Wegen Angriffskrieg gegen die Ukraine - Gedenken an die Schlacht auf den Seelower Höhen findet getrennt statt

Sa 16.04.22 | 17:55 Uhr
Gedenkstätte Seelower Höhen (Quelle: dpa/Joko)
Bild: dpa/Joko

Der Landkreis Märkisch-Oderland, Unterstützer der Ukraine sowie eine russische Delegation haben in diesem Jahr getrennt an die Schlacht um die Seelower Höhen erinnert. Eine erste Gedenkveranstaltung fand am Morgen statt. Russische Vertreter kamen am Mittag in das Oderbruch. Eine gemeinsame Gedenkfeier, wie in den Vorjahren üblich, gab es jedoch nicht.

Am 16. April wird traditionell an eine der blutigsten Schlachten des Zweiten Weltkriegs erinnert, die vom 16. bis 19. April 1945 dauerte und Zehntausende Sowjet- sowie Wehrmachtssoldaten das Leben kostete.

Putin-nahe Rockerclub "Nachtwölfe" nimmt an Gedenken teil

Vertreter des Landkreises Märkisch-Oderland sowie der Verein Neutrebbiner Mara, der sich für Geflüchtete aus der Ukraine und Weißrussland einsetzt, legten am Morgen Kränze nieder. "Russland hat immer diesen Sieg an sich gezogen", sagte Olga Homza-Kies von Mara über das Weltkriegsgedenken. "Wir wollten den Platz nicht nur den Russen überlassen, wir wollten auch unserer Vorfahren aus Belarus und der Ukraine gedenken."

Der Verein hatte seine Teilnahme zwischenzeitlich sogar ganz abgesagt – auch aus Furcht vor einer Gruppe des Putin-nahen Rockerclubs "Nachtwölfe", die ebenfalls zur Gedenkstätte kommen wollte; fünf Mitglieder nahmen schließlich am späteren Gedenken der russischen Botschaft teil.

Gedenken unter schlechten Vorzeichen

Gegen Mittag legte diese russische Delegation Kränze nieder, darunter war auch Verteidigungsattaché Sergey Chukhrov. "Damals dachten wir, dass dieser Krieg zu Ende ist", sagte Chukhrov am Rande der Veranstaltung. Aber anscheinend sei er "nicht bis zum letzten Ende" geführt worden. Chukhrov sprach mit Blick auf die "letzten Ereignisse" von angeblichen "Fällen von Nazismus" - die Kreml-Propaganda streut seit langem gezielt Lügen über ein angeblich neonazistisches Regime in der Ukraine.

Im Vorfeld der Veranstaltung war bereits von ukrainischer Seite befürchtet worden, dass die russische Botschaft das Seelower Gedenken nutzt, um den Angriffskrieg gegen die Ukraine zu rechtfertigen.

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