30 Jahre Trainingszentrum Kienbaum - Spitzensport fernab des Trubels

Das Gelände des Bundesleistungszentrums Kienbaum (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Audio: Antenne Brandenburg | 16.06.2021 | Martina Rolke | Bild: dpa/Jens Kalaene

Im Spitzensport werden die Leistungen in den Wettkämpfen sichtbar. Doch die Grundlage dafür legen die Trainingszentren dahinter - wie der Trägerverein Kienbaum. Seit 30 Jahren findet hier Spitzensport zwischen Wald, See und Wiese statt.

Kienbaum ist deutschlandweit einzigartig, manche sagen sogar weltweit. "Wir haben Sportstätten, wie zum Beispiel die Judohalle, das ist eine der besten, die es gibt. Zumindest konnte mir bisher keiner eine bessere benennen", findet Klaus-Peter Nowak, Geschäftsführer des Trainingszentrums. Auch die Kunstturnhalle und die Volleyballhalle gehörten zu den modernsten Anlagen. In den Boden der Laufhalle seien jetzt Messlatten integriert. "Auf diesem Gelände haben wir Weltniveau erreicht", sagt Nowak.

Spitzensport in zehn Sportarten

Bereits zu DDR-Zeiten war Kienbaum ein Zentrum des Leistungssports, an dem sich viele erfolgreiche Sportler vorbereiteten. Im Juni 1991 gründete sich dann der Trägerverein "Sportzentrum Kienbaum e.V" und gewährleistet dadurch den weiteren Trainingsbetrieb.

Seit 1997 gehört Kienbaum zu den Bundesleistungszentren in Deutschland, an denen sich Sportler in zehn Sportarten gezielt vorbereiten können. Die bauliche Infrastruktur wurde seitdem renoviert und erweitert. Zuletzt wurde eine neue Kunstturnhalle eingeweiht, die mit Videoinstallationen, die genaue Analyse des Trainings ermöglicht.

Von diesen Möglichkeiten sich auch die Sportler begeistert. Lisa Jahn, Kanutin beim Köpenicker SC, startet in Tokio im Kanadier und trainiert aktuell in Kienbaum. "Auch als Berlinerin bin ich froh, dass es so nah einen so großen Trainingsstandort gibt", sagt Jahn. Ohne Kienbaum wäre sie aufgeschmissen, speziell im letzten Jahr. Als Kanutin wohne sie quasi in Kienbaum.

Wegen Corona fällt die Party aus

Entspannung und einfach mal die Seele baumeln lassen - das verbindet Thomas Röhler aus Thüringen mit dem Leistungszentrum am Liebenbergersee bei Grünheide (Oder-Spree). Er ist Olympiasieger im Speerwurf und kennt jede Ecke auf dem Gelände und jeden vom Personal. "Den Barmann kennen alle, hier trifft man sich", lacht der 29-Jährige.

Aber wenn man 14 Tage abseits allen Trubels verbringe, könne es auch mal langweilig werden, gibt Röhler zu. Sein Lieblingsplatz ist dann der See: "Hier sind wir immer angeln gegangen." Außerdem schätzt der Leistungssportler die Mischung zwischen Rückzug und der Möglichkeit, andere Olympioniken in Kienbaum zu treffen.

30 Jahre Trägerverein Kienbaum, wäre normalerweise eine dicke Party mit Spitzensport und Politik. Leider geht das im Moment nicht, wegen der noch immer geltenden Corona-Vorsichtsmaßnahmen.

Beitrag von Martina Rolke

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