Im Frühling und Sommer am Abend - Gemeinde Panketal beschließt Rasensprengverbot ab August

Mi 06.07.22 | 11:59 Uhr
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Kleinkind im Alter von zwei Jahren beim Spiel mit dem Wasserschlauch. (Quelle: dpa/Karl-Heinz Spremberg)
Audio: Radioeins | 06.07.2022 | Interview mit Maximilian Wonke | Bild: dpa/Karl-Heinz Spremberg

In der Gemeinde Panketal (Barnim) gilt künftig ein Bewässerungsverbot für Rasen und Gärten zu bestimmten Zeiten. Die entsprechende Satzungsänderung wurde am Mittwoch vergangener Woche in einer Abstimmung angenommen, mit 15 Ja-Stimmen gegen 7 Nein-Stimmen.

Der Bürgermeister von Panketal, Maximilian Wonke, verteidigte das geplante Rasen-Sprengverbot am Mittwoch. Es gehe darum, das Wasserwerk zu entlasten und die Wasserversorgung in Spitzenzeiten zu sichern, sagte der SPD-Politiker im Gespräch bei Radioeins vom rbb.

Das Verbot gilt ab dem 1. August, allerdings nur in bestimmten Monaten.

Nur zu bestimmten Uhrzeiten im Frühling und Sommer

In den Monaten April, Mai und September ist das Rasensprengen zwischen 18 und 20 Uhr nicht mehr gestattet. In den Sommermonaten gelte das Verbot von 17 bis 21 Uhr - das sei die Tageszeit mit dem höchsten Wasserverbrauch, so Wonke. Wer sich nicht daran halte, müsse mit Verwarn. oder Bußgeldern rechnen. Wiederholungstätern drohe eine Strafe "bis in den vierstelligen Bereich".

Trockene Sommer und steigende Einwohnerzahlen sorgen in Panketal nach Angaben der Gemeinde für einen zu hohen Wasserverbrauch. Dem will man mit dem Sprengverbot entgegenwirken. Die gewählten Tageszeiten sollen die mit dem höchsten Wasserverbrauch sein.

Mehr Regenwasser zur Bewässerung nutzen

Langfristig müsse man den Wasserverbrauch in der Gemeinde aber nicht nur zeitlich regulieren, sondern insgesamt senken, so Wonke. Gartenbesitzer sollten für das Wässern ihrer Grünflächen mehr Regenwasser nutzen. Zudem verteile die Gemeinde Flyer mit Tipps für eine nachhaltige Gartengestaltung.

Wonke ist am Mittwochabend auch Gast im 30-minütigen rbb24 Spezial "Wassernotstand – Trocknen wir aus?". Moderator Volker Wieprecht diskutiert ab 22.15 Uhr mit Expertinnen und Experten über den Wassermangel in der Region Berlin-Brandenburg.

Sendung: Radioeins, 06.07.2022, 09:10 Uhr

37 Kommentare

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  1. 37.

    Ich halte es für richtig. In Brandenburg sollte das auch kommen.Viel wichtichtiger als Rasenflächwn sind Bäume und Sträucher,Beete.Diese haben kaum bis kein Wasser und machen im Stadtklima viel aus.Verbrannten Rasen,naja damit kann ich Leben.
    Ich habe das Rasen Gießen aufgegeben.Mir war das auch immer wichtig:).Wichtig sind mir meine Pflanzen im Garten. Und die haben sich an die Trockenheit bzw. wassergabe gewöhnt. Das ist nun das 2.Jahr mit verbrannten Rasen,aber ich bin mir sicher er wird nästes Jahr wieder grün bis Juni :)

    Sieht nicht schön aus aber man kann ihn ja auch ansprühen laut TV. :)

  2. 36.

    Dann wird Herr Oberschlau auch sicher erklären wie Regentonne und Zisterne gefüllt werden,der Grundwasserspiegel steigt für den Pool ,wenn nichts mehr von oben kommt.

  3. 35.

    Dieser Satz von Ihnen stimmt wieder einmal nicht: "Das Trinkwasser rationiert wird ist nur eine Frage der Zeit, es gibt nicht mehr genug und es wird weniger." Jedenfalls so nicht! Sie vernachlässigen das Nichtstun für die Wasserversorgung, wenn es doch "genug" gibt, bestimmter Zuteilungsideologen und Sie beachten nicht, dass man mit seinem Wasser machen kann, was und wann man will. Was könnte eigenes Wasser sein? Das in Regenfässern und Zisternen z.B. oder wenn man einen Pool entleert usw.

  4. 34.

