Audio: Antenne Brandenburg | 27.03.2018 | Autor: Marcus Groß | Bild: rbb|Marcus Groß

Hochreines Wasser aus Frankfurt - Schadstoffe und Mikroplastik herausgefiltert

Trinkwasser ist das am strengsten kontrollierte Lebensmittel. Doch inzwischen finden sich darin häufig durch den Menschen erzeugte Schadstoffe: Nitrat, Sulfat, Bakterien oder Mikroplastik. Dank Filtersystem aus Frankfurt(Oder) soll Wasser wieder hochrein werden. Von Marcus Groß

Hans Kruse ist extra mit seinem leeren Wasserkanister in die Büroetage der Wassermanufaktur gekommen. Vor einem Wasserspender, der aussieht wie eine Felswand, füllt er das frisch gereinigte Wasser ab. "Meine Frau hat mich geschickt. Wir wollen selber mal gucken, ob wir uns hier Wasser besorgen", sagt er. Das Wasser für zu Hause gibt’s im Abo. Zum Beispiel 120 Liter im Monat für 64 Euro, das sind 54 Cent pro Liter, abzuholen an der Zapfanlage der Wassermanufaktur in einem Gewerbegebiet in Frankfurt (Oder).  

Medikamentenrückstände mindern die Qualität

Die Brüder Jonas und Vincent Schöneberg haben ihr Unternehmen vor drei Jahren gegründet. "Das Wasser wird hier speziell produziert, in dem wir über ein mehrstufiges Filterverfahren das Leitungswasser filtern", sagt Jonas Schönberg. Der Diplom-Ingenieur hat sich wissenschaftlich intensiv mit der Qualität von Trinkwasser beschäftigt. "Die erste Ebene ist, das ein Wasser prinzipiell rein sein sollte, also die toxikologische Ebene, dass keine Spurenstoffe mehr nachweisbar sind", sagt er. "Da geht es zum Beispiel um Medikamentenrückstände."

Über eintausend Inhaltsstoffe

Insgesamt wird das Leitungswasser nach der deutschen Trinkwasserverordnung auf 44 Stoffe und Stoffklassen untersucht, sagt Schöneberg. Wasser enthält aber weit über eintausend Inhaltsstoffe. Auch Keime, Rückstände von Weichmachern oder Mikroplastik. Die Beziehung zum Wasser wurde den Brüdern Vincent und Jonas quasi schon in die Wiege gelegt. "Durch meinen Vater, der Mediziner ist, sind wir in das Thema schon als Kinder hineingeworfen worden und wir filtern seit über 20 Jahren unser eigenes Wasser zu Hause."

Käse statt Mineralwasser

Die Frankfurter Wassermanufaktur verkauft Wasser nicht nur vor Ort, sondern auch in Berlin in einem Bio-Supermarkt. Das junge Unternehmen stellt aber auch Filteranlagen für Privatleute und Gewerbebetriebe her. Die Anlagen filtern konsequent alle Mineralien aus dem Wasser, denn Mineralwasser braucht kein Mineral, sagt der Naturwissenschaftler. "Für eine Tagesdosis Magnesium müssten wir 30 Liter Wasser trinken", sagt er. "Den gleichen Effekt erziele ich aber, indem ich 50 Gramm Käse esse oder Obst und Gemüse."

Beitrag von Marcus Groß

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