Fluchtroute über Belarus - Bundespolizei registriert Geflüchtete direkt in Eisenhüttenstadt

ZABH Eisenhüttenstadt_Zelte der Bundespolizei
Audio: Antenne Brandenburg | 24.08.2021 | Edda Schlager | Bild: Edda Schlager/rbb

Die Bundespolizei registriert ab Samstag Geflüchtete direkt in der Zentralen Ausländerbehörde des Landes Brandenburg in Eisenhüttenstadt. Dazu richtet die Behörde einen Stützpunkt ein, um vor Ort die Daten von Geflüchteten aus dem Irak, Syrien und Afghanistan aufzunehmen. Bisher geschah dies nur in Frankfurt (Oder).

Nach Einschätzung der Bundespolizei reisen viele von ihnen derzeit über Belarus nach Brandenburg ein. Seit dem Sommer seien knapp 900 Personen über diesen Weg nach Brandenburg gekommen, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Martin Burmeister, am Donnerstag auf Anfrage. "Im August waren es knapp 400 und im September schon mehr als 400." Hinzu kämen in den beiden Monaten 400 sogenannte Sekundärmigranten, die über andere EU-Staaten kamen, und etwa 400 übliche Asylantragsteller.

Innenministerium spricht von beherrschbarer Lage

In Eisenhüttenstatt wurden in den letzten Tagen 270 Plätze mehr geschaffen. Von jetzt insgesamt 1.440 seien 1.061 derzeit belegt, so Olaf Jansen, der Leiter der Aufnahmeeinrichtung in Eisenhüttenstadt. Der Sprecher des Brandenburger Innenministeriums hält das für ausreichend. "Das sind natürlich gestiegene Herausforderungen, wenn die Zahlen steigen", so Burmeister. "Aber es ist keine Situation, die zu einer Beunruhigung führen sollte. Das ist alles beherrschbar."

Zelte für Schnelltests, Registrierung und Anlaufquarantäne

Schwierig sei derzeit, Kapazitäten für Quarantäne vorzuhalten. Denn etwa ein Zehntel der Ankommenden sei positiv getestet oder Kontaktperson. Deshalb würden jetzt Zelte aufgebaut, so Jansen. "Ein Teil der Zelte ist genau dazu da, dass wir so eine Art Wartestation haben, dass da Schnelltests durchgeführt werden", so Jansen. Sie seien etwa zum Registrieren und für Durchsuchungen aufgebaut worden. "Ein anderer Teil der Zelte dient dazu, dass in der Anlaufquarantäne Leute für ein, zwei Tage dort tatsächlich provisorisch untergebracht werden - für den Fall, dass sich die Zugangszahlen noch einmal erhöhen sollten", erklärte Jansen weiter.

Sendung: Antenne Brandenburg, 24.09.2021, Antenne am Nachmittag, 16:40 Uhr

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