Hitzeschäden in Brandenburg im Sommer 2018 (Quelle: dpa/Pleul)
Audio: Antenne Brandenburg | 15.01.2019 | Julia Karwatzki | Bild: dpa/Pleul

Land zahlt 3,5 Millionen Euro Nothilfen - Tierfutter in Brandenburg bleibt knapp

Knapp 400 Landwirte haben beim Brandenburger Landwirtschaftsministerium einen Antrag auf Futterhilfen gestellt. Grund dafür sind die Ernteausfälle wegen monatelanger Trockenheit. Das Land zahlte nun Hilfen in Höhe von 3,5 Millionen Euro. Von Julia Karwatzki

Nach einem trockenen Sommer haben viele Landwirte mit Futterknappheit zu kämpfen. Um kurzfristig helfen zu können, entwickelte das Land Brandenburg das Futtermittelprogramm und zahlte nun insgesamt 3,5 Millionen Euro aus.

Viehfutter ist rar, Maissilage fehlt und seit Monaten füttern Viehhalter ihre Tiere nun zu. Meist mit Heu, aber auch das ist teurer geworden. Stefan Gürgen hält 70 Rinder in Wensickendorf (Landkreis Oberhavel). Er musste bereits im August an seine Futterreserven gehen - und auch die sind mittlerweile komplett aufgebraucht.

Landwirt beklagt hohen bürokratischen Aufwand

Um weiteres Futter dazuzukaufen, musste Gürgen in Vorkasse gehen. Später stellte er einen Antrag auf Kostenerstattung beim Land Brandenburg. Rückblickend beklagt er den hohen bürokratischen Aufwand. "Ich musste viele Formulare ausfüllen und Nachweise erbringen. Und das alles in weniger als 14 Tagen", sagt der Landwirt.

Doch der Schreibkram hat sich gelohnt. Gürgen musste Heu im Wert von 3.000 Euro dazukaufen, "diesen Beitrag habe ich auch erstattet bekommen".

Mehr als 350 Betriebe erhalten Unterstützung

Stefan Gürgen ist nicht der Einzige, der einen Nothilfeantrag gestellt und bewilligt bekommen hat, sagt Jens-Uwe Schade, Pressesprecher des Landwirtschaftsministeriums in Brandenburg.

393 Landwirtschaftsbetriebe haben laut Schade einen Antrag auf Futterhilfe gestellt, 353 davon erhielten die finanzielle Unterstützung auch. "Die Fördermittel vom Land summieren sich auf 3,5 Millionen Euro."

Förderprogramm richtet sich eher an kleine Betriebe

Mit bis zu 15.000 Euro wurden die Betriebe laut Schade unterstützt. Hauptsächlich richtet sich das Futtermittelprogramm an kleinere Unternehmen. Damit unterscheidet sich das Landesprogramm vom Bund-Länder-Programm zur "Dürrehilfe" für Landwirte.

Zum Ausgleich der diesjährigen Trockenschäden in der Landwirtschaft stellt das Bund-Länder-Programm "Dürrehilfe" für Brandenburg insgesamt 46 Millionen Euro bereit: 23 Millionen Euro trägt der Bund, 23 Millionen das Land. Mehr Geld, dafür aber auch noch mehr Bürokratie, so Schade. Knapp 700 Landwirte aus Brandenburg haben für dieses Programm Anträge gestellt.

Bauer hofft auf besseres Jahr

Bauer Stefan Gürgen muss mit seinen Futterreserven nun gut haushalten. "Ich hoffe, dass ich mit der Menge Heu nun bis zum Frühjahr auskomme, bis es wieder frisches Futter gibt." Gibt es in diesem Jahr jedoch wieder zu wenig Futter, will der Landwirt umdisponieren.

Beitrag von Julia Karwatzki

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