Saniertes Haus mit rotem Ziegeldach, hellgelber Wand und blauen Fensterläden: das ehemalige Arbeiterwohnheim in Hobrechtsfelde
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Audio: Antenne Brandenburg | 11.10.2018 | Uta Schleiermacher | Bild: rbb/Uta Schleiermacher

Brandenburger Freiheitspreis 2018 - Schöner Wohnen in Hobrechtsfelde

Gleich eine ganze Siedlung hat die Genossenschaft „Bremer Höhe“ vor acht Jahren in Panketal gekauft: das ehemalige Stadtgut Hobrechtsfelde bei Buch. Für ihr Engagement für bezahlbare Wohnungen erhält die Genossenschaft nun den Brandenburger Freiheitspreis. Von Uta Schleiermacher

Steigende Mieten und teure Sanierungen – damit haben Mieter längst nicht mehr nur Berlin zu kämpfen. Auch die Bewohner von Hobrechtsfelde im Panketal fürchteten vor acht Jahren den Verkauf ihrer Wohnhäuser. Eine Wohnungsbaugenossenschaft sprang damals ein, heute liegen die Mieten in den sanierten Wohnungen bei fünf bis sieben Euro. Die Genossenschaft erhält für ihr Engagement nun den Brandenburger Freiheitspreis, der Donnerstagabend im Dom zu Brandenburg verliehen wird.

Rote Dachziegel, hellblaue Fensterläden

Die meisten Häuser in Hobrechtsfelde sind inzwischen auch optisch einheitlich herausgeputzt: rote Dachziegel, vanillegelbe Fassaden und hellblaue Fensterläden. Fast alle 25 Häuser in der ehemaligen Landarbeiter-Siedlung sind saniert, Leerstand gibt es keinen mehr. Denn das Interesse an den Wohnungen ist groß, sagt Ulf Heitmann, Vorstand der Bremer Höhe. Viele schätzten die Sicherheit, die eine Genossenschaft biete.

"Wir können jetzt schon sagen, wie hoch die Miete in zehn Jahren sein wird", sagt er. "Auch wenn wir neue Projekte machen, werden wir das so machen, dass das die niedrigen Mieten in unseren Bestandswohnungen nicht gefährdet." Durch diese langfristige Perspektive in der Genossenschaft würden Mieter auch aktiv bei Sanierungsarbeiten mitwirken.  

Keine Kündigung wegen Eigenbedarf

Denn Genossenschaften müssen keinen Gewinn erwirtschaften. Weil Genossenschaftswohnungen nicht in privatem Besitz sind, gibt es auch keine Kündigungen wegen Eigenbedarf oder Sanierung. Der Bremer Höhe ist außerdem der Zusammenhalt der Anwohner wichtig.

"Wir sind kein richtiger Marktteilnehmer, indem wir sagen, wir kaufen, entwickeln und dann vermieten oder verkaufen weiter", sagt Heitmann. "Uns geht es vor allem darum, dass da nicht nur ein Grundstück ist oder ein Haus, sondern dass Menschen darin leben. Das ist ja der eigentliche Sinn des Bauens."

Noch verfallen: Großes Gebäude mit mehreren Seitenflügeln, die Fenster zugemauert, in den graubraunen Wänden fehlen viele Steine - das ehemalige Gemeinschaftshaus in Hobrechtsfelde.
Bild: rbb/Uta Schleiermacher

Gemeinschaftshaus verfällt seit Silvester 1999

Deshalb will die Genossenschaft als nächstes das alte Gemeinschaftshaus renovieren. Der große Ballsaal wurde zuletzt Silvester 1999 genutzt. Noch sind die Fenster zugemauert und in der Wand fehlten Ziegelsteine. Bald sollen die Hobrechtsfelder dort wieder große Feste feiern, oder sich in treffen können.

Mirko Zander, der mit Frau, zwei Kindern und zwei Hunden vor sechs Jahren aus Prenzlauer Berg nach Hobrechtsfelde gezogen ist, ist noch skeptisch. "Das sind ja immer Pläne und Ideen, aber im Moment sieht mir das Gebäude noch nach einem Millionengrab aus", sagt er. "Aber wenn da etwas entsteht, sind wir dem positiv gegenüber eingestellt, wir haben ja selbst einen kleinen Biergarten hier im Ort eröffnet, den James-Biergarten."

Freiheitspreis für faire Mieten

Der Brandenburger Freiheitspreis will Personen und Institutionen auszeichnen, die zur Verwirklichung des Freiheitsgedankens beitragen. Dazu gehören aus Jury-Sicht inzwischen auch bezahlbare Wohnungen. Die Feierliche Preisverleihung war am Donnerstagabend in Brandenburg an der Havel.

Der Brandenburger Freiheitspreis wird gestiftet vom Domstift Brandenburg. Er wurde zum zweiten Mal verliehen und ist mit 25.000 Euro dotiert.

Beitrag von Uta Schleiermacher

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