    Dann wird der Rasen nicht mehr abends, sondern zur Mittagszeit bewässert, wo noch viel mehr Wasser verdunstet."
    Und schon wieder wünscht man sich eine Welt in der die Menschen nicht per Gesetz oder Verordnung angehalten werden müssen das Sinnvolle zu tun.

  5. 33.

    Immer nur am meckern, ich glaube kaum, dass Sie nach der Arbeit gleich Essen um dann ins Bett zu gehen. Statt faul hinter dem TV zu hängen einfach mal entspannt im Garten sitzen und den Garten genießen und wenn die Sonne untergegangen ist den Garten wässern. Wofür hat man den einen Garten ;-)

  6. 32.

    Das stimmt nicht. Die Anlage eines Brunnens ist bei der unteren Wasserbehörde anzeigepflichtig. Dazu wird von der jeweiligen Gemeinde eine Stellungnahme eingeholt. Ich bezweifle, dass die hier in unserer Gegend positiv wäre.

    Sollte es zu Entnahmeverboten kommen, dann gelten die natürlich auch für private Brunnen. So bereits geschehen in einigen Gemeinden Westdeutschland.

    Der Brunnen mag privat sein - das Grundwasser ist es nicht.

  7. 30.

    Über Stosszeiten und Rasen sprengen zu diskutieren ist übrig. Jede wissenschaftliche Warnung wurde und wird ignoriert. Wann begreift ihr endlich das man mit dem Klima nicht verhandeln kann? Entweder etwas dagegen tun oder die Konsequenzen tragen,so einfach ist das.
    Das Trinkwasser rationiert wird ist nur eine Frage der Zeit, es gibt nicht mehr genug und es wird weniger.

  8. 29.

    Dann zapfen die Leute halt über private Brunnen, so vorhanden. In Brandenburg kann ja jeder Garten/Grundstücksbesitzer bohren wie er/sie/es will.

  9. 28.

    Das geht nur über eine Verteuerung des Trinkwassers. Es muss sich mehr im Portemonnaie lohnen, Regenwasser zu nutzen.

  10. 27.

    Coole Idee. Dazu Plastikblumen, Kunststoffbäume, Stoffhummeln und ausgestopfte Vögel. Auf dem Gartentisch steht eine Schale mit immer "frischen" Dekoobst und das Sahnhäubchen auf dem Eis ist aus Rasierschaum. Schöne neue Welt.

    Wer Ironie findet, darf sie behalten.

  11. 26.

    ja opa klaus, dann weißt du sicher auch, ob die pflanzen gut für unsere insekten sind?
    andererseits ist ja eh alles global und multikulti :-)

  12. 25.

    Wenn es zu Gieß verboten kommt sollte man in Zukunft auf Kunstrasen anlegen . Sie kommen seit Jahren immer mehr in Mode. Ich selbst habe in Berlin Blankenburg so ein Objekt gesehen. Und sieht echt super aus. Mein neuer Nachbar wollte sich auch dafür entscheiden. So die Aussage vom letzten Jahr beim Richtfest. Allerdings ist der Kunstrasen teuer. Aber eine sehr gute Alternative wen giessverbote kommen.

  13. 24.

    An die Bodendecker habe ich auch gedacht. Sehen besser aus als Rasen und sind sowas von pflegeleicht. Sie haben schon recht, für die Wasserwerke spielen Stoßzeiten eine Rolle. Für die allgemeine Wasserknappheit allerdings nicht. Viel Wasser verbraucht, heißt da einfach mal viel Wasser weg, wenn es nicht regnet.

  14. 23.

    Das ist eine längst überfällige Maßnahme. Auch Pools sollten nicht mehr betrieben werden, große Rasenflächen wie Golfplätze sollten nicht mehr gewässert werden dürfen.

  15. 22.

    Das mit der Spitzenlastverlagerung ist nicht korrekt. Der Lastgang in fast jedem Trinkwassernetz ähnelt dem Kamelrücken. Frühstück und Abends ein Buckel egal ob Winter oder Sommer. Im Sommer wächst der zweite Buckel durch Überlagerung mit dem Gießbedarf an die Belastungsgrenze einzelner Trinkwassernetze. Verschiebung zur Mittagszeit würde also zu einer quasi Gerade mit halbwegs konstanter Leistung führen. Regelungstechnisch schonmal sehr einfach.
    Für die Pflanzen und die Verdunstungsverluste im Garten natürlich Quark.
    Tröpfchenbewässerung bodennah oder im Boden automatisiert mit Tensiometern wären die perfekte Lösung für die meisten Pflanzen und den Wasserverbrauch.
    Dazu eine akkurate Regenvorhersage vielleicht noch als KI Komponente in der Regelung.
    Wassersparende Pflanzen im Garten gibt es natürlich auch. Die Bodendecker auf unserem Dach kriegen seit 15 Jahren nicht mehr als Regen. Egal wann ich gucke das Dach ist immer bunt gefärbt und mehr als 2 Grashalme finde ich nicht.

