Stichwahl am Sonntag - Schmidt und Obenauf kämpfen um das Amt des Landrats von Märkisch-Oderland

Collage: Stichwahl ums Amt des Landrates in Märkisch-Oderland. Die beiden Kandidaten Gernot Schmidt und Rico Obenauf. (Quelle: Landkreis Märkisch-Oderland)
Landkreis Märkisch-Oderland
Audio: Antenne Brandenburg | 14.10.2021 | Marie Stumpf | Bild: Landkreis Märkisch-Oderland

Die Einwohnerinnen und Einwohner von Märkisch-Oderland sind am Sonntag erneut zur Wahl ihres Landrats aufgerufen. Amtsinhaber Schmidt setzt bei der Stichwahl auf bisherige Erfolge. Doch auch Herausforderer Obenauf rechnet sich Chancen aus.

Im Rennen um den Posten des Landrates in Märkisch-Oderland müssen sich Amtsinhaber Gernot Schmidt (SPD) und Herausforderer Rico Obenauf (BVB/Freie Wähler) am kommenden Sonntag einer Stichwahl stellen. Bei der ersten Wahl parallel zur Bundestagswahl Ende September konnte keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit auf sich vereinen.

Obenauf will Nahverkehr stärken

Schmidt hat in seinen bisher 16 Jahren als Landrat viel Rückhalt in der Region sammeln können. Er erreichte im September laut Kreis 52.000 Wählerinnen und Wähler und damit 42,8 Prozent der Stimmen.

Obenauf gilt dagegen als relativ unbekannt. Obenauf holte mit 28.000 Stimmen fast 24.000 weniger und konnte 23,1 Prozent auf sich verbuchen. Den größten Zuspruch erhielt er in seiner Heimatregion Neuenhagen. Um seine Chancen zu verbessern, ist er derzeit auf Wahlkampftour im Landkreis unterwegs. "Ich unterhalte mich mit den Menschen und will ihnen die Angst nehmen, dass jemand aus dem Berlin-nahen Raum etwa das Oderbruch vernachlässigen wird", sagte Obenauf dem rbb.

Dafür will der 42-jährige Rechtsanwalt nach eigener Aussage unter anderem in den Nahverkehr investieren und ihn in kommunale Hand zurückholen. Das habe die derzeitige Kreisverwaltung in den vergangenen fünf Jahren vernachlässigt, so Obenauf weiter. Darüber hinaus wolle er eine Smartphone-App für kurzfristige Angebote im Rufbus-Verkehr auf den Weg bringen.

Amtsinhaber setzt auf Erfolge

Kommunalisieren will auch Amtsinhaber Gernot Schmidt. Er nimmt beispielsweise Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäuser, wie zuletzt das Krankenhaus Seelow, in den Blick. Schmidt setzt dabei vor allem auf seine Erfahrung. "Ich bin ein Mensch der klaren Worte und des Kontaktes zum Bürger, der in vielen Bereichen auch die Stimme Ostbrandenburgs geworden ist und viele wichtige Projekte umgesetzt hat. Und ich glaube, in den nächsten Jahren stehen schwere Aufgaben vor uns." Daher wolle er eine weitere Amtszeit antreten. Schmidt verweist hier etwa auf Schulneubauten oder die Reaktivierung der Wriezener Bahn.

Für seinen Herausforderer Rico Obenauf dürfte es kein leichter Wahlkampf sein. Bei der ersten Wahl lag Schmidt in fast allen Regionen vorne. Im Speckgürtel kam Obenauf teilweise aber dicht an ihn heran. Nun müssen am Sonntag erneut die Wählerinnen und Wähler entscheiden.

Die Kandidaten benötigen mehr als 50 Prozent der abgegebenen Stimmen und müssen gleichzeitig mindestens 15 Prozent aller Wahlberechtigten überzeugen. Geschieht das nicht, entscheidet der Kreistag über den neuen Landrat. Dabei dürfte dann Amtsinhaber Schmidt die größten Chancen haben. Denn er wird auch von der CDU unterstützt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.10.2021, 14:10 Uhr

Mit Material von Marie Stumpf

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