Mehrere Konvois bestätigt - Bundeswehr und Nato-Verbündete verlegen Truppen durch Ostbrandenburg

Mo 21.02.22 | 20:20 Uhr
Audio: Antenne Brandenburg | 21.02.2022 | Torsten Glauche und Michael Lietz | Bild: dpa/Julian Stähle

Am Wochenende ist es zu mehreren Truppenbewegungen und Militärkonvois in Ostbrandenburg gekommen. Mindestens zwei Militärkonvois wurden nach rbb-Informationen auf der Autobahn 12 in Richtung Frankfurt (Oder) beziehungsweise polnischer Grenze gesichtet. Zudem gab es einen weiteren Konvoi der Bundeswehr, wie ein Sprecher dem rbb bestätigte.

Truppen für das Baltikum

Angesichts weiterhin hoher Spannungen zwischen Russland und der Nato hinsichtlich einer möglichen militärischen Auseinandersetzung von Seiten Russlands gegen die Ukraine bereiteten die Truppenbewegungen vielfach Sorge. In sozialen Medien wurde darüber spekuliert, welches Ziel die unterschiedlichen militärischen Einheiten hatten. Von der Bundeswehr hieß es dazu auf Anfrage des rbb: "Es finden regelmäßig Transporte auch durch Brandenburg statt. Aktuell handelt es sich um Verlegungen von Fahrzeugen und Material im Rahmen der Verstärkung im Baltikum."

Die Bundeswehr bestätigte die Verlegung von deutschen Panzerhaubitzen nach Litauen, die vom Truppenübungsplatz Lehnin (Potsdam-Mittelmark) aus erfolgt sei. Deutschland führt derzeit ein Nato-Kommando in Litauen. Der Einsatz diene laut eines Bundeswehr-Sprechers der Sicherung der osteuropäischen Staaten und der Abschreckung. "Verstärkte Vornepräsenz" nenne sich das. Das Kontigent werde derzeit um 350 Soldaten erhöht.

Briten und Amerikaner verlegen Truppen für Manöver

Auch Großbritannien hatte angekündigt, seine Präsenz in den östlichen Staaten verdoppeln zu wollen. Bislang sind 150 Soldaten in Polen und 900 in Estland stationiert. Ein Konvoi von Panzern, der am Wochenende auf der A12 mit britischen Hoheitszeichen auch von rbb-Mitarbeitern gesehen wurde, könnte in Richtung Estland unterwegs gewesen sein. Zudem steht noch ein Nato-Manöver unter dem Titel "Säbelhieb" in der Slowakei bevor, dass Anfang März stattfinden soll. Dafür werden gerade über Sachsen vor allem US-amerikanische Einheiten verlegt.

Die Truppenverlegung über verbündete Staaten wie in diesem Fall über Deutschland wird bei der Nato "Host Nation Support" genannt. Laut Aussage der Bundeswehr wird eine solche Unterstützung ausländischer Streitkräfte vom Verteidigungsministerium koordiniert. Dafür müssen die Verbündete Anträge stellen und die Fracht der Transporte anzeigen. Das Ministerium prüft dies und genehmigt daraufhin die Durchfahrt.

Einbezogen werden dabei auch die Landeskommandos der Bundeswehr. Sie koordinieren die Transporte in den einzelnen Bundesländern und stellen sicher, dass die Verlegung der Truppen auch realisiert werden kann.

Sendung: Antenne Brandenburg, Antenne am Nachmittag, 21.02.2022, 15:10 Uhr

Mit Material von Michael Lietz

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