  16. 21.

    Wenn Ihnen die Mühe mit dem Rasen zuviel ist, versuchen Sie es doch mal mit einem Präriegarten. Wie der Name sagt, stammen die Pflanzen aus der Trockensteppe. Da kann man das Gießen schon mal lassen.Die Pflanzenauswahl ist gross.Schauen Sie doch mal bei einer guten Staudengärtnerei im Netz.

  17. 20.

    Ich glaube, Brandenburg wird irgendwann nur noch Wüste sein. Flüsse trocknen aus (Schwarze Elster), das Wasser wird knapp , fast wie in afrikanischen Dörfern. Trockene Wälder brennen großflächig ab. Und dann gibt es noch Leute, die den Klimawandel leugnen.

  18. 19.

    Also nach dem Futter ein Verdauungsspaziergang im Garten ist sicherlich nicht verkehrt und die Entspannung dabei ist bestimmt auch schlaffördernd. Wenn Ihnen die Füßchen von der Arbeit weh tun, meine Güte, es gibt Campingstühle oder auch Melkschemel (förderlich fürs Gleichgewicht). Total fertig? Psst ... Geheimtipp ... Zeitschaltuhr (gibts auch mechanisch).

  19. 18.

    Gute Frage. Das habe ich mich auch schon gefragt. Wenn alle aus dem eigenen Brunnen Wasser entnehmen, dürfte der Grundwasserspiegel ja auch sinken. Ich vermute aber, in diesem Fall hier geht es erstmal um das aufbereitete Wasser durch die Wasserwerke, die in die Bredouille kommen, wenn zu viel verbraucht wird.

    Vielleicht wissen die RBB-Redakteure da mehr?

  20. 17.

    Kann man denn mit Brunnenwasser bewässern?
    Es steht immer nur Trinkwasser

  21. 16.

    Ammenmärchen? Da muss ich doch nur im Balkonkasten schauen, wie sich das auf den Boden auswirkt, wenn ich mittags gieße, zumindest wenn der Boden nicht durch große Blätter geschützt wird. Genauso schnell wie an heißen Tagen die Wäsche auf dem Balkon trocknet, ist auch der Boden trocken. Bei Wind ist es übrigens noch extremer. Einfach mal ausprobieren, wenn Sie es nicht glauben.

  22. 15.

    Was nützt ein Verbot, wenn es nicht kontrolliert wird. Oder wird hier auf Nachbars Augen gesetzt?

  23. 14.

    Verständliche Maßnahme. Bleibt nur zu hoffen, dass die Leute jetzt nicht zur Mittagszeit sprengen, was dann wieder eine absolute Wasserverschwendung wäre. Vielleicht auch mal die inzwischen zahlreichen Poolbesitzer sensibilisieren, wie man seinen Pool sauber hält ohne ständig das Wasser das erneuern zu müssen ?Ob eine so kurze Zeitspanne als Sparmaßnahme ausreicht, wird man sehen, wenn dann alle kurz davor oder danach sprengen, gibt es den nächsten Engpass.

  24. 13.

    Dieses Horrormärchen wird durch alte Menschen immer wieder erzählt. Inzwischen weiß man es besser. Allerdings ist ein Bewässern nur morgens, am besten vor Sonnenaufgang, sinnvoll.

  25. 12.

    Sie haben auch keine Ahnung von der Gartenpflege, oder? Auf dem Dorf wusste das früher jedes Kind, dass erst spät oder früh Pflanzen bewässert werden. Warum? Weil das Wasser sonst zu schnell verdunstet und die tieferen Schichten gar nicht erreicht. Außerdem wirken Wassertropfen wie Brenngläser, weil sie das Licht brechen. Folge: Der Rasen verbrennt. Auch deshalb ist in vielen Gärten der Rasen so braun. Im Übrigen trocknet der Boden bei raspelkurzem Rasen viel schneller aus. Jedes Wochenende mähen ist daher auch Quatsch. Es gibt viele Pflanzen, die pflegeleichter als ein Rasen sind und nicht ständig bewässert werden müssen. Ansonsten, Rasensprenger erst nach 21 Uhr an oder vor der Arbeit.

  26. 11.

