Ein mit Wasserstoff betriebener Regionalzug steht am 11.02.2018 im Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen. (Quelle: rbb/Michael Lietz)
Video: Brandenburg Aktuell | 11.02.2019 | Michael Lietz | Bild: rbb/Michael Lietz

NEB stellt neuen Zug vor - Wasserstoffzug fährt erstmals zwischen Berlin und Barnim

Eine umweltfreundliche Alternative zur Diesellok hat die Niederbarnimer Eisenbahn am Montag vorgestellt: Auf der Strecke der Heidekrautbahn sollen in drei Jahren Züge verkehren, die mit Wasserstoff angetrieben werden. 

Die Heidekrautbahn zwischen Berlin und Barnim soll in Zukunft umweltfreundlicher fahren. Die Niederbarnimer Eisenbahn (NEB) plant, ab 2022 Wasserstoff-Züge auf der Regionalbahnlinie 27 einzusetzen. Einer dieser Züge ist am Montag auf einer Sonderfahrt von Basdorf nach Berlin-Gesundbrunnen vorgestellt worden.

Über den Einsatz des "Coradia iLint" liefen derzeit Gespräche mit den am Projekt beteiligten Partnern, hieß es von der NEB. Dazu gehörten der Landkreis Barnim, die Länder, der VBB und das Energieunternehmen Enertrag. "Noch ist nichts spruchreif", sagte eine NEB-Sprecherin.

Der Zug versorgt sich selbst

Der Verkehrsbereich sei der Sektor, in dem nicht weniger sondern mehr schädliches CO2 ausgestoßen werde, sagte der Geschäftsführer der NEB-Betriebsgesellschaft, Detlef Bröcker bei der Vorstellung des neuen Zuges. "Da gibt es viele Aufgaben, das können wir natürlich nicht lösen. Aber es geht darum, einen Start zu machen und etwas zu versuchen", so Bröcker weiter. Das Projekt solle auch wissenschaftlich begleitet werden.

Die Strecke des RB27 ist nicht elektrifiziert, deshalb müssen hier bislang Dieselloks eingesetzt werden. Der "Coradia iLint" wird mit Brennstoffzellentechnik angetrieben. Auf dem Triebwagen sind Wasserstofftanks montiert. Der Wasserstoff versorgt die Brennstoffzelle, die in Verbindung mit Sauerstoff den elektrischen Strom für den Antrieb liefert. Die Züge sollen eine Reichweite von täglich 800 Kilometern haben.

Entwickelt wurde der Wasserstoff-Zug vom französischen Konzern Alstom. Laut dem Unternehmen fährt der Zug komplett emissionsfrei und geräuscharm, er gibt demnach lediglich Wasserdampf und Kondenswasser ab.

Auch Bombardier hat alternativen Antrieb entwickelt

Auch der Zughersteller Bombardier hat einen Triebwagen entwickelt, der auf nicht elektrifizierten Strecken ohne Dieselantrieb auskommt. Der "Talent 3" hat schnell zu ladende Lithium-Ionen-Batterien an Bord. Für diese Entwicklung wurde Bombardier im vergangenen November mit dem Innovationspreis Berlin-Brandenburg ausgezeichnet. In diesem Jahr soll der Batteriezug seine Zulassung erhalten.

Der "Talent 3" kann mit den Batterien die Strecken überbrücken, auf denen es keine Oberleitungen gibt. Ist eine Oberleitung vorhanden, werden die Akkus in bis zu zehn Minuten wieder aufgeladen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.02.2019, 11:00 Uhr

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Jetzt noch automatisieren und voila wir haben endlich einen funktionierenden Bahnverkehr...

  2. 8.

    Das ist meines Wissens so nicht ganz richtig. Dieselloks dürfen tatsächlich wegen der Belüftungssituation nicht in den Tunneln einfahren. Für Wasserstoffzüge gilt dies meines Erachtens nicht, da die Brennstoffzelle aus dem H2 reinen Wasserdampf erzeugt. Auf ersten Strecken in Sachsen wird solch ein Wasserstoffzug auch gerade getestet, eine künftige Durchquerung des Citytunnels in Leipzig ist bereits für die Zukunft geplant. Auch dort dürfen Dieselloks nicht durch. Der Vorrat an Wasserstoff in den Zügen (ist ja in Druckgasbehältern erst mal sicher) stellt selbst kein Problem dar, es sei denn es gäbe aufgrund baulicher Besonderheiten ein extra Verbot dafür.

  3. 7.

    Verstehe. Dann müsste er über jungfernheide, Charlottenburg und dann hauptbahnhof (oberirdisch) fahren.

  4. 6.

    Der Ausbau von Strecken ohne Elektrifizierung kann so auch einfacher und schneller stattfinden, z.B. Richtung Stettin.

  5. 5.

    Viel zu gering und sie wird leider durch die Industrie auch dem Bürger vorenthalten um die Gewinne durch die konventionellen Energieträger noch auszuschöpfen.
    Wasserstoff als Antriebsquelle ist die beste Lösung. Auch für die Bahnen.

  6. 4.

    Akkus als Stromspeicher sind im ersten Augenblick eine "Alternative". Beim zweiten Blick kann, wer will, auch die Nebenwirkungen erkennen. Die Rohstoffe für die Akkus werden sehr umweltunfreundlich, überwiegend in Chile und Zentralafrika, gefördert. Unser Zugriff darauf ist sehr begrenzt. Die Frage der Entsorgung der Akkus wird so wenig wie beim einst hochgepriesenen Styropor zur Wärmedämmung im Vorfeld beachtet - es wird extrem teurer Sondermüll geschaffen. Wer will das? Wasserstoff erscheint mir hier das bessere Mittel zu sein - trotz der großen Verluste bei der Umwandlung. Das Potential unseres größter Energielieferanten, die Sonne, das kostenfrei allen zur Verfügung steht, wird bisher nur äußerst gering genutzt.

  7. 3.

    Nein das ist nicht möglich nach Berlin (Tief) zufahren, den in den Tunnel dürfen keine Gasse (der H²), bzw. Dieselfahrzeuge rein im Normalfall. Grob gesagt es sind nur Kleinstmengen, bzw. Nebenfahrzeuge mit speziellen Filtern erlaubt.

  8. 2.

    Sehr gute Initiativen. Wahrscheinlich noch sehr teuer (Wasserstoffproduktion bzw Batterieherstellung), könnte jedoch mittelfristig ein lebensrettender Beitrag für viele Nebenstrecken sein.

  9. 1.

    Wenn der schon bis Gesundbrunnen fährt kann der doch auch gleich bis Hauptbahnhof fahren?

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