf das können und Qualifizierung Intelligenz an.und nicht ob Frau oder Mann!!!!!

  16. 5.

    Also mehr Menschen mit weniger oder gar keiner Erfahrung bzw. Lebensreife. Warum wird so etwas gefordert ?

  17. 4.

    Oder wir schaffen Wahlen und Politiker ab und jeder vertritt sich selbst!
    Dann ist die Bevölkerung entsprechend ihrer Gender-, Herkunfts- und sonstiger Anteile überall paritätisch vertreten!

  18. 3.

    Das sehe ich auch so. Wenn in den Parlamenten mehr junge Frauen sitzen sollen, müssen halt mehr junge Frauen in die Parteien eintreten. Dann können sie dort auch etwas ändern und schließlich auch für Wahlen aufgestellt werden.

  19. 2.

    Dann müssen die Wahlgesetzte geändert werden.
    Jede Partei muss dann pro-biologisch-psychosozialem-Geschlecht für bis zu Vier Altersgruppen Kandidaten zur Wahl stellen. So würden dann nur noch wenige Bürger nicht direkt vertreten. - Das dürfte nicht zu wesentlich mehr Abgeordneten führen,.da die meisten Parteien von der Wahl auszuschließen wären, wenn Mitgliederzahl und Zusammensetzung der Parteien Das nicht zulassen.

  20. 1.

    Auch jungen Frauen ist es unbenommen, entweder alleine oder über eine Partei Mandatsträger zu werden. Eine Bevorzugung, wie sie von den Aktionisten intendiert wird, ist jedoch verfassungswidrig. Das haben die Grünroten Linken in Thüringen und in Brandenburg mit ihren verfassungswidrigen Paritätsgesetzen lernen müssen.

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