    Und DIESE Verbrauchsspitze geht durch nicht Wässern weg? Soll ich dann auf Arbeit duschen und k...en? Und die Wäsche in der Nacht waschen? (hallo, liebe Nachbarn, auch noch wach?) Solange Homeoffice keine gesetzliche (!) Regelung ist trotz Spritpreisen und Pandemie, solange alle immer zur gleichen Zeit im gleichen Büro oder der gleichen Produktion erscheinen müssen, werden alle gleichzeitig (im Stau stehen) heimfahren und dann aufs Klo gehen, die Waschmaschine starten, den Spüler, und duschen gehen. Damit man vor 20:15 fürs Fernsehen fertig ist. Das ist wie Liegestuhlreservierung mittels Handtuch, das ändert sich auch nicht durch Rasensprengen ja/nein. Sonst WÄRE es ja anders. Weil es eigentlich einfach ist. Bis auf die lauten Waschmaschinen... Laufen lassen bei Abwesenheit ist versicherungstechnisch übrigens keine Option.

  27. 10.

    Genau diese Verbrauchsspitze am frühen Abend sorgt aber bereits heute zu Kapazitätsengpässen. Dabei ist das noch ein vergleichsweise milde Maßnahme.

  28. 9.

    Wenn schon, dann sollte das Rasensprengen zwischen 9 und 22 Uhr verboten werden.
    So würden die Sprengzeiten in die schon kühleren Abend- und Nachtstunden verlegt, wobei dann auch geringere Wassermengen ausreichen würden.
    Das müssten die Sprengenden aber berücksichtigen und weniger bzw. kürzer sprengen als tagsüber.
    So könnte die verbrauchte Wassermenge insgesamt verringert werden.

    Technische Möglichkeiten zur Umsetzung gibt es einige, von preiswerten Schaltuhren bis hin zu komplexen Bewässerungssystemen mit mehreren Sprengzeiten, verschiedenen Wasserkreisen nebst Regen- und Bodenfeuchtemessung, damit nur bei Bedarf gesprengt wird.

  29. 8.

    @ Herr Weber, den Artikel gelesen? Vorrangig geht es erst mal darum, den Wasserverbrauch in den Spitzenzeiten(!) zu senken. Auch damit Sie beruhigt auf's Klo können.

  30. 7.

    @ Jonas, gibt es wirklich Eigenheimbesitzer, die nicht wissen, das es dem Rasen nicht gut tut, wenn er mittags unter praller Sonne gesprengt wird? Selber Schuld.

  31. 6.

    Klar, wenn man dann von der Arbeit kommt und bald nach dem Essen erschöpft schlafen will, muss man jetzt bis nachts wach bleiben und wässern. Oder in der prallen Sonne wässern. Ähm. Wer hat sich das denn ausgedacht? Soll man dann nächstens auf der Arbeit sagen "bitte nur Frühschicht, ich muss bis 17 Uhr mit Wässern durch sein", oder so? Erinnert ein bisschen an das Corona-Verweilverbot auf der Parkbank....

  32. 5.

    Sie haben zweifellos recht. Zwei Drittel (!) des Wassers verdunsten, wenn sommers bei Sonnenschein und Hitze tagsüber gesprengt wird.

  33. 4.

    Was für eine sinnlose Entscheidung. Dann wird der Rasen nicht mehr abends, sondern zur Mittagszeit bewässert, wo noch viel mehr Wasser verdunstet. Der Verbrauch steigt dann also statt zu sinken.

  34. 3.

    "in den besonders heißen Monaten von Juni bis August sogar zwischen 17 und 21 Uhr. "
    Den Stadtverordneten sollte klar werden, das die Hitze da schon durch ist.
    Spätestens, wenn von 12:30 bis 15 Uhr die Wasserwerker Alarm schreien. Aber das ist ja dann erst im nächsten Jahr....
    Und um das Konzept zu evaluieren braucht es dann eine Studie, die im darauf folgendem Jahr in Auftrag gegeben wird und deren Empfehlung dann leider in die nächste Legislaturperiode fällt.


  35. 2.

    Bei der Überschrift hatte ich gehofft, dass das Rasensprengen bei praller Sonne verboten wird, weil das Wasser dann schnell verdunstet und damit das Sprengen nahezu überflüssig wird. Leider sieht man das immer öfter und jetzt werden es wohl in der Gemeinde Panketal noch mehr, die schon mittags den Rasensprenger anschmeißen. Dann verlagert sich die Zeiten mit dem höchsten Wasserverbrauch doch nur. Der Rasen (wie alle anderen Pflanzen übrigens auch) haben am meisten von der Bewässerung, wenn es vor Sonnenaufgang oder nach Sonnenuntergang passiert.

  36. 1.

    Mit diesen Maßnahmen senkt man nicht den Wasserverbrauch, die Abnahme wird nur verlagert. Es werden höchstens die Verbrauchspitzen zu bestimmten Zeiten abgemildert, die benötigte und abgerufene Menge z.B. pro Tag wird gleich bleiben (bei gleichen Bedingungen).

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